Die Bank unter der Linde!

Eine Bank, keine Wände aber ein grünes Dach über dem Kopf. Hier genießt das Leben freie Sicht. Es ist nicht nur ein Platz für Lebensfreude, hier kann das Leben selbst Platz nehmen, sowohl in der Sonne als auch im Schatten...einer Linde.
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 Betreff des Beitrags: Erzählungen am Feuer
Ungelesener BeitragVerfasst: 30.09.2009 22:33 
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Dies ist ein Geschichtenfaden.... wir sitzen hier ums Feuer, legen Holzstücke nach, lauschen dem knistern des Feuers, sehen den Flammen beim züngeln zu und erzählen lange, kurze, gewöhnliche, aussergewöhnliche, gruselige, schöne, traurige Geschichten,
am liebsten, selbsterfundene, es können aber auch andere sein.... und zwischendurch, lauschen wir der Stille, bevor eine Geschichte anfängt, und wenn sie fertig ist.... entsteht Stille, die nur durch das prasseln, des Feuers, und manchmal vom wehen des Windes unterbrochen, oder sogar untermalt wird.....

Ich lege ein trockenes Stück Holz ins Feuer, schaue zu, wie es Feuer fängt und beginne mit der ersten Geschichte....
die Geschichte ist kurz... und spielt an einem ganz gewöhnlichen Ort, mitten in der Grosstadt....

Eine Seele sitzt auf einem Ast, einer mächtigen Buche im Park, beim Denkmal des behaarten Ritters....
sie baumelt mit den Beinen.... singt vor sich hin....
da gesellt sich eine andere Seele zu ihr, und baumelt auch mit den Beinen....

Sie sehen sich an, lachen sich gegenseitig zu, erkennen einander auf einmal und
jauchzen und freuen sich, sich zu sehen und fliegen aus lauter Freude, sieben mal um die Erde....

das geht so schnell, dass man nur einmal blinzeln kann, bis sie wieder da sind.....
sie sprühen und leuchten, dass es eine Freude ist zuzuschauen....
sie sitzen lange da,
und erzählen sich von ihren Abenteuern....lachen über nichts und die Eulen hören belustigt zu,
wenn sie Pause machen beim Jagen.... und auf den Ästen, der umstehenden Bäume sitzen....
Sie nicken weise mit den Köpfen, wenn sie etwas bedenklich finden, oder zustimmen.....

eine von den Eulen, sie ist schneeweiss... ruft auf einmal... als es ganz still ist.... schuhu....
lasst uns singen... und mitten in der Nacht, beginnen acht Eulen laut zu singen....

schuhu schuhu schuhu......

sie können nicht anders, sie müssen einfach dazu fliegen und eine um die andere fliegt durch den Park mit lautem schuhu....
die zwei Seelen, freuen sich sehr über die wundervolle Darbietung, von Flugeleganz, und Gesang.....
und leuchten in Regenbogenfarben in der Buche....

manch eineR der durch den Park geht, was ja selten vorkommt... nachts,
wundert sich über das achtfache schuhu und das kichern der Seelen, und das wundersame Leuchten in der Buche.... die ganze Nacht....
als am Morgen, die Sonne aufgeht,
schlafen acht Eulen und die zwei Seelen sind auch nach Hause......

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Wir sprudeln aus dem Nichts hervor, indem wir Sterne, wie Staub verstreuen. Rumi

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Ungelesener BeitragVerfasst: 01.10.2009 05:10 
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Hej Cassiopeia

Danke, denn ich mag Geschichten, egal ob Märchen oder wie aus dem Leben gegriffen und gerne solche, die wie Deine aus einem selbst entspringen.

Wie sagte die Igelin mal: Geschichten sind wie Pflaster fuer die Seele und da ist was dran finde ich.

Selbst stecke ich bis ueber beide Ohren tief drin in einer, die ich mir selbst zum erstenmal erzähle, Du kennst sie ja, Cassio...!

Und fuer den, der sie nicht kennt, nun, hier beginnt sie, die "Erzählung aus der Anderswelt".


Kap Horn


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Ungelesener BeitragVerfasst: 01.10.2009 09:20 
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Ja, ich kenne deine Geschichte, und ich habe mich in den grossen Grauen verliebt, der so wundervoll heult... ich höre ihn mittlerweile immer wieder zwischendurch, und ich merke, wie sich mein Hals in die Höhe streckt.... beim Heulen.....
und sich die Nackenmuskulatur entspannt dabei.... Bild

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Ungelesener BeitragVerfasst: 01.10.2009 20:46 
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Hej Cassio

Ja, der Graue hat was, ich selbst hab dann heute die Elfe gehört, und sie gefällt mir am Besten.

Welch ein Reise, Cassio, ich bin sogar an Dir vorbei gesegelt!

Kap Horn


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Ungelesener BeitragVerfasst: 04.10.2009 13:31 
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nun, am ende diesen tages legte sich die sonne erschöpft schlafen. den ganzen lieben langen tag lang hatte sie ihre strahlen zu mutter erde geschickt. die blumen freuten sich und streckten ihr dankbar die bunten köpfe entgegen. die tiere genossen ihre wärme. z.b. die kühe auf der weide machten pause, ruhten sich aus, auch wenn sie noch unermüdlich ihre kiefer bewegten. das zwergkaninchen meiner ausgezogenen tochter streckte auf dem balkon alle viere von sich. nur die zweibeinigen taten so als wäre dies alles selbstverständlich bzw. zu bekritteln, je nach dem: „ach, ist es heute wieder unerträglich heiß,“ flöteten die einen und hetzten weiter von termin zu termin. die anderen beäugten ihren sonnenbrand und meinten: „na endlich. wurde auch schon zeit. ständig dieser regen.“
es kam, wie es immer kommt – die nächste nacht. das „geheime“ – innere – feuer von gestern nacht war noch nicht ganz erloschen. die beiden seelen legten ihre körperliche begrenzung wieder ab, schwangen sich hoch zu den wipfeln der buchen im park und philosophierten diesmal, denn getanzt und geflogen wurde gestern. „kannst du dich noch erinnern“, meinte die eine seele zur anderen „damals, als wir uns dazu entschlossen, eine menschliche erfahrung zu machen?“ „ja“, flüsterte die andere wehmütig und eine große stille machte sich breit. jede schien ihren gedanken nachzuhängen. „ich“, so die erste seele leise „ich, hätte nie gedacht, dass mir so viel be- und ausgrenzung als menschliche erscheinungsform wiederfahren würde.“ die andere seele nickte zustimmend mit dem kopf und legte ein weiteres stück holz ins feuer. die flammen loderten auf, wärme durchzog den buchenhain, die mondgöttin lächelte weise, die zwei seelen erhoben sich, breiteten ihre flügel aus und ich meine gehört zu haben, nein, ich bin mir sicher, dass sie sagten: „na und! davon lassen wir uns doch nicht begrenzen! wir fliegen wann, wohin und zu wem wir wollen! unser motor ist die liebe. der motor der menschlichen existenz ist die angst“

„weißt du“, flüsterte die eine seele, während sie ihre runden zogen „ich war so voller erwartung, so aufgeregt, so ungeduldig, ich habe gar nicht richtig hingehört als die himmlische beauftragte für irdischen seelentourismus uns infos gab. dass wir unsere flügel abzugeben haben; dass es gefährlich sein kann, das leben; dass es nur so strotzen wird vor physikalischen gesetzen.“
„ich hörte auch nur mit halbem ohr zu,“ bedauerte die andere seele. „niemals wäre mir in den sinn gekommen, dass die fähigkeit fühlen zu können zwei seiten hat: lachen und weinen, bangen und sehnen, lieben und hassen, lust und leid.“


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Ungelesener BeitragVerfasst: 05.10.2009 19:10 
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so so, keine/r mehr da“, hallt eine stimme aus der dunkelheit. „sind wohl weggeflogen“. nun denn, dann lasse ich mich mal hier nieder. lege ein scheit ins feuer.
ich sage euch, es kämpfen immer zwei kräfte in uns – pardon, ich relativiere, diese beiden kräfte kämpfen in mir: das bedürfnis nach gesicherten wahrheiten, die für alle zeiten gelten und unverrückbar sind. – es entspringt der bestürzenden erfahrung lebenslanger völliger einsamkeit der seele in mir. bestürzend deshalb, weil in mir noch so etwas wie eine vage erinnerung existiert, dass einssein und verbundenheit möglich ist. bestürzend auch, weil sie mich treibt, vieles auf mich zu nehmen, um das einssein mit anderen wieder herzustellen und seien die mittel auch noch so untauglich.

haaaa, jeder mensch weiß, dass das einssein misslingen muss, denn ein mensch auf erden zu sein heisst vor allem, erfahrungen der isolation und der fragmentierung zu machen. das ist ein naturgesetz.

ich leg noch ein holzstück ins feuer. es wärmt mich. und dann kann ich meinen gedanken nachhängen.


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Ungelesener BeitragVerfasst: 07.10.2009 19:30 
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nun möcht auch ich mich mal zu wort melden!
es geht doch immer darum, ob und was ich "daraus" mache, also bei allen erfahrungen.
da ist z.b. eine situation (welche auch immer)
ich habe die wahl!
ich habe immer eine wahl - oh göttin tat das gut, endlich zu erkennen.
was mache ich daraus .... UND ...
will ich überhaupt daraus was machen?? - einen streit/konflikt/abwertung ....
oder will ich bei mir sein?
grenzen brauchen keine erklärung, keine rechtfertigung!

ich leg ein scheit ins feuer und wärme dich daran


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Ungelesener BeitragVerfasst: 07.10.2009 19:52 
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ich wärme meine Hände am Feuer, lege ein neues Scheit hin... und schaue in die Flammen....

Grenzen brauchen keine Erklärungen.... hallt es in den Wald,
es ist ein vielstimmiges Echo..... es kommt von den Stämmen der Bäume.... die als
festes Holz, die Worte nehmen und sie umformen.... wiedergeben..... verzerren....
betonen..... ein vielstimmiges Echo ...... wie Gitarrenklang, tönt es auf einmal....

Wortsalat... jauchzt ein kleiner Marder... der zum ersten mal am Feuer sitzt.....
grenzen.... grenzenlosigkeit..... bei mir sein....
verbundenheit, lösung, fesseln, freiheit..... fliegen,

Fliegenpilz... rufen die Fliegenpilze und kichern.....
Steinpilz... ruft ein dicker im Hintergrund stehender und ansonsten ruhiger Steinpilz
Schnecken.... mampfen die Nackten mit vollem Mund....

Farne..... klingen die Elfen....
Hitze.... flackert das Feuer...


lächelnd sitze ich dabei....und lege noch ein Holz nach..... fliegen... Grenzen.... Leidenschaft... Leben..... sagt der Stein, der unter mir sitzt.... das Moos darauf ruft... Weichheit.... Pelz....
der Graue ruft belustigt..... heulen.....
der Mond silbert.... sich sonnen.....

scheu sein, ruft ein Reh....
spielen ruft der kleine Marder....
alle lachen, weil er so aufgeregt hin und herwieselt....

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Ungelesener BeitragVerfasst: 12.10.2009 19:04 
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brrrrrrr - kalt ist es geworden. heute muß ich gleich zwei holzscheiter auf einmal nachlegen. kalt, regen und hagel heute, schneefall wird vorausgesagt. na gut, ich hol meine winterjacke aus dem dornröschenschlaf.

wo deine aufmerksamkeit ist, dort ist deine energie. immer wieder denke ich an diesen satz.

danke, "rund-ums-feuer-sister", deine geschichte hat meine aufmerksamkeit wieder auf wesentliches gelenkt. manchmal frage ich mich, was wohl unsere erdenmitbewohnerInnen von und über diese zweibeinigen, unbehaarten wesen denken. wenn sie uns sehen, wie wir hetzen, herumirren, unwichtiges für wichtig halten, gegen unsere natur leben, raffen, besitzen um zu verlieren usw.


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Ungelesener BeitragVerfasst: 15.10.2009 05:52 
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..und am Fueer blinzelte die Sternennacht und funkelte: “Ja, was wäre das Menschenleben wert ohne die Gabe der Phantasie? Keinen roten Heller, keinen goldenen Dukaten wäre es wert. Und für alle die, die da meinen sie hätten vielleicht zu wenig davon bekommen, oder gar die, die da meinen das wäre vertane Zeit...schaut in den langen Nächten die jetzt kommen doch einfach mal gen den Himmel.

Wenn der Suewind Siesta, der Westwind zur Abwechslung seinen Bart gestutzt, der Ostwind sich in die Taiga verzogen und der Nordwind die Wolken am Himmel zusammengefegt hat, dann wird der Blick frei in eine endlos-magische Welt.
Und wir, die Sterne, wir lassen auf jeden der sich die Zeit nimmt ganz einfach Phantasienstaub auf Euch niederrieseln.
Ihr glaubt uns nicht?
Probierts doch einfach mal aus!“

Und es war plötzlich als würde ein silbrigklingendes, goldfarbenes „Etwas“ durch die stille Nacht schweben und wen dieses „Etwas“ berührte, sah es plötzlich sternenklar: „Da gibt es ja noch eine Anderswelt und in der kann so etwas geschehen wie...“

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