Die Bank unter der Linde!

Eine Bank, keine Wände aber ein grünes Dach über dem Kopf. Hier genießt das Leben freie Sicht. Es ist nicht nur ein Platz für Lebensfreude, hier kann das Leben selbst Platz nehmen, sowohl in der Sonne als auch im Schatten...einer Linde.
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 Betreff des Beitrags: Re: Das Ende der Konkurrenz
Ungelesener BeitragVerfasst: 28.12.2011 15:11 
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Zunehmende Konkurrenz in allen Lebenssituationen und das damit verbundene zwischenmenschliche (oder besser: gegeneinandermenschliche) Klima war einer der wichtigsten Gründe für mich, Deutschland zu verlassen. Mein ganzes Arbeitsleben lang konnte ich verfolgen, wie von Jahr zu Jahr die Ellbogen spitzer wurden.

Auch im privaten Bereich habe ich das so wahrgenommen. Selbst Menschen, mit denen ich früher gemeinsam für bestimmte Grundwerte dieser Gesellschaft gekämpft habe, haben sich verändert und - falls sie es überhaupt wahrhaben wollten - gemeint: Ich kann nicht anders, sonst gehe ich unter in dieser Gesellschaft.

Also gehe ich lieber raus aus dieser Gesellschaft.

Hinein in eine Gesellschaft, die sich zwar leider auch langsam in diese Richtung entwickelt, aber eben - langsam. Ich vermute, dass es schon die Unterschiede im Schulsystem sind, die den Samen dafür sähen, sich so oder anders zu verhalten. Viele Deutsche hier in Schweden (und z.T. auch Schweden) schimpfen darüber, dass das Schulsystem in Schweden die Kinder nicht ausreichend fit macht für das Arbeitsleben in einer globalen Gesellschaft. Was die Vermittlung von reinem Faktenwissen angeht, mögen sie recht haben.

Aber mein Eindruck ist, dass hier in schwedischen Schulen noch andere Werte vermittelt werden, die das Miteinander über das Gegeneinander stellen. Dafür gibt es historische Gründe, die ich jetzt hier nicht weiter ausbreiten will (und die durchaus auch ihre Schattenseiten haben).

Jedenfalls erlebe ich in vielen kleinen Alltagsbegebenheiten, dass ich hier noch als Mitmensch, nicht nur als Konkurrent wahrgenommen werde, beispielsweise in einer klassischen Konkurrenzsituation, der Warteschlange.

Jedes dieser kleinen Erlebnisse ist für mich wie ein warmes Seelenbad, das all die Verletzungen der spitzen Ellbogen aus früheren Jahren heilt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Ende der Konkurrenz
Ungelesener BeitragVerfasst: 28.12.2011 15:12 
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Bei der Bewerbung von mehreren Menschen um einen Arbeitsplatz besteht Konkurrenz. Arbeitsplätze sind im Verhältnis zu den Bewerbern hier im Mangel. Nur EINE/R kann ihn "gewinnen". Jeder Bewerber wird sein Bestes in die Waagschale werfen, um den anderen auszustechen. Und der Arbeitgeber wird den in seinen Augen besten Bewerber auswählen. Anders wird so ein "Problem" wahrscheinlich auch nicht zu lösen sein.

Wirklich interessant wird es aber eigentlich erst bei dem was danach kommt (finde ich jedenfalls). Was macht so eine Ablehnung mit dem "Verlierer"? Das hängt nicht nur aber natürlich auch mit dem Umgang zusammen, den der Arbeitgeber/das Arbeitsamt ihm angedeihen lässt. Und da ist Deutschland nach meinen Erfahrungen eher auch eine mitmenschliche Wüste: "Zu unserer Entlastung schicken wir Ihnen Ihre Bewerbungsunterlagen zurück ..." ist da wohl kaum wertschätzend aber durchaus geläufig. Wen wundert es bei solchem Gebahren, dass Menschen, die Absagen kassieren (die manchmal noch nicht mal "ordentliche" Absagen sind) sich mit der Zeit u.U. kraft- und wertloser fühlen?

Konkurrenz im Sinne von spielerischem Kräftemessen ist ja etwas, was mir persönlich liegt. Sportliches Kräftemessen ist für mich so lange prima, wie ich mit dem "Gegner" danach noch an einem Tisch sitzen und Gemeinschaft feiern kann. Wenn Konkurrenz beginnt die Lebensqualität des Einzelnen einzuschränken, sollte Schluß damit sein.

Konkurrenz
konkurrenzfähig
jmd. Konkurrenz machen
mit jmd. in Konkurrenz sein
zur Konkurrenz wechseln
außer Konkurrenz
Konkurrenz ausschalten
konkurrenzorientiert
Konkurrenzdenken
Konkurrenzdruck
Konkurrenzkampf
Konkurrenzverbot
Konkurrenzunternehmen
Schönheitskonkurrenz :gi1:

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Ich bin, wie ich bin. Die einen kennen mich, die anderen können mich. Bild ... (Konrad Adenauer gemopst)


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Ende der Konkurrenz
Ungelesener BeitragVerfasst: 30.12.2011 17:06 
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Konkurrenz, und sogar scharfe Konkurrenz mit "harten Bandagen" kann manchmal vielleicht auch was Gutes sein.

Vor Jahren fuhr ich mit 7 Männern und 2 Frauen in einen kurzen Urlaub, von denen die meisten sich erst seit kurzer Zeit kannten. Mit Faltbooten durchfuhren wir eine Woche lang ein Seengebiet mit viel Wald, in einem Land, dessen Sprache die meisten nicht verstanden. 2 Leute kannten die Gegend schon von vorherigen Urlauben, und konnten sich einigermaßen mit den Einheimischen verständigen. Nach 2 Tagen machten wir auf einer Landzunge am Beginn eines größeren Sees Rast, als sich Gewitterwolken zeigten und Wind aufkaum. Es kam zu einer Diskussion darüber, ob man jetzt den See überqueren, oder lieber hier an Land die Nacht verbringen sollte. Beide Leute die mit den Verhältinissen einigermaßen vertraut waren, plädierten vorsichtig für Letzteres: Bei Gewitter und starkem Wind auf einem See kann's für Falbootfahrer schnell unangenehm gefährlich werden, und auch wenn man in Ufernähe fährt ist immer noch fraglich, ob man schnell eine günstige Stelle finden kann, um aus dem Wasser zu kommen. Ich stellte mich gleich auf die Seite der beiden Erfahrenen. Die Frauen sagten nicht viel. Die 4 anderen Männer wollten das "Abenteuer". Die "Demokratie" siegte, und wir fuhren also bei heraufziehendem Gewitter über den langen und breiten See. Zum Glück ist nichts passiert.
Die beiden ortskundigen Burschen waren zwar in der Sache klug, aber was ihre Durchsetzungsfähigkeit anbetraf, ziemliche Pflaumen. Ich war damals auch eher noch weich und zaghaft, wenn auch mit einem Hauch Vernunft versehen. Soetwas würde mir heute nicht mehr passieren:
Ginge mich die Gruppe sonst nichts an, würde ich versuchen, mit klaren Argumenten zu überzeugen; wenn das scheitert, würde ich mich absetzen und ggf. den vernünftigen Rest der Leute begleiten, besonders, wenn Schutzbefohlene oder Freunde von mir dabei wären. Wäre eine Trennung der Gruppe nicht möglich, würde ich versuchen, die Führung der Gruppe gegen jeden Widerstand der "Abenteurer" zu "kapern" oder das "Abenteuer" zu sabotieren. (von Extremfällen weitab der Zivilisation ganz zu schweigen ...)

Ein Fall von Konkurrenz?

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 Betreff des Beitrags: Re: Das Ende der Konkurrenz
Ungelesener BeitragVerfasst: 30.12.2011 18:16 
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Hej Garm

schlicht und einfach nein, sondern mit dem Faltboot bei Gewitter loszupaddeln war nur schiere Dummheit!
Sonst nichts..


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Ende der Konkurrenz
Ungelesener BeitragVerfasst: 30.12.2011 18:22 
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Genau. Die liebe Vernunft ist nicht konsequent zur Konkurrenz angetreten. :biggrinn:

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 Betreff des Beitrags: Re: Das Ende der Konkurrenz
Ungelesener BeitragVerfasst: 30.12.2011 19:29 
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Rübenigel hat geschrieben:
Konkurrenz im Sinne von spielerischem Kräftemessen ist ja etwas, was mir persönlich liegt. Sportliches Kräftemessen ist für mich so lange prima, wie ich mit dem "Gegner" danach noch an einem Tisch sitzen und Gemeinschaft feiern kann. Wenn Konkurrenz beginnt die Lebensqualität des Einzelnen einzuschränken, sollte Schluß damit sein.

*unterschreib*
Meine Lauferei hätte mir ohne gelegentliche Volksläufe nur halb so viel Spaß gemacht.

Und fehlende Konkurrenz kann Stagnation zur Folge haben - keine Herausforderung, keine neuen Ideen. Wie so oft kommt es auf den Kontext an. Und auf den gesellschaftlichen Konsens, dass auch die Schwächeren mitgenommen werden.


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Ende der Konkurrenz
Ungelesener BeitragVerfasst: 30.12.2011 20:38 
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"Konkurrenz" spornt an.
Ich schwimme ja wöchentlich 2x jeweils 1000m Brust, und zwar auf Zeit. Wenn auf der Bahn neben mir ein Schwimmer ist, der schneller ist als ich, versuche ich auf jeden Fall dranzubleiben. Da schaffe ich eine schnellere Zeit, als wenn ich alleine schwimme. Der zieht mich dann richtig mit! :girlhuepfen:


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Ende der Konkurrenz
Ungelesener BeitragVerfasst: 30.12.2011 20:41 
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Das fällt ja dann unter die Konkurrenz von der Ruebe geschrieben hat.
Klar, ist ein Ansporn...gar kein einfaches Thema das hier.

So ich muss jetzt "Schiffchenfahren"...wir legen gleich ab, Capitano muss ans Ruder!


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Ende der Konkurrenz
Ungelesener BeitragVerfasst: 08.01.2012 00:13 
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Das Ende der Konkurrenz ist Liebe.

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Wir sprudeln aus dem Nichts hervor, indem wir Sterne, wie Staub verstreuen. Rumi

www.elfenfreude.ch


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Ende der Konkurrenz
Ungelesener BeitragVerfasst: 08.01.2012 00:37 
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Cassiopeia hat geschrieben:
Das Ende der Konkurrenz ist Liebe.

Und gesund ist alles so lange wir es so tun wie es uns gut tut.

LG vom Wot

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Der gegenwärtige Augenblick ist die Türöffnung zu Gott.
Er ist die einzige dem Menschen bekannte Abkürzung, die tatsächlich das erfüllt, was sie verheißt.

http://www.fshr.de/gedanke-zum-tag
http://fshr.de/inspiration


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