Die Bank unter der Linde!

Eine Bank, keine Wände aber ein grünes Dach über dem Kopf. Hier genießt das Leben freie Sicht. Es ist nicht nur ein Platz für Lebensfreude, hier kann das Leben selbst Platz nehmen, sowohl in der Sonne als auch im Schatten...einer Linde.
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Ungelesener BeitragVerfasst: 18.08.2009 21:50 
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Liebe Aurelia,

Wie stehen denn bei Euch die Möglichkeiten, Deine Mutter im eigenen Haus pflegen zu lassen, wenn es denn nötig würde?

Ich habe Jahre lang in diversen Altenheimen und ambulanten Pflegediensten gearbeitet und habe immer wieder festgestellt, wie schlimm es für einen alten Menschen sein kann, aus der ihm vertrauten Umgebung "rausgerissen" zu werden.

Oft geht damit auch ein gutes Stück Lebensfreude mit verloren und es kann passieren, dass die Demenz schlimmer wird, oder die Person ganz apathisch wird.

Wenn Du die Möglichkeit hast, würde ich Dir raten, Deine Mutter in ihrem Haus wohnen zu lassen und wenn nötig eine Pflegekraft einzustellen.

In Frankreich hat sich die ambulante Pflege so gut entwickelt, dass es sogar finanziell günstiger ist, den Menschen zu Hause pflegen zu lassen, als ihn in einem Heim unterzubringen. In de meisten Fällen wird die Pflege sogar von der Krankenkasse übernommen.

Allerdings weiss ich nicht, ob das in Deutschland genauso ist.

Ich wünsche Dir viel Kraft, und dass Du die beste Lösung für Dich und Deine Mutter findest.

Liebe Grüsse vom Gretchen

_________________
Das Leben ist wie ein Gleichungssystem: Es gibt unendlich viele Lösungen!
When I walk into a room, I know that everyone in it love me. I just don't expect them to realize it yet (Byron Katie)
Mais Où J'ai Mis Les Pieds???----Doulce Compagnie


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Ungelesener BeitragVerfasst: 19.08.2009 08:00 
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Guten Morgen liebe Aurelia,

inhaltlich kann ich nichts zu Deinem Thema beitragen, da mein Erfahrungssack bis jetzt dahingehend leer geblieben ist.

Es ist mir jedoch ein Bedürfnis, dieses Sträußlein für Dich hier zu lassen.

Bild

Ich wünsche Dir viel Kraft, aber auch Geduld auf diesem Weg.

... ich denke an Dich ... Du bist eine ganz wunderbare Frau.

Alles Liebe für Dich.

Herzlichst,
Wilson

_________________
Comparison is the thief of joy. (Theodore Roosevelt)


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Ungelesener BeitragVerfasst: 19.08.2009 09:05 
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Hallo Aurelia,

ich bin bei dem Thema etwas vorbelastet, da ich seid vielen Jahren das Tauziehen um meine Großeltern am Rande mitbekomme und so vieles davon einfach nicht verstehen kann.

Bei meinen Großeltern sah ich zum Beispiel eine starke Fremdgefährdung da sie immer weiter Auto fuhren, meine Mutter und ihre Geschwister haben da lange mehrere Augen zugedrückt.
Als Kind so schien es mir und scheint es auch immer noch, denn das Tauziehen ist längst nicht vorbei, trägt man eine starke Bürde wenn man schon zu einem gewissen grad die Verantwortung für die Eltern hat, aber eigentlich nie genau weiß wie viel Verantwortung das wirklich ist.
Ich finds bedrückend auf der einen Seite mit der Trauer um die schwindenden Kräfte der Eltern umgehen zu müssen und auf der anderen Seite den inneren Konflikt aus zu fechten:
Wie gehe ich mit ihnen um?
Wieviel Lebensqualität kann ich ihnen bieten?
Wie viel Raum darf die Lebenssicherung der Lebensqualität streitig machen?
und so vieles mehr

Also ich beneide dich wirklich nicht, ich werd ganz traurig bei solchen Gedanken. Für viele bedeutet das ja auch, den Eltern zum Teil das zu geben was man selbst von ihnen nicht bekommen sich aber so sehr gewünscht hat. Ich glaube wenn ich mir überlegen würde wie ich meiner Mutter größtmögliches Mitbestimmungsrecht geben kann und sie in ihren Wünschen doch zumindest immer Respektiere würde ich erstmal in Tränen ausbrechen. Mensch wie gern hätt ich das von Kind als ihr gehabt. Umso schlimmer stelle ich es mir vor, diese Rechte dann von Jahr zu Jahr immer weiter einzuschränken, na aus den Respekt vor den Wünschen natürlich.

Eins noch, in meinem etwas unsortieren Beitrag hier...
Das verbleiben an Ort und stelle würde ich persönlich ziemlich weit unten auf der Prioritätenliste ansetzen. Einerseits, weil gewohnte Umgebung vieles auch verdeckt. Orientierungsprobleme zum Beispiel. Sie sind wenn ein mensch noch raus geht wichtig zu erkennen, wird die Person aber Hauptsächlich in ihrem alt geweohnten Umfeld gesehen, kann das ins Auge gehen.
Und andererseits, weil sich das Leben nicht aufhört zu verändern nur weil wir Menschen alt werden. Das mag aus mancher Sichtweise heraus grausam sein, aber wenn ein Mensch es nicht mehr schafft sich anzupasen, an seine Fähigkeiten, ist das auch ein starkes Indiz für die Fähigkeit zur Eigenverantwortlichkeit.

Liebe, nun gehetzte weil ich mich fast verspäte, Grüße,
Teresa

_________________
Leben ist keine exakte Wissenschaft.


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Ungelesener BeitragVerfasst: 19.08.2009 10:17 
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Ihr Lieben .... Ihr wisst gar nicht, wie mir Eure Worte gut tun. Habt vielen, vielen Dank.

Liebe sunshine, Danke für Deine Einblicke in Dein Erfahrungschatzkistchen mit dem Umgang Deiner Großmutter. Ja - ich nehme Deinen liebevollen Wunsch für ein gutes Händchen dankend an. Und das Problem mit der Bösartigkeit, dem Misstrauen ... das hatten wir schonmal vor einiger Zeit. Derzeit ist es nicht so stark, sie bekommt Tabletten, die da wohl hilfreich sind. Doch wie lange Chemie hilft - ich weiß es nicht.

Liebe gretchen,
ich weiß um ihren Wunsch nach Betreuung durch uns (mich). Sie wird dann im Falle des Falles zu uns kommen. Da hat sie unsere Fürsorge und die körperliche Betreuung wird eingekauft. Damit kann sie derzeit gut umgehen. Wann der tatsächliche Moment ist, wo ich sagen muss - hier in Deinem Haus geht das nicht mehr ... den werde ich erfühlen und MUSS mir trauen, dass ich ihn gut finde. Ihr Häuschen ist für Pflege gänzlich ungeeignet, da sehr steile gewundene Treppen usw.
Danke auch Dir, liebes gretchen, für Worte einer 'professionellen Pflegekraft' - ich nehme sie mir zu Herzen.

Liebe wilson,
sei einfach nur dankbar umarmt für den schönen Strauß und Deine liebevollen Worte. *gerührtbin*

Liebe Teresa,
Danke für Dein Einfühlen in die Situation. Ja - den Snip zu schaffen von Tochter, die selten ihre Bedürfnisse nach bedingungsloser Liebe erfüllt bekam, statt dessen mit viel Gewalt usw. erzogen wurde, das bedarf ein ständiges reflektieren, welche Rolle ich JETZT gerade inne habe. Du hast das so gut auf den Punkt gebracht. Einfach Danke.

Euch allen - lieben Dank für Eure Aufmerksamkeit ... ich habe nun viel zu denken, viele Aspekte - die mir bei der Aufgabe helfen können. Und Eure Wertschätzung ist auch wie eine warme Decke, in die ich mich einkuschle, wenn das Leben 'kalt' wird.

Liebe Grüße. Aurelia.


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Ungelesener BeitragVerfasst: 19.08.2009 10:35 
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...auch wenn ich grad' etwas Schneckentempomäßig unterwegs bin...

*kleines Schnipselchen reinreich*

...ich wünsche Dir Mut, Deinem Aurelia-Herzen völlig zu vertrauen
und

...aus ihm heraus zu handeln
...oder nicht zu handeln

...immer im Vertrauen, dass es genauso 'richtig' ist...
...weil alles, was Du tust, genau DAS BESTE ist, was Du jetzt tun kannst...

Auf dass Du Dich damit/dabei 'getragen' fühlen mögest...

Von Herzen,
Mokka


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Ungelesener BeitragVerfasst: 19.08.2009 12:18 
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Liebe, herzliche Mokka,

Dein Tempo ist grad richtig für mich. Eile führt zu unüberlegten Handlungen bei dem ganzen emotionalen Gewusel.

Danke von Herzen für die Stärkung. Ja - genau DA liegt das Häschen in der Grube.
Bei mir und meinem Vertrauen in mich ...

Ein herzlicher Gruß an die Mokka im wunderbaren Schneckentempo. Wie schrieb doch gleich gestern Abend eine wunderbare Frau an mich: das Schneckentempo ist stetig und führt auch zum Ziel (ist jetzt nicht wortgetreu, aber inhaltlich so gemeint).

Also - lass uns dieses Tempo wählen, dann kommt das Herz auch mit.

Herzlich. Aurelia.


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Ungelesener BeitragVerfasst: 19.08.2009 13:32 
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...schön... da freu ich mich, dass es für Dich 'passt'...

...wenn Dir das Bild der Schnecke gerade nahe-gelegen ist, dann macht Dir das hier vielleicht auch Freude...


Die Schnecke bringt die Kraft der Erde und des Wassers, die alte Weisheit und die Medizin der Spirale. Sie empfiehlt dir, dich ganz langsam in spiralförmigen Kreisen zurückzuziehen.


Je mehr du nach innen gehst, desto mehr gelangst du in deine Mitte. Dort konzentrieren sich deine Kräfte auf einen Punkt.

Hier kannst du Altes loslassen und Neues empfangen,bevor du dich langsam wieder nach außen drehst.


Das weibliche Mysterium der Spirale ist sehr alt, und man findet es überall auf der Welt.

Die Spirale lehrt: Alles wechselt sich ab, und damit du lernst, mit der Welt zu tanzen, folge ihrer Bewegung. Mal innen, mal außen, einatmen, ausatmen, mal in der Welt, mal in dir selbst, mal wachend und mal schlafend.




[RIGHT]- Aus 'Krafttiere begleiten DeinLeben' von Jeanne Ruland -[/RIGHT]
Grüßle!
Mokka


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Ungelesener BeitragVerfasst: 19.08.2009 15:13 
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Zitat:
Eine Pflegekraft sieht die Patientin vor sich und hat den emotionalen Abstand (bitte nicht zu verwechseln mit Gleichgültigkeit!), freundlich aber konsequent die von Mama/Oma unerwünschten aber erforderlichen Tätigkeiten (Körperpflege, Ernährung, ...) durch zu ziehen. Als Angehöriger fällt es einem sehr schwer - bis man dann möglicherweise irgendwann "platzt" und grober als nötig reagiert.


Vor allem ist eine Pflegekraft mit dem alten Menschen nicht emotional verstrickt, durch ein gemeinsames Leben, in dem Dinge schief gelaufen sind und bislang nicht geklärt wurden.
Die Pflegekraft erwartet nicht (endlich!) nachgetragene Wertschätzung, Gegenliebe u.ä., die bekommt ihr Gehalt.
Und weil sie nicht verstrickt ist, fällt sie nicht auf Spielchen rein, die in der betreffenden Familie laufen (Erpressungen, Manipulationen usw.) - sie sieht deutlicher, was die Tatsachen sind.

Als meine nicht-demente Mutter ins Altersheim kam (was sie natürlich partout nicht wollte), lebte sie ein Stückchen auf, weil sie wieder mehr Ansprache und Kontakte erlebte, es genoß, im Speisesaal zu sitzen...sie hatte die letzten Jahre gehunfähig auf uns Kinder wartend in ihrer Wohnung verbracht.
Sie sagte damals wörtlich: "Hier ist man doch wieder wer!"
Sie war ein Niemand geworden durch das Alleinsein, es gab keinen außer uns Genervte, der sie noch spiegelte.
Sie achtete auch wieder mehr auf ihr Äußeres, denn sie wurde ja "gesehen".

Genervt war sie letztendlich davon, dass es zu wenige Nicht-Demente dort gab, mit denen sie sich hätte unterhalten können...und das ist so, weil fast alle erst auf den letzten Drücker ins Heim gehen, wenn ihre Kinder wirklich nicht mehr können, statt dann einzufahren, wenn sie die neue Geselligkeit in einem rollstuhl- und rollatorgängigen Haus noch genießen könnten.

Ich meine jetzt nicht dich, Aurelia, aber: professionelle Pflege kann viel besser sein als genervte, schuldbewußte oder pflichtschuldige Pflege durch Kinder, die möglicherweise auch noch miese Kindheitserinnerungen haben und unbewußt unauffällig "heimzahlen", dass sie ja in ihrer Kindheit auch keine Liebe oder nicht genug bekommen haben (Input-Output-Prinzip). Dann lieber ein Heim zahlen, das ist anständiger.

Ein paar hilfreiche Ratgeber

_________________
Denken hilft, aber es nützt nichts.


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Ungelesener BeitragVerfasst: 19.08.2009 15:59 
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Für mich haben BV's Worte viel Wahrheit - zumindest bezogen auf "normale" Menschen. Hier "bei uns" finden sich aber für mich Menschen, die aus einem anderen Bewusstsein heruas handeln.

Zitat:

Eine Mutter zuerleben, die wie ein kleines Kind um sich schlägt (verbal, sie wirddann unverschämt und ungerecht) boah ... das war beim ersten Mal heftig.



Das erinnert mich an meine Jugend - mitknapp 14 habe ich meine demente Oma gepflegt, weil ich die einzige Person war, auf die sie nicht losgegangen ist. Meine Mutter musste damals ganz schön leiden und ich glaube, da ist ein großer Teil des tiefen Bruchs zwischen uns entstanden - IHRE Mutter hat mich akzeptiert, auf mich gehört und SIE beschimpft.... Leider fehlt meiner Mutter bis heute wohl die Fähigkeit, mal Abstand von der eigenen Sichtweise und Emotion zu nehmen...

Aurelchen - ich bin ganz sicher dass du das richtige zur richtigen Zeit tun wirst.
Und wenn deine Mutter ins Kind-Ich fällt - ist es glaube ich das beste mit dem reinen Erwachsenen Ich zu antworten und zu agieren.

Ganz viel Liebe und Wärme Bild


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Ungelesener BeitragVerfasst: 19.08.2009 16:36 
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völlig OT und dennoch: Danke, liebe Mokka. Die Bedeutung der Schnecke als Krafttier hat gerade verschiedene Puzzleteile in mir zusammengesetzt *ganz berührt bin*


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