Die Bank unter der Linde!

Eine Bank, keine Wände aber ein grünes Dach über dem Kopf. Hier genießt das Leben freie Sicht. Es ist nicht nur ein Platz für Lebensfreude, hier kann das Leben selbst Platz nehmen, sowohl in der Sonne als auch im Schatten...einer Linde.
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 Betreff des Beitrags: Der Tod
Ungelesener BeitragVerfasst: 06.04.2011 22:16 
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Hej Leute...! Ein Vorschlag für ein Spezialthema:

Das, was wir Menschen bei verschiedenen Anlässen / Dingen irgendwie in Gedanken besonders mit dem Tod verbinden können, nenne ich hier grad´ mal das Auftreten des "Gesichtspunktes des Todes", und ich nenne es einfach mal "den Todesaspekt": Wir denken bei gewissen Dingen an ihre Verbindung mit dem Tod. Der Tod tritt im Leben der Lebewesen in Erscheinung. In einfachster Form für uns Menschen und andere Lebewesen denke ich dabei an Sterben und das Lebensende und alles, was mit diesem Ende zu tun hat.
Mir scheint, daß all dies öffentlich und privat oft ziemlich stark ausgespart wird - von der Wiege bis zur Bahre - obwohl es möglicherweise sehr wichtig sein kann, einiges davon näher anzuschauen (wenn auch nicht immer alles, denn manches kann Betroffenen ja auch zu privat sein, so daß es andere nichts angeht. Klar. ). Warum? Mein Eindruck ist, daß die moderne Zivilisation uns Menschen nur zu gerne von der (durchaus nicht unbedingt immer kummervollen) Betrachtung dieser Dinge abzuhalten versucht, damit wir wichtige Dinge vernachlässigen und nicht entdecken, damit wir "nicht zu uns selber" kommen. Ich bin mir nicht mal sicher, ob ich richtig "bei mir selber bin". Aber etwas schon :) Denken wir als Beispiel nur an die aktuelle Krise der Atomenergie-Nutzung - zusammen mit der Tatsache, daß die Havarie von Tschernobyl nun schon "etwas länger her" ist ... Sind "wir " etwa nach Tschernobyl "eingeschlafen" ...? Haben wir den Tod von Tschernobyl "vergessen"? Sind "wir" jetzt "aufgewacht"? Wissen wir, wie gefährlich die Kernenergie-Nutzung wirklich ist - oder auch nicht ist? Hätten wir nach Tschernobyl "etwas tun" müssen? Haben wir in diesen Dingen etwas ... versäumt? Das will ich nicht einfach sagen. Ich weiß nicht ... Aber ich schaue ab und zu vorsichtig hin.
Auch bei anderen Dingen, wie zum Beispiel tragisch-tödlichen Dingen in meinem Umfeld, sich auflösenden Familien, verkommenden Kindern, seltsamen, bedrohlichen Veränderungen im Leben ... Nicht immer, aber ich gucke dort ab und zu hin. Im Straßenverkehr gucke ich allerdings immer.

Hier würde der Todesaspekt also in der Gestalt von Versäumnissen, Vergessen wichtiger Dinge, zu großer Passivität angesichts heikler Bedrohungen, oder Unaufmerksamkeit im Straßenverkehr in Erscheinung treten. Dinge, die man auch mit einer kleinen Erzählung näher beleuchten kann (die nicht riiiesig den Rahmen sprengen muß).

Ich weiß nicht, was Ihr dazu meint, und ob sowas hierher paßt: Wenn es Euch recht ist, könnten wir zum Todesaspekt und seinem Auftreten gemeinsam eine "Sammlung von Dingen" durchführen, die nach unserer Auffassung mit dem Tod zu tun haben, und uns wichtig sind. Ich denke an ein möglichst vollständiges Auffinden der Dinge, in denen uns der Gesichtspunkt des Todes begegnet und begegnen kann. Jede/r die/der will, könnte in einem gemeinsamen Thread solche Dinge benennen und beschreiben, bishin zu selber Erlebtem.
Was haltet Ihr davon?

Grüße: Garm (der ganz gerne lebt, und möglichst noch einige Zeit lang, wenn sich´s einrichten läßt .... :) )

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Zeitweilig gestohlen von Silberkater


Zuletzt geändert von Garm am 07.04.2011 01:13, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Tod
Ungelesener BeitragVerfasst: 06.04.2011 23:45 
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Spannendes Thema!

Ich würde am liebsten nicht "philosophisch" über den Tod nachdenken und auch nicht politisch...sondern über den Tod, der in unserer Nähe ist:
unser eigener, der schon geschehene oder in absehbarer Zeit bevorstehende besonders unserer Elterngeneration, unsere Vorstellungen vom Leben danach (oder eben nicht!); Umgang mit Sterben und Trauer und dergleichen.
Ich würde auch gerne mal darüber nachdenken, warum die Medizin soviel Aufwand betreibt, um Leben fast ins Unendliche zu verlängern, und warum Menschen, denen ihr Leben kaum Freude gemacht hat, dennoch ewig leben wollen...
und was es überhaupt mit unserer Sehnsucht nach dem Leben nach dem Tod auf sich hat.

Ich selbst habe schon viele Menschen beerdigen müssen, darunter 2 Freunde, die sehr jung starben (Selbstmord und Krebs), einen kleinen Neffen (4 J., Unfall) und vor ein paar Jahren habe ich meine Mutter begleitet und war bei ihrem Sterben dabei - aber ich bin auch schon 55, und da hab ich natürlich schon einige Erfahrungen mit Tod und Trauer.

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Denken hilft, aber es nützt nichts.


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Tod
Ungelesener BeitragVerfasst: 07.04.2011 09:32 
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so lange die Gedanken letztendlich zum (eigenen) Leben und nicht zum Stillstand führen - find ich's gut. 01:rainbow
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Unter sonnigem Gewinke grüßt, der Wot :10hallo2:

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Er ist die einzige dem Menschen bekannte Abkürzung, die tatsächlich das erfüllt, was sie verheißt.

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Tod
Ungelesener BeitragVerfasst: 10.04.2011 11:14 
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Zum Thema Tod... ist mir gestern dieses hier begegnet.... finde ich eine sehr schöne Art, Platz zu machen auf der Welt....

Hier möchte ich begraben sein... eingeäscherter Dünger....

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 Betreff des Beitrags: Re: Der Tod
Ungelesener BeitragVerfasst: 16.04.2011 15:38 
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Seitdem ich mir vorstellen kann, dass mit dem Tod nur der Körper stirbt, aber die Seele weiterlebt, hab ich ein viel entspannteres Verhältnis zum Sterben (zumindest zu meinem eigenen) bekommen.

Es gab mal eine Zeit, da hab ich viel über den Tod nachgedacht (ich hatte Angst, Krebs zu haben, und hab mich nicht zum Arzt getraut..).
Zunächst dachte ich, dass es doch total unfair wäre, wenn ich jetzt schon sterben müsste, es gibt doch noch soo viel, was ich erleben möchte...

Doch irgendwann kam ich zu der Erkenntnis, dass letztendlich alles, was ich tu oder was "mit mir geschieht", das ist, was ich (bzw. meine Seele) will. Alles passiert, weil ich will dass es passiert.

Ob ich nun krank werde, einen Unfall hab, oder gar sterbe. Wenn es mir nicht gut geht, will meine Seele mir etwas mitteilen, es geht ihr nicht gut, ich lebe nicht so wie ich wirklich will, und das ist ihre Art, mit mir in Kontakt zu treten. Und wenn ich die Zeichen nicht erkenne (oder nicht erkennen will), dann ... wird sie eben massiver. Und notfalls verabschiedet sie sich auch schon vorzeitig aus meinem Körper und sucht sich ein anderes "Heim".
Und so denke ich, ist es im Leben vor allem wichtig, herauszufinden, was man wirklich will, und dann danach zu leben.
Dann kann einen der eigene Tod auch nicht mehr schrecken, denke ich.


Anders ist es wohl beim Verlust geliebter Menschen. Das stelle ich mir immer noch sehr sehr schwer vor. Ich habe da zum Glück noch wenig Erfahrung. Obwohl ich denke, dass der andere nach dem Tod nicht ganz weg ist, so wäre er ja nicht mehr bei mir, würde mir jetzt und hier fehlen.

Aber ich habe festgestellt, dass ich mir schwer vorstellen kann, dass jemand tod ist, wenn ich ihn nicht selber tod gesehen habe.
Meine Großmutter zum Beispiel. Sie war trotz ihres Alters noch putzmunter, und ist ganz plötzlich friedlich eingeschlafen und nicht wieder aufgewacht. Ich war bei der Beerdigung, aber ich habe sie nur lebendig in Erinnerung. Und so ist ihr Tod für mich irgendwie nicht richtig "wahr". Sie ist einfach nur weg ... Früher wurden die Toten noch ein paar Tage zu Hause aufgebahrt. Warum macht man das heute nicht mehr, wenn die Angehörigen das möchten? Ich glaube, ich könnte mich so viel besser verabschieden, und den Tod des geliebten Menschen annehmen, akzeptieren ...


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