Die Bank unter der Linde!

Eine Bank, keine Wände aber ein grünes Dach über dem Kopf. Hier genießt das Leben freie Sicht. Es ist nicht nur ein Platz für Lebensfreude, hier kann das Leben selbst Platz nehmen, sowohl in der Sonne als auch im Schatten...einer Linde.
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Ungelesener BeitragVerfasst: 13.07.2010 22:35 
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Der wollte hier her....

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Ungelesener BeitragVerfasst: 13.12.2010 23:23 
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Also von unten her verspricht das Nixchen Jim Knopf und Lukas das "große Meeresleuchten" (im 13. Adventskalendertürchen
und von oben her fallen Sternschnuppen und dazwischen drin

war einmal irgendwann und irgendwo ein etwas ramponierter kleiner Schneestern, der beides auch sehr gerne unbeschwert erlebt und genossen hätte, aber dazu braucht es Muße und die ist rar, wenn einen der Perfektionsteufel am Genick hat ...

Herrn Winter hatte den Ehrgeiz als Jahrhundertwinter in die Geschichte einzugehen und beschloß in diesem Jahr eine hundertfünfzigprozentig gelungene Saison hinzulegen. Allen Ansprüchen wollte er gerecht werden: Nur feinsten Pulverschnee für die Langläufer, Schnee gerade in rechter Qualität für Schneeballschlachten und Schneemannbauen, spiegelblankes Eis für die Schlittschuhläuferinnen, Eistänzer und Eisstockschützen, also Eis ohne Buckel und Risse – eben eine perfekte Eisbahn... – eben ein Winter aus dem Bilderbuch.
Und dazu gehörte natürlich ein ebenso perfektes Schneeballett makelloser Kristalle. Weh dem, der nicht spurte! In der Riesenschar der um Vollendung in Fall und Form bemühten Flocken, ganz hinten in der letzten Reihe, flöckelte ein Schneesternchen vor sich hin, das von bläulichen Kristallwelten träumte, davon, wie leicht es sich wohl schweben würde, wo es landen sollte. Man erzählte von so wundersamen Dingen wie Weihnachtsmarkt, Christbaum, Kerzen, Glockenklingen und Singen, Backstuben und rotgefrorenen Kindernäschen... Oh, die unendlichen Möglichkeiten, wie genau die eine wählen, zu der es selbst am besten paßte? Das Schneeflöckchen grübelte, wie es das herausfinden sollte. Denn nichts schlimmer als die unwiederbringliche Chance zu verpassen.

Und schon war es passiert. Wieder hatte es im Kristallballett den Einsatz verpatzt, war wie so oft zu spät dran. Und das bei der Generalprobe! Dabei hatte es so gute Vorsätze gehabt, den besten Willen. Und im Übereifer alles wieder auszubügeln, schmolz auch noch eine Zackenspitze seines Sechsecksternkostüms. So verdonnerte der strenge Herr Winter ausgerechnet am Nikolaustag, von dem alle Schneeflocken aufgeregt die spannendsten Dinge erzählten, das Pechvogelflöckchen dazu nachzusitzen und im einsamen Eisklassenzimmer zur Buße und Besserung hundert Mal zu schreiben: Ich muß immer pünktlich zur rechten Zeit am rechten Ort sein!
Das Schneeflöckchen sah seinen Freunden durch den Wolkenvorhang nach, der immer schwerer und grauer niederhing. Wie perfekt sie davontanzten! Keiner schaute zurück. Betrübt beugte sich das Schneesternchen über seine Eistafel und noch ein weiterer Zacken wurde bedenklich weich, schon hing ein Tröpfchen daran. Dem Schneeflöckchen wurde unangenehm warm. Die Frostbank wurde allmählich rutschig und das Schneeflöckchen glitt unaufhaltsam abwärts ins Dunkel.
Das kam so unmerklich, daß ihm keine Zeit mehr blieb Angst zu bekommen. Es war außerdem im Fallen vollauf damit beschäftigt, nach den Schneeflockengefährten Ausschau zu halten. Herr Winter hatte doch gesagt, sie würden als feiner, gleichmäßiger Vorhang bis hinunter fallen bis zur Wunder-Welt, um zuletzt dem Schlitten des Nikolaus eine weiche, vollkommene Schlittenbahn unter die Kufen zu breiten. Aber nirgends ein weißes Flöckchen. Die kleine Schneeflocke mußte vielmehr silbrigen, schweren Tropfen ausweichen. Gar nicht so leicht bei diesem beklemmend warmen Sturm. Er zog und wirbelte das Schneesternchen unaufhaltsam abwärts. Und schon landete es unsanft auf etwas Rotem und rundum glimmerte es grausilbrig.
War das die von Herrn Winter verheißene Kindernase, die vor Erwartung rot wurde?

Das Schneeflöckchen frage vorsichtig: „Wo bin ich?
„Im Eimer mit Streukies!“, knirschte es leise.
Das Schneeflöckchen war verwirrt und fragte weiter: „Du bist also wirklich keine Kindernase? Die sind rot, wenn sich die Kinder über uns Schneeflocken freuen, hat Herr Winter erzählt.“
„Nein“, kam die Antwort: „Ich bin ein rotes, rundes Sandförmchen. Also am falschen Ort. Im Sommer war es die falsche Zeit, da verschlief ich im sonnenwarmen Sandkasten den Aufbruch von Marie und ihrer Mutter am letzten Ferientag. Dann deckte mich langsam der Sand zu. Im Herbst blies mich der Wind wieder frei, aber Marie kam nicht mehr, um mit mir Sandkuchen zu backen, sondern Frau Brezelberger fand mich und warf mich in den Eimer mit Streukies. Als sie ihren Stand hier auf dem Christkindlmarkt einrichtete, nahm sie mich mit. Wie froh war ich, aus dem dunklen Keller ans Licht zu kommen. Aber außer Bratwurstgeruch, Glühweindunst und abends Musik vom Rathausbalkon bekomme ich nichts mit. Wenn Frau Brezelberger mit mir dick Kies vor ihre Bude streut, pickst das abscheulich. Meine schön glatte, rote Haut ist schon ganz zerkratzt und matt; außerdem kann ich kaum Luft schnappen, gleich liege ich wieder im staubigen Kies im dunklen Eimer in der noch dunkleren Ecke. Keine Gesellschaft außer den Hunden, die manchmal an meinem Eimer schnüffeln. Jetzt habe ich wenigstens Unterhaltung, erzähl, wie ist es im Himmel?“

Das Schneeflöckchen erzählte vom strengen Herrn Winter, vom Kristallballett und seinem Mißgeschick. „Auf dem ganzen Weg zur Erde hielt ich vergeblich nach meinen weißen, weichen Flockenfreunden Ausschau, nur schwere, dicke Tropfen waren unterwegs.“
„Ja“, erklärte das rote Sandförmchen, „gestern hat das Schneewetter umgeschlagen und es regnet zum Ärger von Frau Brezelberger. Das gibt Glatteis, da bleiben die Leute daheim und die Kasse leer, schimpft sie.“ Das Förmchen hatte kaum das letzte Wort gesagt, da wurde es schwarz um das Schneeflöckchen. „Dieser verflixte Schneeregen, da rutscht mir die Kundschaft aus, wenn ich nicht dauernd streu! Geh, hilf mir doch, Franzi, ich muß die Sterne hereinholen, der Regen durchweicht sie mir ja ganz“, hörte es durch heftiges Klatschen. Das muß wohl Frau Brezelberger sein, dachte das Schneeflöcken. Dann versuchte es nur noch im Hochfliegen wieder diesen dicken, schweren Tropfen und den scharfkantigen Kiesbröckchen auszuweichen. Das Schneeflöckchen spürte wie ihm noch zwei Zacken abbrachen, dann landete es wieder. Es blinzelte, schloß schnell die Augen, denn es glitzerte alles vor seinen Augen, diesmal grell nicht grausilbrig. Vorsichtig blinzelte es mit einem Auge noch einmal. Es saß auf etwas Rotem. „Sandförmchen?“ Keine Antwort. Das Schneeflöckchen kniff die Augen zu. Also wieder allein, ihm wurde ganz zweierlei zumute.

„Schau Opa!“ Der kleine Schneestern wachte jäh auf. War es von der aufgeregten Kinderstimme, war es vom heftigen Geschaukel? „Ja, wo kommst du denn her, Franzi, seit zwei Stunden warte ich auf dich mit dem Abendessen,“ fragte eine noch aufgeregte Männerstimme und das Schaukeln wurde noch heftiger.
„Schau Opa, den roten Stern hat mir Frau Brezelberger geschenkt, weil ich ihr Eis wegkratzen und streuen geholfen hab. Er ist ein bißchen naß geworden.“
„Ah, bist du wieder einmal auf dem Christkindlmarkt hängen geblieben! Oder hast du Strafaufgaben machen müssen, weil du heute früh wieder zu spät in die Schule gekommen bist? Na, was wird da wohl der Nikolaus sagen?“
In dem Moment schmolzen dem Schneeflöckchen auch noch die letzten beiden Zacken und es fiel vom Stern auf eine rote Kindernase. „Aber Opa, schau doch, der Stern glitzert wie ein Schneekristall“, hörte das Schneeflöckchen und fühlte sich vollkommen am richtigen Fleck bis Franzi das kalte Tröpfchen von der Nase wischte.


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Ungelesener BeitragVerfasst: 14.12.2010 00:08 
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...Dankeschööön!

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Ungelesener BeitragVerfasst: 14.12.2010 16:42 
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Wunderschön Bild Bild!!

Danke, liebe Puck Bild

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Ungelesener BeitragVerfasst: 14.12.2010 18:35 
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Danke für den wunderschönen Schneestern.... liebe Puckicki...

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Ungelesener BeitragVerfasst: 14.12.2010 21:19 
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Danke Puck...

eine richtige Geschichte zum Advent!!!


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Ungelesener BeitragVerfasst: 04.01.2011 20:59 
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Auf einer schmalen Landzunge im Südwesten meiner kleinen Heimatstadt habe ich heute die Sonnenfinsternis miterleben dürfen.

Das Naturereignis hatte in seiner Tiefe Seltenheitswert, aber seht selbst, wie sich die Sonnenfinsternis aus dem Sonnenaufgang heraus entwickelt.



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Die sichelförmige Sonne ist leider nicht zu sehen. Das Licht war immer noch so übermächtig, dass es den Mond überstrahlte, da es ja "nur" eine partielle Sonnenfinsternis war.
Trotzdem wurde es merklich dunkler. Selbst die Stille ist angesichts solcher Größe in einen tiefen Raum versunken.


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Ungelesener BeitragVerfasst: 04.01.2011 21:03 
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Oh, Du Liebe - Dankeschön!
Grad' Tränen in den Augen habe von der Schönheit, die die Bilder strahlen...
Danke.


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Ungelesener BeitragVerfasst: 05.01.2011 09:20 
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Wow, ein eindrucksvolles Naturschauspiel, und schön fotografiert!
Danke für´s Teilen!
Ich konnte es hier leider nicht sehen, die Wolken haben den Blick versperrt ...


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 Betreff des Beitrags: Re: Unterm Sternenzelt
Ungelesener BeitragVerfasst: 15.04.2011 09:45 
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Tja, ich war mehr überrascht als "sie". Was einem unter dem Sternenzelt nicht alles über den Weg läuft.
Und eigentlich waren sie zu zweit. "Er" hat sich aus dem Staub gemacht, bevor ich meine Kamera zücken konnte. Das Geweih von ihm war nicht sehr stattlich, also vll der einjährige Sohn? Über die Erziehung von Elchen habe ich mir keine Gedanken gemacht. :gi1:

... und wie man sieht die fortgeschrittene Dunkelheit, Aufregung und dann noch ohne Blitz gibt halt nix so extra Gutes. Aber trotzdem freu ich mich riesig über die Begegnung, versteht sich.


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