Die Bank unter der Linde!

Eine Bank, keine Wände aber ein grünes Dach über dem Kopf. Hier genießt das Leben freie Sicht. Es ist nicht nur ein Platz für Lebensfreude, hier kann das Leben selbst Platz nehmen, sowohl in der Sonne als auch im Schatten...einer Linde.
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Ungelesener BeitragVerfasst: 02.08.2009 12:40 
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Mittlerweile stehe ich vor einem altbekannten Problem.

Ich wünsche mir mehr. Mehr Interesse, mehr Kontakt, mehr für einander da sein, mehr Geborgenheit, mehr von dieser Person mich betreffend. Ich hätte gern das Gefühl dass ich ihm etwas bedeute, dass ich ihn interessieren.

Und meine Reaktion darauf ist der eigentlich begrabene Hund:
Ich überlege hin und her was ich mache, überlege wie er wohl auf das eine oder andere reagiert. Eigentlich will ich ihn machen das er....
Ichwill:
es ihm 100%ig Recht machen
ja nichts falsches sagen oder tun
vorrausahnen was er denkt und will um schon entsprechend handeln zu können....

Das ist mir nicht unbekannt, ich verliere mich dauernd in diesen Verhaltensweisen. :(

*seufz*
Kenne das vielleicht einige von euch, es euren Vätern Recht machen zu wollen um irgendwas zu bekommen, das ihr nie hattet?
Grüße,
Teresa

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Ungelesener BeitragVerfasst: 02.08.2009 14:11 
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Zitat:

Kenne das vielleicht einige von euch, es euren Vätern Recht machen zu wollen um irgendwas zu bekommen, das ihr nie hattet?


Dieses "Wohlverhalten", es allen Recht machen, für Harmonie sorgen, kenne ich sehr gut aus meiner ersten Ehe, da eben mit dem Partner - ich hatte mir einen Partner ausgesucht, der oft nicht da war, wenn ich ihn brauchte. So wie der Vater, der einfach physisch nicht mehr da sein konnte.

Ich musste erst krank werden, um aus dem Keislauf rauszukommen und mit Hilfe von Therapie natürlich!
Nicht sofort, aber später zerbrach die Ehe, - ich war nicht mehr die Frau, die er geheiratet hat.


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Ungelesener BeitragVerfasst: 02.08.2009 14:12 
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@Teresa -
Ich habe den Eindruck, dass du befürchtest, deinen Vater und sein freundliches Entgegenkommen wieder zu "verjagen", wenn du jetzt mit Wünschen und Bedürfnissen ankommst - dass er sagen könnte, kaum gebe er dir den kleinen Finger (ein ausgefülltes Formular, einen nicht unfreundlichen Brief, die Aussage, dir jederzeit helfen zu wollen außer mit Geld), da wollest du schon den ganzen Arm (Liebe, Wärme, Geborgenheit...+Vater-Gesamtpaket)

Und jetzt suchst du nach einer Möglichkeit, deine Wünsche und Bedürfnisse zu formulieren, ohne sofort völlig anspruchsvoll und drängelig und fordernd zu wirken?

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Ungelesener BeitragVerfasst: 02.08.2009 14:37 
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Ich glaube schon das diese Angst dahinter steckt, BlaueVase. Aber ich will nicht nach Möglichkeit einer suchen das so zu formulieren dass es "passt". Ich hab davon die Schnauze gestrichen voll. Es kotzt mich regelrecht an, immer nach dem Strohhalm zu greifen durch den"mal nix schlimmes" passiert.

@Mandy
Ich finde das soooo bitter: "Nicht mehr die Frau, die er geheiratet hat"
Das erinnert mich an meine Mutter die mir irgendwann sagte ich sei nicht mehr ihre Tochter, als ich aufhörte es ihr Recht machen zu wollen.
Da hat man sich all die Jahre für die Leute verstellt und zum Dank wird man wenn man authentischer wird nicht mehr "wiedererkannt". *seufz*


Lieben Gruß euch beiden,
Teresa

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Ungelesener BeitragVerfasst: 02.08.2009 15:25 
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Zitat:
Da hat man sich all die Jahre für die Leute verstellt und zum Dank wird man wenn man authentischer wird nicht mehr "wiedererkannt". *seufz*

Das ist laut Watzlawick eine alte Therapeutenerfahrung: je gesünder ein Patient während der Therapie wird, desto vehementer behauptet die Familie, er werde durch die Therapie ja immer noch kränker.
Weil Familie so ein System ist, in dem sich keiner ändern kann, ohne dass sich die anderen mit-ändern müssen; sie versuchen dann, das schwächste Glied iin den Alt-Zustand zurück zu scheuchen, um sich selbst nicht bewegen zu müssen.

*alle schütteln könnte*

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Ungelesener BeitragVerfasst: 03.08.2009 09:24 
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Jawoll, Blaue Vase! So ist es!


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Ungelesener BeitragVerfasst: 03.08.2009 09:36 
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BlaueVase hat geschrieben:
Zitat:
Da hat man sich all die Jahre für die Leute verstellt und zum Dank wird man wenn man authentischer wird nicht mehr "wiedererkannt". *seufz*

Das ist laut Watzlawick eine alte Therapeutenerfahrung: je gesünder ein Patient während der Therapie wird, desto vehementer behauptet die Familie, er werde durch die Therapie ja immer noch kränker.
Weil Familie so ein System ist, in dem sich keiner ändern kann, ohne dass sich die anderen mit-ändern müssen; sie versuchen dann, das schwächste Glied iin den Alt-Zustand zurück zu scheuchen, um sich selbst nicht bewegen zu müssen.

*alle schütteln könnte*


Einerseits finde ich es so schäbbig dass es dafür auch noch eine sinnnvolle Erklärung gibt und ich verdräng sie deswegen öfter. Andererseits leuchtet sie mir ein und stimmt mich Milde. Da komme ich wieder zurück auf den Spruch: "Dinge passieren einfach und damit hat sichs!" denn mit "Schuld" kommt man hier ja nicht weit, es ist einfach ein Teil des Lebens.

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Ungelesener BeitragVerfasst: 03.08.2009 09:57 
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Teresa - ich wollte dich gewiß nicht "abwimmeln"!

Mir geht es so: wenn ich um so einen Mechanismus weiß, kann ich das besser einsortieren und auch voraus-ahnen, und es nimmt mir das "Ich bin verkehrt"-Gefühl - deshalb hielt ich den Hinweis für hilfreich.

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Ungelesener BeitragVerfasst: 03.08.2009 10:19 
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Ich hab mich gar nicht abgewimmelt gefühlt, gewiss nicht. Erst Recht nicht von dir. Ich weiß wie ähnlich wir uns da sind. Wir beide ackern uns durch diese Gefühle des "nicht richtig" seins und wir beide behelfen uns oft in dem wir uns klar machen, dass das was uns widerfahren ist nicht wirklich uns meinte, sondern Mechanismen sind die entstehen können wenn Menschen unter solchen Umständen zusammen leben.
Das hilft ja auch.
Aktuell, wie ich dir gerade anderorts berichtet habe, stecke ich in einem Gefühlschaos, aber dich meint das nicht, wenn ich gnatzig reagieren sollte. Im gegenteil, ich bin froh zu wissen das du mir so oft mit Rat zur Seite stehst.

lieben Gruß,
Teresa

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Ungelesener BeitragVerfasst: 27.09.2009 08:55 
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Weil es hier irgendwie mit rein passt, möchte ich einen Text her kopieren den ich gerade in einem anderen Forum.

Zitat:
Letzte Nacht haben mich meine geballten Mutmaßungen aus der Zeit als mein Vater verschwand nachts eingeholt.

Der Traum fing bei mir zu Hause an, es waren viele Menschen da, meine BTA-Klasse, meine Mutter eine geladene Freund. Mein Klassenlehrer, bei dem ich letzte Woche zwei Klausuren schrieb, war auch zugegen und verkündete er wolle die Zoologieklausuren verteilen. Ich war guter Dinge, ich wusste ja, ich hatte meine Sache relativ gut gemacht. Doch dann kam der Schock, eine 5. Ich war am Boden zerstört. Die ganze Arbeit war mit fiesen Kommentaren übersehen und als ich mein erstaunen zum Ausdruck brachte bekam ich vom Lehrer nur ablehndes, fast schon bösartiges zu hören.
Der Traum verlief auf diese Art weiter, mein Schock, obwohl ich dachte alles sei okay so schlecht gewesen zu sein und dann die Erkenntnis, er hasst mich. Er hat sogar Aufgaben die ich richtig beantwortet habe am Ende zur Note nicht dazu gezählt. Darauf angesprochen meinte er, ich hätte das alles eh von einem Blatt gelernt und schien das nicht gut genug zu finden. Er war nicht bereit meine Leistung anzuerkennen und blieb dabei das ich eine 5 bekomme und ihm aus den Augen gehen solle.
Ich war wirklich am Boden zerstört.

Ich wachte auf und weinte erstmal fürchterlich. Ich hab gespürt was ich sonst nur erahnt habe. Ich habe den Weggang meines Vaters als Strafe empfunden, als Strafe bei der ich nicht erfahren konnte wofür ich sie bekommen habe und auch keine Rechtfertigung möglich war. Das tut sehr weh.
Im Traum habe ich meinen Klassenlehrer um Aufklärung gebeten, in Real habe ich meinen Vater damals immer wieder angerufen doch er legte sofort auf, die totale Ablehnung für mich. Das hat sich so sehr eingebrannt, dass ich noch heute in Streitsituationen sehr große Angst habe mein lieb gewonnenes Gegenüber darauf anzusprechen, einfach aus Angst vor diesem schrecklichen Schmerz.
Zwischen mir und meinem Vater hat etwas ganz großes gestanden, meine Vermutung eine Strafe zu bekommen für etwas von dem ich nicht weiß was es ist und mit seiner Entscheidung den Kontakt völlig abzubrechen und der Entscheidung meiner Mutter mich heimlich ans Telefon zu holen so das er sofort auflegen konnte als er hörte das ich da war, haben die beiden mir sozusagen den Rest gegeben.



Einerseits denke ich, dass er das wissen sollte. Andererseits, was sollte er schon sagen? Und will ich mich dem nochmal aussetzen, ihn auf meinen Kummer anzusprechen und wieder abgewimmelt zu werden?
Ich denke, es läuft zu erst mal darauf hinaus, dass ich meiner Einschätzung: "Es war keine Strafe, und ich habe nichts getan womit ich das verdient hätte und es hat auch nichts gegeben womit ich diesen riesigen Irrtum hätte klar stellen können!" mehr Gewicht in mir gebe als diesen Stimmen von früher. Dabei bin ich schon auf einem guten Weg.

Teresa
P.s.: Die Situation als ich erfuhr/begriff das mein Vater nicht wiederkommt war eine ähnliche wie in dem Traum. Mein Großonkel war gestorben und wir hatten jede Menge Familienbesuch, die Wohnung war voll und ich fiel und fiel und fiel...

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