Die Bank unter der Linde!

Eine Bank, keine Wände aber ein grünes Dach über dem Kopf. Hier genießt das Leben freie Sicht. Es ist nicht nur ein Platz für Lebensfreude, hier kann das Leben selbst Platz nehmen, sowohl in der Sonne als auch im Schatten...einer Linde.
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 Betreff des Beitrags: Reden mit Vätern
Ungelesener BeitragVerfasst: 24.07.2009 06:29 
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Mich interessiert wie ihr mit euren Vätern sprecht. Mögt ihr mir darübner was erzählen.

Wann redet ihr miteinander? Wenns sich ergibt, wenns sein muss, wann immer es geht?
Worüber? Das notwendige, alles mögliche?

Wie ist euer Verhältnis zu euren Vätern?

Danke im voraus!
Teresa
P.s.: Mein Vater hat mich verlassen als ich 6 war und it jeglichen Kontakt untersagt, ich überlege gerade ihm einen Brief zu schreiben weil das Amt ihn bald wegen mir ansprechen wird.

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Ungelesener BeitragVerfasst: 24.07.2009 10:13 
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Liebe Teresa,

ich habe ein sehr inniges Verhältnis zu meinem Vater, mehr als zu meiner Mutter. Ich bin ein Papa Kind. Mein Vater weiß wie es mir geht, er weiß teilweise was ich denke, wie ich in bestimmten Situationen handeln würde, wir verstehen und oft ohne Worte. Ich fetze mich auch mit ihm, ist nicht nur alles Fried, Freude, Eierkuchen. Wenn ich jemandem zum reden brauche, wenn es mir schlecht geht, dann ist es mein Vater.
Was mich etwas wütend macht, ist die Tatsache, dass er mich teilweise noch als seine kleine Tochter sieht, mich beschützen muss vor irgendwelchen Dingen, die mir nicht gut tun könnten. Er muss mich Dinge tausend mal und wie für kleine Kinder erklären. Das ist so ein Hauptthema bei uns wo die Fetzen mal fliegen könnten.
Ich halte es für eine gute Idee deinem Vater einen Brief zu schreiben, erwarte dir aber bitte nicht zu viel, du weißt denke ich, wie ich das meine.

Herzlichst,
Filu

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"Wenn das Leben dir Zitronen gibt, mach Limonade draus".


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Ungelesener BeitragVerfasst: 24.07.2009 11:13 
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Mmmh, gute Frage. Ich bin vermutlich noch im Abnabelungsprozess - oder Annäherungsprozess? *grübel* Wir sehen uns alle paar Monate, telefonieren alle wenigen Wochen, mailen alle paar Tage, meistens sucht er den Kontakt, ich eigentlich nur, wenn ich was klären muss oder mir aufgrund einer längeren Pause/Situation Sorgen mache. So richtig glücklich bin ich mit den Inhalten nicht. Ein Großteil besteht aus seinen Erzählung zum Thema Geschichte oder aktueller Politik (letzteres meistens Schwarzmalerei), das lasse ich einfach passieren oder werde bissig, wenn es mir zuviel wird. Er erzählt auch über Erlebnisse mit Freunden, Arztgeschichten... Ansonsten fragt er oder ich erzähle von meinem Alltag, was er halt so nachvollziehen kann: Ärger mit dem Chef, Entwicklungen in der Firma, Malprojekte, Reisevorbereitungen, Wohnungsgestaltung, Bücher... Ich versuche herauszufinden, wie es ihm wirklich geht (diverse Krankheiten und Sorgen) und ob er da Unterstützung brauchen kann. Manchmal versuche ich auch das Gespräch auf früher zu lenken, dass er mir von seinem Werdegang erzählt, seiner Weltreise, wie er meine Mutter kennengelernt hat, die Nachkriegszeit...
Einerseits sind wir uns nah (er ist sehr introvertiert, hat keine echten Freunde aus meiner Sicht), ich decke vermutlich einen Bereich ab, den meine Mutter nicht abdecken kann. Andererseits ist er eben sehr zurückgezogen, d. h. intensive Gespräche über persönliche Themen, wie ich sie etwa mit guten Freunden habe, sind extrem selten - vor allem, da er auch sehr konservativ ist. Manchmal fühle ich mich beäugt wie ein Wesen vom Mars, aber er lässt mich halbwegs stehen, da ist das ok. :-)


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Ungelesener BeitragVerfasst: 24.07.2009 11:43 
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Hej Teresa,

ich habe zu meinem Vater ein sehr "emotionsloses" Verhältnis. Worüber wir miteinander sprechen sind eigentlich nur sachliche Themen. Wenn wir telefonieren (was selten vorkommt, meist sprech ich nur mit meiner Mutter) geht es eigentlich nur darum, dass er mir "nur mal kurz was mitteilen wollte". Über Gefühle konnte ich mit ihm noch nie reden, und wenn ich es mal versucht habe, hat er irgendwie hilflos reagiert und ist schnell zu einem anderen Thema übergegangen.
Allerdings hab ich mit meiner Mutter in der Hinsicht auch nie eine super Gesprächspartnerin gehabt. Wenn es mir als Kind mal schlecht ging, hat sie mich zwar in den Arm genommen und getröstet, aber wirklich verstanden hat sie mich nie.

Reden, diskutieren und über Gefühle reden, für all das gab und gibt es in meiner Familie keinen Platz, das geht für mich nur mit Freunden.
Ich finde das sehr schade, wüsste aber auch nicht, wie ich es ändern könnte ... Bild


Wenn du deinen Vater in so jungen Jahren schon `verloren´ hast, kennst du ihn wahrscheinlich auch kaum. Da stell ich es mir natürlich schwer vor, den Kontakt neu herzustellen. Vielleciht wär es wirklich das beste, wie filu schon schrieb, ihm zunächst mal einen Brief zu schreiben, dabei gibst du ihm Zeit, zu reagieren und überrumpelst ihn nicht - ihr habt euch schließlich eine Ewigkeit nicht gesehen und er rechnet wahrscheinlich auch nicht mit deiner Kontaktaufnahme. Wer weiß schon, wie er reagieren wird? Freut er sich, ärgert es ihn oder hat er womöglich schon darauf gewartet und sich selber nur nicht getraut, weil er ein schlechtes Gewissen hat? Mit allem musst du rechnen, aber wenn du es nicht versuchst, wirst du es auch nicht herausfinden ... Nur Mut!


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Ungelesener BeitragVerfasst: 24.07.2009 12:49 
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liebe teresa,

ich würde auch heute noch einiges dafür geben, mit meinem vater reden zu können. er verstarb 1973, als ich 10 jahre alt war.

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winston churchill


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Ungelesener BeitragVerfasst: 24.07.2009 13:33 
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Liebe Heidi,

ein Stück weit kann ich das nachvollziehen. Denn ich wollte mit meinem "Papa" reden, ich war ein Papakind bis er eines Tages ohne Vorwarnung ging und nicht wiederkam. Was ich mir damals alles erhofft habe wenn ich auch nur seine Lieblingsautomarke bei uns in der Straße gesehen habe tut fast schon zu weh ums aufzuschreiben.
Aber er war ja nicht tot. Ich hab ihn ja am Telefon gehört bis er auflegte, weil er mich gehört hat.

Ich weiß nicht ob ich mir das nochmal antun will. Ich weiß nicht ob ich das nochmal ertrage.

Lieben Gruß,
Teresa

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Ungelesener BeitragVerfasst: 24.07.2009 13:41 
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Hallo Skogsvinna
und danke das du mir diesen Einblick gewährst, das hilft mir unheimlich meine Gedanken und Gefühle zu erkennen und zu sortieren. Das gilt natürlich auch für die anderen! Ich bin euch sehr dankbar.

Letztendlich hast du zwar ein Verhältnis zu deinem Vater, aber wenn ich das richtig verstehe fehlt dir eine Ebene, die der Gefühle wo diese ausgetauscht, anerkannt und geschätzt werden. Dadurch das ich, mit meinem Bruder, allein auf weiter Flur war mit dieser "tragischen" Geschichte war - ohja, Mitleid habe ich eine Menge bekommen, gepaart mit Koptätschern, eiligem Themenwechsel und schnellem weggehen - muss ich das ganze erstmal ins rechte Licht rücken und erkennen dass meine Wünsche auch den üblichen Wünschen entsprechen. Das so auch Kinder denken, die ihre Väter zu Hause hatten. Das mag jetzt erstmal wirr klingen, aber für mich ist alles was ich mir von meinem Vater wünsche eine Art Fehler bei mir - ich habe kein Recht etwas von ihm zu wünschen. (Dabei sind meine Wünsche so persönlich dass ich da doch alles darf, eine Forderung wäre wierdrum nicht okay...)

Sicher weiß niemand wie er reagieren wird. Eine meiner Befürchtungen ist das er reagiert wie ich mich meine zu erinnern und wie er mir erzählt wurde. Laut polternd, dafür bin ich mir momentan aber zu zart.

Lieben Gruß,
Teresa

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Ungelesener BeitragVerfasst: 24.07.2009 13:43 
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Hallo Nomada,

wenn ihr euch im Abnabelungsprozess befindet stell er dann den auch Forderungen an dich? Oder ist es eher so ein sanft ruhen lassen von deiner Seite und er findet sich damit ab?
Ich finde toll das er dir dein So-Sein lässt, das klingt prima.

Lieben Gruß,
Teresa

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Ungelesener BeitragVerfasst: 24.07.2009 13:49 
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Hallo Filu!

Als Papakind sind deine Schilderungen für mich wichtig. Danke dafür.
Das mit den Erwartungen ist eine ganz schwierige Kiste. Ich erwarte einerseits dieselbe Ablehnung wie ich sie damals empfunden habe. Ehrlich gesagt begleitte die mich jeden Tag meines Lebens und in alle Beziehungen und Kontakten flammt sie immer wieder auf, ich hab das ganze als Fehler an mir abgespeichert und erwarte von anderen "enttarnt" zu werden als jemand den man einfach so, ohne große Verluste verlassen kann. jemand den man nicht braucht und der irgendwie stört.

Lieben Gruß,
Teresa


@all
Ich merke jetzt wo ich dank euch so einen kleinen Einblick habe, dass mir das ganze sehr mystisch vorkommt. Ein bisschen so wie böhmische Dörfer. Dabei ist mir alles durchaus auf die ein oder andere Art und Weise bekannt - im Umgang mit anderen Menschen. Aber Vater - das ist für mich ein unerreichbares, unkontrollierbares (natürlich, aber das will das Kind in mir so nicht haben) Wesen dessen Bedienungsanleitung und Pflegehinweise ich verlegt habe.

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Ungelesener BeitragVerfasst: 24.07.2009 17:16 
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Liebe Teresa,

mein Vater lebt in Frankreich, und ich habe keinen Kontakt zu ihm...

er war mir als Kind viel zu nah, und das hat uns auseinandergebracht,
und Distanz wahren lassen....

manchmal denke ich, ich schreibe ihm einen Brief...
aber dann hab ich die Adresse nicht,
und um ihn zu suchen,
war es mir zu wenig wichtig.... Verdrängung wäre auch ein Wort... aber das will ich mal nicht an den Pranger stellen......
ich habe ein paar Schritte übersprungen,
bin bei Pseudovergebung, naja, bei Vergebung in kleinen Schritten......geblieben... damit ich nicht, *sterbe*...

er hat mich gezeugt,
dafür bin ich herzlich dankbar,
und ich glaube die Distanz, ist hilfreich für mich,

danke dass du dieses Thema ansprichst,
ich könnte ihm, einen Brief schreiben,
den ich gar nicht abschicke.... mit der Post.....
sondern verbrenne und ihn somit abschicke....

booaaaahhh.... vor zwei Wochen,
hätte ich dieses Thema nicht angeklickt....

was für ein Fortschritt...
mich dazu zu äussern....

Recht haben
oder glücklich sein....
diese Frage, diese Antwort, ist hart.... in dieser Sache zu stellen,
aber sie nicht zu beantworten und zu stellen, ist hart zu tragen....
es verhärtet mich, und lässt mich nicht rund fliessen....
behindert meine Inspiration.....
es braucht vielleicht eine Menge Tränen, um das aufzuweichen,
wie ich aber unschwer, an meinem Herz fühlen kann,
ist diese Vergebung nun notwendig...

um ganz zu sein,
will ich diesen *heimlichen* Groll nicht mehr weiter, mit mir tragen.... und werde mich nach dieser Nacht,
damit befassen..... ich habe nämlich fünf Nächte frei..... wow... genau zum richtigen Zeitpunkt....

siehst du Teresa, das meinte ich,
mit sehr hilfreich, sehr Inselbegabt zu sein.... ich danke dir sehr, für dieses Thema....
es hat mich richtig angesprungen....

mit den Vätern reden.....

Cassiopeia


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