Die Bank unter der Linde!

Eine Bank, keine Wände aber ein grünes Dach über dem Kopf. Hier genießt das Leben freie Sicht. Es ist nicht nur ein Platz für Lebensfreude, hier kann das Leben selbst Platz nehmen, sowohl in der Sonne als auch im Schatten...einer Linde.
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 Betreff des Beitrags: Re: Unterm Sternenzelt
Ungelesener BeitragVerfasst: 14.12.2011 19:50 
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 Betreff des Beitrags: Re: Unterm Sternenzelt
Ungelesener BeitragVerfasst: 14.12.2011 21:09 
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 Betreff des Beitrags: Re: Unterm Sternenzelt
Ungelesener BeitragVerfasst: 31.12.2011 22:27 
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Liebe Lindner, das ist ja ein vergnügte Treiben auf der Bank, pfundig Euch zuzuschauen!
So möchte ich Euch etwas unter die Linde bringen, was mir einmal große Freude gemacht hat und vielleicht auch Euch jetzt zum Jahresschluß.

Bestimmt kennt Ihr das: Irgendetwas, was Freude gemacht hat oder man lieb gewonnen hat, möchte man wiederholen, z.B. eine Geschichte wieder lesen. Aber man findet es nicht mehr, Titel und Autor, untergegangen im Meer der Erinnerungen. Nur ein Eindruck taucht hartnäckig dann und wann auf wie eine bunte Boje: “Da war doch...“.
So ging es gut vier Jahrzehnte mit einer kleinen Silvestergeschichte, die ich als Kind vorgelesen bekam. Jedes Jahresende dachte ich daran, sah die zwei, drei leicht vergilbten Blätter im DIN-A-5 Format genau vor dem inneren Auge, doch der Titel?

Und dann lag 2007 das Buch „Der alte Silvester und das Jahrkind“, mit Illustrationen von Frantis Chochola, im Schaufenster. Schon die Verlags-Ankündigung verriet: Das war die gesuchte Geschichte. Warum ich sie erst heute hierher trage, obwohl ich sie seither jedes Silvester wieder lese? Das Urheberrechts-Gewissen ließ es nicht zu. Doch als ich den Text gestern im Netz als Teil einer Predigt http://www.stefan-matthias.de/Predigten-Rundbriefe-Texte/Predigten%20Haus%20der%20Stille/Haus%20der%20Stille%20Predigt%20Stefan%20Matthias%20am%2031-12-1995%20-%20Silvester%20-%20%DCber%20die%20Zeit.htm von Silvester 1996 gefunden habe, war der Weg frei.

Hier ist die Geschichte, die Eduard Mörike aus dem Stegreif bei einem Winterspaziergang für die kleine Amele erdichtet haben soll. Sie ging im Pfarrhaus von Mörikes Studienfreund Wilhelm Hartlaub in Wimsheim bei Leonberg aus und ein. Und sie soll aus dem Gedächtnis später die Geschichte fast wörtlich aufgeschrieben haben, weil sie solchen Eindruck gemacht hatte. Ob diese Familientradition stimmt, läßt sich nicht mehr beweisen. Doch Mörikeforscher halten es angesichts von Stil und dichterischem Rang des Märchens für möglich – so die Erklärung, die der Erstveröffentlichung beigegeben ist.

Noch eine kleine Anmerkung: Mörike als „gelernter Pfarrer“ hat natürlich eine christliche Einkleidung gewählt, um das antike Vorbild des Flusses Lethe umzuformten. Aber die Geschichte ist „weit“, denn man könnte z.B. auch sagen, das Leben holt das Jahreskind aus dem Fluß, oder? Also eine Geschichte für kleine und große Leute, für Fromme und Heidenkinder ,-) Wie auch immer, wechselt leicht und fröhlich von 2011 in ein gutes 2012 wünscht Puck und hier die Geschichte

Der alte Silvester und das Jahrkind (Eduard Mörike zugeschrieben)

Wenn man auf der großen Weltenstraße wandert, weit, weit bis an das Tor, das aus der Welt in das Sternenland führt, dann muss man durch zwölf Sternentäler wandern; immer wieder kommt ein anderes, und endlich, nach dem letzten, da schaut man der Sonne auf den Rücken und steht am Tor, das in den Garten Gottes führt.
Vor diesem Tor steht auf einer weiten grünen Wiese ein kleines Haus. Das ganze Jahr hindurch blühen in seinem Garten wunderfeine Blumen.
Und in einem anderen Garten laufen die vier Mondschimmel, die dem Silvester gehören. Das sind wunderschöne Rößlein, ihr Fell glänzt wie Silber und wenn sie springen, dann fällt von ihren Hufen Mondlicht bis hinab ins Erdenland. Und die Menschen sagen dann: „Guckt bloß', wie schön heute Nacht das Mondlicht ist.“
Die Fenster in dem kleinen Hause sind weit offen, und drinnen, uh, da schnarcht es, das tut geradeso, wie wenn einer Baumstämme durchsägt. In der kleinen Stube steht ein mächtiges Himmelbett mit weißen Vorhängen. In diesem Bett schläft und schnarcht der Silvester.
Aber wenn der letzte Tag vom Jahr angebrochen ist, dann kommt von des lieben Gottes Gärten heraus ein kleines Engelsbübchen, das trommelt mit seinen Fäusten gegen die Türe: „Aufwachen, Silvester, aufwachen, es ist Zeit!“ Drinnen im Bett, da kracht und grunzt es: „Mm, öööö!“ Dann werden die Vorhänge zurückgezogen, und ein ganz verstruwweltes Gesicht kommt heraus: „Was, schon wieder Zeit?“
Aber den lieben Gott darf man nicht warten lassen, das weiß auch der Silvester, und bald kommt er gestiefelt und gespornt aus der Türe. Er muss sich bücken, so groß ist er. Seinen Pelz aus Eisbärenfell hat er an, mächtige große gefütterte Stiefel; und in dem Gürtel steckt ein silberner Hammer.
So sperrt er seine Haustüre zu, geht nebenan in die Scheune und zieht einen Schlitten heraus. Dann fängt er seine Schimmel, zäumt sie mit goldenen Zügeln und silbernen Schellen auf, steigt ein und fährt an das Tor des Gottesgartens. Dort schlägt er mit dem Hammer einmal an, und wie der Klang einer tiefen Glocke tönt es zurück, die Tore öffnen sich, und der Silvester geht hinein. Seine Schimmel müssen draußen warten und schlagen den Boden mit ihren Hufen, und bei jedem Schlag regnet es Sternenfunken auf die Erde.
Hinter dem Tor ist ein wunderschöner Garten und hinter dem Garten eine große Halle, die hat nicht Anfang und Ende; und alle Sterne, die Sonne und der Mond stehen da und geben Licht, aber all ihre schönsten Lichtstrahlen sind nichts gegen das Licht, das vom Sitz Gottes ausgeht, das ist tausendmal reiner und heller als der sonnigste Tag bei uns.

Der liebe Gott lächelt gütig dem Silvester entgegen: „Grüß dich, mein lieber Knecht, du willst das Jahrkind holen?“ Er winkt, da geht der Engel St. Michael das Kind zu holen, das neue Jahr. Er geht zum ewigen Strom, hält seine Hand darüber, und da steigt ein Kind zum Ufer.
Der Engel nimmt es auf den Arm und trägt es dem lieben Gott in den Schoß. Der hebt es empor, schaut ihm in die Augen, streicht ihm segnend über die Stirn und reicht es dem Silvester: „Nimm's, bringe es den Menschen, das neue Jahr Gottes, mit meinem Segen, und bringe mir das alte von der Menschenerde wieder zurück.“
Silvester geht hinaus aus dem Gottesgarten, er setzt das lachende Jahrkind in den Schlitten, deckt es warm zu und nimmt die Zügel, schnalzt mit der Zunge, und hei sausen die Schimmel wie die vier Winde über die Sternentäler weg. Silberne Funken stieben unter ihren Hufen, die Sterne winken ihnen nach und, kaum gedacht, galoppieren sie auf der großen Weltenstraße und stehen auch bald am Erdentor.
Aus seinem Gürtel zieht nun der Silvester den silbernen Hammer und tut zwölf Schläge. Da springen die beiden Torflügel auf und heraus tönen Glockenklänge aus allen Städten und Ländern. Flugs klettert das Jahrkind aus dem Schlitten, reckt sich hoch am Silvester und gibt ihm mitten auf seinen lockigen Bart einen Abschiedskuss. Dann eilt es weg zu den Menschen.

Auf dem Stein am Tor aber sitzt ein dunkle, gebeugte Gestalt. Müde erhebt sie sich und guckt den Silvester an. „Gelt, du kennst mich nicht mehr?“ – „Herrjeh, mein altes Jahr, schön haben dich die Menschen zugerichtet. Steig nur ein, wir fahren gleich.“ Die Tore schließen sich, heraus schallt noch Klingen und Singen der Menschen, die das neue Jahr mit Jubel begrüßen, dann saust der Schlitten Silvesters den Weg zurück.
Bald steht das alte Jahr vor dem lieben Gott, traurig ob seiner verunzierten Gestalt. Aber Gott hebt die Hand, und Michael nimmt es in seine Arme, trägt es hin zu dem ewigen Strom und senkt es in seine reinen Fluten, bis es als Kind wieder einmal geholt wird.
Dann aber spannt der Silvester seine Mondschimmel aus, lässt sie grasen und setzt sich zu einem guten Vesper, und wenn er gegessen hat, steigt er in sein großes Himmelbett, streckt sich lang und macht die Augen zu bis zum nächsten Silvester.


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 Betreff des Beitrags: Re: Unterm Sternenzelt
Ungelesener BeitragVerfasst: 31.12.2011 23:10 
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Danke S. fuer Deinen Beitrag...gut hat es getan solche wohlmeinente Worte zu lesen...


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 Betreff des Beitrags: Re: Unterm Sternenzelt
Ungelesener BeitragVerfasst: 09.08.2012 10:10 
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Es ist wieder mal August und die Perseiden Sternschnuppen fliegen.... http://news.astronomie.info/sky201208/meteors.html
Ich habe gestern schon drei gesehen....

Morgen im Sternbild der Cassiopeia.... besonders sichtbar.... Ein Strom von Sternschnuppen.... :girlhuepfen:

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 Betreff des Beitrags: Re: Unterm Sternenzelt
Ungelesener BeitragVerfasst: 09.08.2012 11:19 
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Cassiopeia hat geschrieben:
Es ist wieder mal August und die Perseiden Sternschnuppen fliegen...
... Morgen im Sternbild der Cassiopeia.... besonders sichtbar.... Ein Strom von Sternschnuppen.... :girlhuepfen:

Fliegen da Schäfchen vorbei?!? :floet2:

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 Betreff des Beitrags: Re: Unterm Sternenzelt
Ungelesener BeitragVerfasst: 13.08.2012 16:07 
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 Betreff des Beitrags: Re: Unterm Sternenzelt
Ungelesener BeitragVerfasst: 17.01.2014 21:56 
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Unter dem Sternenzelt
Gibt's reichlich Platz:
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Treiben wir hier denn bloß?
Wir sind sooo klein ...

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Silberkater

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