Die Bank unter der Linde!

Eine Bank, keine Wände aber ein grünes Dach über dem Kopf. Hier genießt das Leben freie Sicht. Es ist nicht nur ein Platz für Lebensfreude, hier kann das Leben selbst Platz nehmen, sowohl in der Sonne als auch im Schatten...einer Linde.
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Ungelesener BeitragVerfasst: 30.09.2009 08:00 
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Im Moment mache ich leider einen sehr großen Unterschied zwischen Arbeits- und Freizeit, da ich an meiner Arbeit so gar keine Freude mehr habe und eigentlich immer dem Feierabend und noch mehr dem Wochenende entgegenfieber bzw. Donnerstag Abend, weil ich Freitags immer Schule hab (eine berufsbegleitende Fortbildung über drei Jahre, die mir sehr viel Spaß macht).
Den Arbeitsfrust erzeugen viele Faktoren, und bisher habe ich kein wirksames Mittel dagegen gefunden (Unterforderung, Langeweile, Außenseiterposition, zu hohe Qualifikation, dadurch Konkurrenzangst bei Kollegen und Chef, ...). Naja, an der Situation kann ich jetzt erstmal, so lange ich das Haus baue, nichts ändern.

Danach werde ich mich aber nach einer anderen Arbeit, vielleicht sogar ganz anderen Betätigung, umschauen, denn ich möchte mein Leben endlich wieder als Ganzes genießen statt in dieser blöden innerlichen Spaltung zu hängen, die mich immer mehr zu zerreißen droht...

Zum Glück weiß ich, dass es auch anders geht, denn ich habe viele Jahre lang keinen Unterschied gemacht zwischen Arbeit und Freizeit. Habe einfach `gelebt´ und das getan, was getan werden musste und es war sehr erfüllend.
Es gab anstrengende Zeiten, in denen sich die Aufgaben ballten, und es gab Zeiten, in denen nicht soo viel zu tun war, ich nahm es wie es kam und mochte mein Leben, ob hektisch oder ruhig.
Natürlich gab es auch mal Zeiten, in denen mir die Arbeit über den Kopf wuchs und ich mich nach genau dieser Teilung sehnte, weil ich hoffte, so den Kopf mal wieder frei zu bekommen.
Aber ich denke, so etwas ist normal und das gibt es immer mal wieder, dass man sich nach dem "Anderen" sehnt (The grass is always greener ...), egal wie man gerade lebt.

Aber alles in allem wünsche ich mir, das Leben wieder als Einheit zu leben. Und wenn die Zeit gekommen ist, werde ich diesen Schritt auch gehen und diesen meinen jetzigen gehassten Job hinter mir lassen ...


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Ungelesener BeitragVerfasst: 05.10.2009 23:22 
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Das ist ein total schönes Thema!
Nomada, Dein Schlusswort hat mir gefallen "jetzt muss ich nur noch überlegen, ob ich meine Einstellung oder meinen Arbeitsplatz ändere"... Bild

Irgendwer hat die Qualität der Arbeits-zeit auch noch am Grad der Selbstbestimmung gemessen, das finde ich auch sehr wichtig. Insgesamt trenne ich Arbeits-zeit und Frei-zeit sehr klar und gehe meistens auch mit Pflichtbewußtsein zur Arbeit und, gerade in letzter Zeit mit "hach-jetzt kann ich mich endlich mal erholen"-Bewußtsein in die Freizeit - also verlasse meine Arbeits-zeit oftmals mit einem Gefühl der Erleichterung. Dies, obwohl ich gar keinen so schlechten Job habe und durch ein eigenes Büro, in dem ich meinen All-tag sehr flexibel gestalten kann, auch einen relativ hohen Grad an all-täglicher Selbstbestimmung.

In den letzten 6 Monaten habe ich allerdings festgestellt, daß ich mehr Freiheit brauche in der Arbeits-zeit und zwar mehr geistige Freiheit, also selber bestimmen können, wo es konzeptionell hingeht, bestimmen können, womit ich meine Zeit verbringe, und daß ich sie für mich möglichst sinnvoll ausfülle. Davon erhoffe ich mir dann eine positivere Einstellung zur Arbeits-zeit - wobei ich auch einfach meine Einstellung ändern könnte. Dann, so denke ich jedoch, würden sich auch meine Prinzipien darüber ändern, was ich als sinnvoll erachte??

Gerade in den letzten 6 Monaten hat sich bei mir auch im privaten Bereich die Bescheidung meiner Freiheit sehr bemerkbar gemacht (durch die Ausländergesetze) - vielleicht ist es mir deshalb überhaupt auch erst im beruflichen Bereich aufgefallen. Jedenfalls habe ich mich jetzt gerade für eine drastische Änderung entschlossen - und bin auf dem Wege, in meiner Arbeits-zeit mehr Dinge zu tun, die ich in meiner Frei-zeit auch tun würde - und die beiden Zeiten so mehr zu vereinen - und am Ende dann mehr Zeit zu haben? Hm. Oder mehr Qualität?

Ich glaube, was ich mir wirklich davon erhoffe sind 2 Dinge - Erstens mehr Freude während meiner ganzen täglichen Zeit - und zweitens mehr Sinn, der am Ende dabei herauskommt, was ich mit dieser Zeit anfange.

Vielen Dank für diese Frage, Kap Horn! Da kann ich noch eine Zeitlang drüber nachdenken und bestimmt auf noch mehr Sinn dabei kommen... Bild Bild


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Ungelesener BeitragVerfasst: 06.10.2009 09:16 
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Ich stelle für mich fest, dass die Unterteilung Frei- und Arbeitszeit bei mir je nach Job unterschiedlich war.

Es gab "Jobs", die ich locker aus der Hüfte geschossen habe. Da hat mich nichts belastet aber auch nichts gefordert. Die habe ich einfach runtergeschrubbt und dafür finanziellen Ausgleich bekommen. Das war o.k. Und danach bin ich voller Genuß in die arbeitsfreie Zeit gesegelt.

Dann gab es die "Jobs", die ich mit nach Hause genommen habe ... wo es offensichtlich mehr Identifikation von meiner Seite her gab. Allerdings nicht so sehr in positiver Hinsicht. Dort habe ich mich über die Maßen verantwortlich gefühlt. Und wenn jemand anderes (i.d.R. mein Chef :down: ) Mist gebaut hatte, habe ich die Probleme mit nach Hause genommen und manchmal nächtelang gewälzt. Mich dann leider auch ... was meinem Gesamtgefühl nicht gerade zuträglich war. Hier hätte ich mir Freizeit gewünscht. Habe mich selbst aber nicht abgeschaltet bekommen. Diese Jobs haben mich Lebensqualität gekostet und ich hoffe, ich werde in solchen Situationen nie wieder verharren.

Dann kam im letzten Jahr der Königsweg in Sachen Arbeit: Eine Arbeit, die mich begeisterte, mich forderte, bei der ich lernen konnte und gleichzeitig mein gesamtes Pfund in die Waagschale werfen konnte. Da habe ich überhaupt keine Freizeit, im Sinne von Auszeit, gebraucht. Es war eine wundervolle bereichernde Zeit. Und dann ... wandelte sich alles. Mangelnde Wertschätzung und Führung durch meinen Chef haben mich immer mehr an meinen Fähigkeiten zweifeln lassen. Da ich ihm nie gut genug sein konnte, fing ich an, mich selber abzuwerten. Die Arbeit, die mich gerade noch so erfüllt hatte und die mich jeden Morgen voller Vorfreude auf den Tag aus dem Bett hüpfen ließ, wurde bleischwer. Ich musste mich über mich getäuscht haben ... Wenn mein Chef unzufrieden mit mir war, ich aber gleichzeitig voller Freude über meine Fähigkeiten und dass ich sie endlich an der "richtigen Stelle" zeigen durfte und damit das Leben anderer Menschen bereicherte, konnte ja mit MEINER Wahrnehmung etwas nicht stimmen. Ein alte eingefahrene Schiene aus Kindheitstagen wurde flugst reaktiviert und mein Selbstvertrauen sank in den Keller. JETZT hätte ich dringend Freizeit gebraucht, um mich auf mich zu besinnen und zu meiner Kraft zurück zu finden! Aber JETZT meinte ich, mir die Freiheit und Freizeit nicht erlauben zu können, weil ich ständig glaubte, von meinem Chef mit Argusaugen überwacht und kontrolliert zu werden (was sich ja dann auch als zutreffend herausstellte). So habe ich manchmal schon vor dem Aufstehen gearbeitet und auch noch, wenn andere längst in der Heia lagen. Nur leider nicht mehr effizient. Mein Bestes war nicht das, was gewünscht war ... denn es generierte keine offensichtlichen Einnahmen, sondern war in den Augen des Chefs sogar als reine Ausgabe zu verbuchen.

"Du bringst nichts" war ein Schild, dass mir an die Stirn getackert wurde und alle Versuche, meinen Wert in des Chefs Augen zu erhöhen vergeblich.

Ich habe meine Arbeit letztendlich nur noch mit Angst getan. Und ich bedauere sehr, dass ich nicht früher gemerkt habe, wes Geistes Kind mein Arbeitgeber war. Auch hier hoffe ich, dass ich in die Guter-Mensch-Falle nicht wieder tappen werde. Nein. Ich werde mich sicherlich nicht wieder auf Arbeitsbeziehungen einlassen, bei denen Wasser gepredigt und Wein getrunken wird. Denn der Preis, den ich dafür gezahlt habe, dass ich pekuniär gut gestellt war, war definitiv zu hoch.

_________________
Ich bin, wie ich bin. Die einen kennen mich, die anderen können mich. Bild ... (Konrad Adenauer gemopst)


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