Die Bank unter der Linde!

Eine Bank, keine Wände aber ein grünes Dach über dem Kopf. Hier genießt das Leben freie Sicht. Es ist nicht nur ein Platz für Lebensfreude, hier kann das Leben selbst Platz nehmen, sowohl in der Sonne als auch im Schatten...einer Linde.
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 Betreff des Beitrags: Re: Erzählungen am Feuer
Ungelesener BeitragVerfasst: 08.01.2017 21:09 
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Frau Y. ist im Urlaub gewesen: Zusammen mit ein paar anderen Damen ihres Alters war sie im sonnigen Süden. Erst in den nächsten Tagen, wenn ich zum Kaffee bei ihr bin, kann sie mir vielleicht erzählen was nun weiter geschah.

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 Betreff des Beitrags: Re: Erzählungen am Feuer
Ungelesener BeitragVerfasst: 19.01.2017 21:22 
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Nach und nach war es Familie X. aufgegangen, daß nur Schnuffi die Schuld für Nina's Gefangenschaft in der Küche, für den Verlust von Silbermünzen und Familienschmuck, sowie für den offenbaren Diebstahl des Portemonnaies der Frau X. traf. Schnuffi mußte all dies gewiß bemerkt haben, und obwohl es ihm da schon wieder besser ging, seine Gesundheit sich deutlich stabilisiert hatte (was sich niemand so recht erklären konnte ... Und wieso hatte er überhaupt erst krank werden gemußt?) war er nicht eingeschritten, hatte nicht gebellt, hatte niemanden verständigt, hatte nicht geholfen, hatte weder Nina noch das Eigentum der Familie geschützt. Und damit ging seine Faulheit und Pflichtvergessenheit nun entschieden zu weit: Er hatte den ungeschriebenen Vertrag zwischen Tier und Menschen mißachtet und verletzt! Das konnte man ihm nicht durchgehen lassen. Ja, er war wirklich schuldig.
So hatte Frau Y. das von Familie X. zu hören bekommen, wie sie mir kürzlich beim Kaffee erzählte.

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 Betreff des Beitrags: Re: Erzählungen am Feuer
Ungelesener BeitragVerfasst: 20.01.2017 21:21 
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Ein andermal hatte Frau X. das Wohnzimmerfenster weit offen stehen lassen um zu lüften, und sie war gerade mit Staubsaugen beschäftigt, so daß sie gar nicht bemerkte, wie ein junger Mann leicht durch eben dies Fenster einstieg und sich anschickte von hinten auf sie zu zu gehen. Nur Schnuffi bemerkte den Eindringling, und als er sah, daß Frau X. tatsächlich nichts merkte, bellte er laut vernehmlich in dessen Richtung, so daß, als Frau X. sich zum Fenster hin umdrehte, der Jüngling schon wieder aus dem Fenster hinaussprang, wohl in der Erwartung einer unfreundlichen Behandlung durch den zu spät bemerkten Hund ... Frau X. stand das Entsetzen ins Gesicht geschrieben, und sie konnte nicht fassen, daß Schnuffi so spät reagiert und sie gerade mal mit einem Beller gewarnt hatte. Schnell schloss sie das Fenster, damit der junge Herr da draußen es sich nicht anders überlegen würde.

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 Betreff des Beitrags: Re: Erzählungen am Feuer
Ungelesener BeitragVerfasst: 21.01.2017 14:37 
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"Schnuffi! Warum hast Du erst so spät gebellt?" fragte Frau X. ihn vorwurfsvoll. "Du sollst doch aufpassen!" Aber Schnuffi setzte sich nur still hin. Nur in seiner unmittelbaren Nähe konnte man ein leises Schnurren hören.

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 Betreff des Beitrags: Re: Erzählungen am Feuer
Ungelesener BeitragVerfasst: 08.02.2017 01:15 
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Von vorne sah Sven eher aus wie ein ganz normaler Junge mit 16 1/2: Mit vollem Gesicht, gut ernährt, mit vollem Haar und leichten Bartwuchs. Fast hatte sein Oberkörper den beliebten V-Schnitt. Aber richtig kräftig war sein Kreuz nicht, war seine Brust nicht, waren seine Arme und Beine nicht, und auch seine Hände nicht. Eher schlapp. Von der Seite konnte man sehen, daß sein Brustkorb flacher war als der mancher kräftiger Mädchen in seinem Alter, ohne die weibliche Oberweite dazu zu rechnen. Manche Mädchen gingen ja da zum Fußball und zum Schwimmen oder so ... Sven nicht. Sport oder Arbeit waren in seinen 16 1/2 Jahren nie sein Ding gewesen. Wozu auch sich schinden? Er ging schließlich auf eine höhere Schulbildung zu! Wozu Sport treiben und arbeiten? Um was zu erreichen? Es war doch schon alles vorhanden. Aus alter Zeit hatte er Horror-Geschichten von Eltern gehört, die ihre Kinder dazu angehalten hatten, in den langweiligen Schulferien in den Betrieben der Umgebung arbeiten zu gehen und Geld zu verdienen, damit sie später wußten wie das geht. Svens Eltern nicht. Das wäre doch Kinderarbeit gewesen! Gute Güte, nein! Außerdem hätte er nach der Schule einfach keine Zeit für solche Dinge gehabt, und wo ihm noch irgendwelche Zeit blieb, hatte er "keinen Trieb mehr" irgendetwas zu unternehmen, irgendetwas zu machen, ausser Videospiele mit seinen Freunden, Chillen, Abhängen, Surfen, seltsame Videos gucken, WhatsAppen, Drogen nehmen und eigentlich an erster Stelle ... Sex. Naja ... Was soll man sagen. Normal? Wie es halt in dem Alter bei manchen Leuten so geht ... An Stelle Nummer 2 kamen die seltsamen Pillen die er vielfach über den Tag verteilt einnahm, zusammen mit möglichst geruchlosem Alkohol (Wodka) und Kiffen, in einer beliebten Kicher-Kombination, natürlich so, daß seine Eltern es nicht merkten oder es leicht ignorieren konnten. Seine Eltern merkten gar nicht viel. Schön, daß er das Geld für solche Dinge "einfach so" hatte. Andere Jungen in seinem Alter waren dauernd am Herumtouren, mußten vielleicht in kleinen Gruppen, weil sie sich sonst unsicher gefühlt hätten, den Leuten ihre Drogen ins Haus liefern, oder mußten sonst was tun um an ihre Drogen zu kommen ... Bei Sven ging es so. Aber vielleicht zum Beispiel ein paar Kilometer zu Fuß gehen und dabei ein paar vollgepackte Einkaufstaschen tragen ..., das war auch für ihn einfach zuviel, und es fehlte ihm die Puste. Einmal hatte er einkaufen gemußt, als die Familienkutsche streikte und es einfach nicht anders ging. Im Bus war er damals zusammen mit Schnuffi zum Suupermarkt hingefahren, hatte die Taschen vollgepackt, und wollte dann voller Elan und Kraft die 2 Kilometer zurück marschieren. Zitternd und außer Atem war er nach dem knappen ersten Kilometer an einer Bushaltestelle stehengeblieben, als eine bestimmt 70-jährige Lady, die er vorhin noch im Suupermarkt gesehen hatte, mit schweren, vollen Einkaufstaschen locker an ihm vorbei ging und überhaupt nicht angestrengt wirkte. Das hatte ihn schwer gekränkt. Schnuffi sah damals auch überhaupt nicht angestrengt aus. Aber Sven taten die Hände und Arme von der ungewohnten Belastung weh, er bekam Seitenstiche und Atemnot. Dabei war sein Schritt zunächst doch kraftvoll und weit gewesen ... Er hatte dann einen Bus nehmen müssen ...
Einmal hatte er im Fernsehen einen wilden Kung-Fu-Film gesehen.( https://www.youtube.com/watch?v=tCXQaILT0Gk ) Da war in ihm der Gedanke aufgedämmert, daß er ein echter Mann werden sollte Er sah sich schon vor seinem geistigen Auge als stahlhart, und als einer, der insbesondere Frauen und Kinder ritterlich beschützen konnte. Dann aber hatte er gespürt, daß soetwas falsch war: Weil nur rüde Burschen so hart und gemein sein konnten ... eben rüde zu sein. Anders als Schnuffi, der (damals noch) bissige Hund der Familie, war Sven eher ein Held der Videospiele, der vielen Pill'chen und Haschisch-Zigaretten ... und der Träume ... Schnuffi war damals noch knurrig und bissig gewesen ... Und jetzt? Seltsam: Jetzt war Schnuffi weder knurrig und bissig, noch schlapp und passiv. Seit Wochen hatte er die Angewohnheit, viel zu schlafen, Befehle der Eheleute X. einfach zu überhören, unauffällig wie ein kaum sichtbarer Geist in der Wohnung der Familie X., um das Haus herum, und überhaupt in der Umgegend zu sein ... wie ein Teil der Landschaft, wie Baum und Gras und Hecke, wie ein gefleckter Schatten ... Nur nachts kam er zum Schlafen herein. War niemand zuhause, lag er auf der Veranda vor der geöffeten Tür ...

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