Die Bank unter der Linde!

Eine Bank, keine Wände aber ein grünes Dach über dem Kopf. Hier genießt das Leben freie Sicht. Es ist nicht nur ein Platz für Lebensfreude, hier kann das Leben selbst Platz nehmen, sowohl in der Sonne als auch im Schatten...einer Linde.
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 Betreff des Beitrags: Re: Fremde Gedichte
Ungelesener BeitragVerfasst: 08.09.2013 22:40 
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Der Fischer
(Johann Wolfgang von Goethe)

Das Wasser rauscht', das Wasser schwoll,
Ein Fischer saß daran,
Sah nach dem Angel ruhevoll,
Kühl bis ans Herz hinan.
Und wie er sitzt und wie er lauscht,
Teilt sich die Flut empor:
Aus dem bewegten Wasser rauscht
Ein feuchtes Weib hervor.

Sie sang zu ihm, sie sprach zu ihm:
»Was lockst du meine Brut
Mit Menschenwitz und Menschenlist
Hinauf in Todesglut?
Ach wüßtest du, wie's Fischlein ist
So wohlig auf dem Grund,
Du stiegst herunter, wie du bist,
Und würdest erst gesund.

Labt sich die liebe Sonne nicht,
Der Mond sich nicht im Meer?
Kehrt wellenatmend ihr Gesicht
Nicht doppelt schöner her?
Lockt dich der tiefe Himmel nicht,
Das feuchtverklärte Blau?
Lockt dich dein eigen Angesicht
Nicht her in ew'gen Tau?«

Das Wasser rauscht', das Wasser schwoll,
Netzt' ihm den nackten Fuß;
Sein Herz wuchs ihm so sehnsuchtsvoll
Wie bei der Liebsten Gruß.
Sie sprach zu ihm, sie sang zu ihm;
Da war's um ihn geschehn;
Halb zog sie ihn, halb sank er hin
Und ward nicht mehr gesehn.

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 Betreff des Beitrags: Re: Fremde Gedichte
Ungelesener BeitragVerfasst: 12.09.2013 21:41 
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.... anlässlich des Todes von Otto Sander:

www.youtube.com Video From : www.youtube.com

Im Nebel (Hermann Hesse)

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein,
Kein Baum sieht den andern,
Jeder ist allein.

Voll von Freunden war mir die Welt,
Als noch mein Leben licht war;
Nun, da der Nebel fällt,
Ist keiner mehr sichtbar.

Wahrlich, keiner ist weise,
Der nicht das Dunkel kennt,
Das unentrinnbar und leise
Von allen ihn trennt.

Seltsam, Im Nebel zu wandern!
Leben ist Einsamsein.
Kein Mensch kennt den andern,
Jeder ist allein.

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 Betreff des Beitrags: Re: Fremde Gedichte
Ungelesener BeitragVerfasst: 22.09.2013 21:18 
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Ich sei, gewähret mir die Bitte
Auf Eurem Hunde der Dritte.

Goethe

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 Betreff des Beitrags: Re: Fremde Gedichte
Ungelesener BeitragVerfasst: 23.09.2013 10:31 
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Nicht ganz stubenrein ... aber paßt scho ... Opa erzählt wer der Boss ist:

Streit der Organe - Streit der Körperteile

Hier der Youtube-Link (ließ sich nicht einbetten):

http://www.youtube.com/watch?feature=pl ... _stg#t=155

Hier nochmal der Text:

Streit der Organe
=================================
Ein Körper hatte Langeweile,
da stritten sich die Körperteile,
wer wohl der Boss von ihnen sei?

„Ich bin der Boss." Sprach das Gehirn.
„Ich sitz ganz hoch hinter der Stirn.
Ich muss viel denken, muss euch leiten.
Ich bin der Boss wer will´s bestreiten?"

Die Beine sagten halb im Spaße:
„Gib nicht so an du weiche Masse.
Durch uns der Mensch sich fortbewegt.
Ein Mädchenbein den Mann erregt.
Durch uns wirkt der Mensch erst groß.
Wir sind Boss, ist doch was los."

Die Augen funkelten und sprühten.
„Wer wird euch vor Gefahr behüten?
Wenn wir nicht alle wachsam wären?
Uns sollte man zum Boss erklären."

Das Herz, die Nieren und die Lunge,
die Ohren, Nase und die Zunge,
ein Jeder legte schlüssig dar:
„Ich bin der Boss das ist doch klar."

Und auch der Penis reckt sich groß
und sagt ganz keck: „Ich bin der Boss."
„Die Menschheit kann mich nicht vermissen,
denn ich bin nicht nur da zum Pissen."

Bevor man die Debatte schloss,
da furzt der Arsch: „Ich bin der Boss."

Ei wie die Konkurrenten lachten
und bitterböse Späße machten.
Das Arschloch war drauf´s recht verdrossen
und hat sich also gleich verschlossen.

Und dachte konsequent bei sich:
„Die Zeit arbeitet für mich.
Wenn ich mich weigere zu scheißen,
werde ich die Macht wohl an mich reizen."

Schlaff wurden Penis, Arme, Beine.
Die Galle produzierte Steine.
Das Herz das stockte schon bedenklich.
Auch das Gehirn fühlte sich kränklich.

Das Arschloch war nicht zu erweichen.
Lies nur ab und zu ein Fürzchen streichen.
Und schließlich sahen alle ein,
der Boss kann nur das Arschloch sein.

Und die Moral von der Geschicht:
Mit Fleiß und Arbeit schaffst du´s nicht.
Um Boss zu werden genügt allein,
ein Arschloch von Format zu sein.

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 Betreff des Beitrags: Re: Fremde Gedichte
Ungelesener BeitragVerfasst: 06.10.2013 10:39 
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Gruß von Heinrich Heine: "Jung-Katerverein für Poesie-Musik"

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Der philharmonische Katerverein
War auf dem Dache versammelt
Heut nacht - doch nicht aus Sinnenbrunst;
Da ward nicht gebuhlt und gerammelt.

Es paßt kein Sommernachthochzeitstraum,
Es passen nicht Lieder der Minne
Zur Winterjahrzeit, zu Frost und Schnee;
Gefroren war jede Rinne.

Auch hat überhaupt ein neuer Geist
Der Katzenschaft sich bemeistert;
Die Jugend zumal, der Jung-Kater ist
Für höheren Ernst begeistert.

Die alte frivole Generation
Verröchelt; ein neues Bestreben,
Ein Katzenfrühling der Poesie
Regt sich in Kunst und Leben.

Der philharmonische Katerverein,
Er kehrt zur primitiven
Kunstlosen Tonkunst jetzt zurück,
Zum schnauzenwüchsig Naiven.

Er will die Poesiemusik,
Rouladen ohne Triller,
Die Instrumental- und Vokalpoesie,
Die keine Musik ist, will er.

Er will die Herrschaft des Genies,
Das freilich manchmal stümpert,
Doch in der Kunst oft unbewußt
Die höchste Staffel erklimpert.

Er huldigt dem Genie, das sich
Nicht von der Natur entfernt hat,
Sich nicht mit Gelehrsamkeit brüsten will
Und wirklich auch nichts gelernt hat.

Dies ist das Programm des Katervereins,
Und voll von diesem Streben
Hat er sein erstes Winterkonzert
Heut nacht auf dem Dache gegeben.

Doch schrecklich war die Exekution
Der großen Idee, der pompösen -
Häng dich, mein teurer Berlioz,
Daß du nicht dabei gewesen!

Das war ein Charivari, als ob
Einen Kuhschwanzhopsaschleifer
Plötzlich aufspielten, branntweinberauscht,
Drei Dutzend Dudelsackpfeifer.

Das war ein Tauhu-Wauhu, als ob
In der Arche Noä anfingen
Sämtliche Tiere unisono
Die Sündflut zu besingen.

O, welch ein Krächzen und Heulen und Knurrn,
Welch ein Miaun und Gegröhle!
Die alten Schornsteine stimmten ein
Und schnauften Kirchenchoräle.

Zumeist vernehmbar war eine Stimm,
Die kreischend zugleich und matte
Wie einst die Stimme der Sontag war,
Als sie keine Stimme mehr hatte.

Das tolle Konzert! Ich glaube, es ward
Ein großes Tedeum gesungen,
Zur Feier des Siegs, den über Vernunft
Der frechste Wahnsinn errungen.

Vielleicht auch ward vom Katerverein
Die große Oper probieret,
Die Ungarns größter Pianist
Für Charenton komponieret.

Es hat bei Tagesanbruch erst
Der Sabbat ein Ende genommen;
Eine schwangere Köchin ist dadurch
Zu früh in die Wochen gekommen.

Die sinnebetörte Wöchnerin
Hat ganz das Gedächtnis verloren;
Sie weiß nicht mehr, wer der Vater ist
Des Kindes, das sie geboren.

War es der Peter? War es der Paul?
Sag, Lise, wer ist der Vater?
Die Lise lächelt verklärt und spricht:
O Liszt! du himmlischer Kater!

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 Betreff des Beitrags: Re: Fremde Gedichte
Ungelesener BeitragVerfasst: 24.11.2013 15:31 
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Beim Baden
De Hund mutt sik schuppen,
De Hehn mutt sik struppen,
Glatt slickt sik de Kater,
De Fisch geit to Water,
To Water de Fisch,
So blank un so frisch,
So blank un so frisch!

Der Hund muß sich schuppen,
Die Henne sich struppen,
Glatt leckt sich der Kater,
Der Fisch geht ins Wasser,
Ins Wasser der Fisch,
So blank und so frisch,
So blank und so frisch!

Klaus Johann Groth


-->> http://www.schwitty.de/fische_gifs_2.html !!

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 Betreff des Beitrags: Re: Fremde Gedichte
Ungelesener BeitragVerfasst: 24.11.2013 19:21 
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Belastungsprobe

Unsere Beziehung
sollten wir erst dann
der Schwerkraft der Alltäglichkeit
aussetzen,
wenn unsere Anziehungskräfte
so stark geworden sind,
daß wir zueinander stehen,
auch wenn Welten
zwischen uns liegen.

(Ernst Ferstl)

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 Betreff des Beitrags: Re: Fremde Gedichte
Ungelesener BeitragVerfasst: 07.12.2013 11:27 
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Die drei Spatzen

In einem leeren Haselstrauch,
da sitzen drei Spatzen, Bauch an Bauch.
Der Erich rechts und links der Franz
und mittendrin der freche Hans.

Sie haben die Augen zu, ganz zu,
und obendrüber, da schneit es, hu!
Sie rücken zusammen dicht, ganz dicht.
So warm wie der Hans hat`s niemand nicht.

Sie hör`n alle drei ihrer Herzlein Gepoch.
Und wenn sie nicht weg sind, so sitzen sie noch.

(Christian Morgenstern)


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 Betreff des Beitrags: Re: Fremde Gedichte
Ungelesener BeitragVerfasst: 07.12.2013 13:44 
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Ja, das ist schön - erinnert mich an früher, hab ich oft in der Weihnachtszeit meinen Kindern vorgelesen. Das ist so ein kuscheliges Gedicht. 01:rainbow


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 Betreff des Beitrags: Re: Fremde Gedichte
Ungelesener BeitragVerfasst: 07.12.2013 15:37 
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Shiva hat geschrieben:
Ja, das ist schön - erinnert mich an früher, hab ich oft in der Weihnachtszeit meinen Kindern vorgelesen. Das ist so ein kuscheliges Gedicht. 01:rainbow


.... wie schön, Shiva 01:rainbow :sonnepak1:

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