Die Bank unter der Linde!

Eine Bank, keine Wände aber ein grünes Dach über dem Kopf. Hier genießt das Leben freie Sicht. Es ist nicht nur ein Platz für Lebensfreude, hier kann das Leben selbst Platz nehmen, sowohl in der Sonne als auch im Schatten...einer Linde.
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Ungelesener BeitragVerfasst: 29.10.2010 19:27 
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bei mir funktionniert das auch nicht

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Ungelesener BeitragVerfasst: 30.10.2010 19:28 
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Oweh, das tut mir leid, Anne und gretchen Bild

Ich hab mal einen Doktor der Informatik gefragt (der hatte gerade Sprechstunde für mich Bild) und noch ein bißchen gegoogelt.

Offenbar haben unterschiedliche Grafikkarten-Treiber auch unterschiedliche Shortcuts für diese Drehfunktion des Desktops. Vermutlich liegt es daran.

Bei manchen funktioniert es wohl mit Strg/shift/9. Aber reißt mir nicht den Kopf ab, wenn damit irgendetwas anderes ausgelöst wird Bild.

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Ungelesener BeitragVerfasst: 31.10.2010 07:58 
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Oh je ohe je, wenn mir so was passiert, ewerd ich wohl gleich den Stecker aus der Steckdose rausziehen ... Bild

Bin in solchen Dingen überhaupt nicht neugierig genug um etwas auszuprobieren und schrei gleich nach Hilfe ... aber meist ist ja niemand da ...Bild

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Grüßle von der Sodalith


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Ungelesener BeitragVerfasst: 31.10.2010 20:21 
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Sodalith hat geschrieben:
Oh je ohe je, wenn mir so was passiert, ewerd ich wohl gleich den Stecker aus der Steckdose rausziehen ... Bild

Bin in solchen Dingen überhaupt nicht neugierig genug um etwas auszuprobieren und schrei gleich nach Hilfe ... aber meist ist ja niemand da ...Bild


Du hast doch zum Beispiel uns, liebe Sodalith Bild. Wenn der Bildschirm allerdings nur noch schwarz ist, hilft nur noch der Computer-Doktor um die Ecke...

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 Betreff des Beitrags: Re: Aus dem Leben gegriffen
Ungelesener BeitragVerfasst: 14.08.2011 14:13 
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Lieber mal hierher verschoben:

Zuvor: http://www.youtube.com/watch?v=Dkn8fP5C ... re=related
Êine Mutter sah ich vorzeiten in Süd-Deutschland ihre kleine Tochter schlagen: Klatsch! Klatsch! Klatsch! .... Klatsch! Klatsch! Klatsch! Klatsch! ... Das hörte fast gar nicht auf, und ich stand da und guckte. Da war ich so um die 12. Sie schlug ihr kleines Mädchen hin und her und hin und her in ihr kleines Mädchengesicht, wohl weil sie so lebhaft war?, und nicht stillhalten wollte?, als sie ihr ein Jäck'chen anziehen wollte? Oder warum? Sie war so um die 4, ihre Mutter hatte harte Hände einer waschechten Bäuerin. Sie hatten Kühe und harte Arbeit. Der Vater war ein Bär von Mann, er hatte den Körper eines Bären. Er schrie ab und zu sehr laut - und verlangte, die Kinder mußten da sein, wenn er von der Arbeit kam! Aber selbst besoffen hat er nie eines seiner Kinder geschlagen, soweit ich's gesehen habe. Habe ich richtig gesehen?? Nie habe ich gesehen, das er eines seines Kinder brutal angefaßt hätte, oder eine seiner Hände oder sein Gesicht zu soetwas hin gezuckt hätte. Ich weiß nicht, ob mein Blick gut ist, ob ich damals richtig gesehen habe, so um 1970. Sein Gesicht war rund und rot. Er hatte den Körper eines Bären. Eines behaarten großen Bären. Er sah - aus gutbürgerlicher Sicht - brutal aus. Er trank sehr viel. Überall lagen kleine Schnapsflaschen umher. Er war in der Jugend ein Müller. Als die kleinen Mühlen in Deutschland in den 60ern niedergingen - oder mutwillig durch den Kurs der BRD-Politik zerstört wurden ... wie auch immer, nahm er dem Vernehmen nach einen riesigen Vorschlaghammer und zerschlug das feine Mahlwerk für das feine Mehl. Nur der Schrotgang verblieb. Er war dann ein Waldarbeiter, dann ein "Müllmann", wie man heute sagt: Müllwerker; und zuletzt hat er sich zu tode getrunken und geraucht (Rothändle pur); die Nägel an den Fingern und Zehen seien ihm zuletzt aus dem Körper regelrecht herausgeeitert - bis er starb. So habe ich es zuletzt gehört. Gute Güte! Ich habe alle geliebt. Auf diesem kleinen Hof. Auch die Hunde und Katzen. Und Nora, das Pferd. Und die Kühe, deren Milch im Mühlbach gekühlt wurde. Auch die Mutter und ihre Mutter, und den uralten Mann auf dem abgeteilten Altenteil, der noch durch den ersten Weltkrieg geritten war. Der Sattel seines Pferdes aus dem ersten Weltkrieg hing in der Mühle. Seltsam. Sehr seltsam. Die Mutter war eine schöne Frau. Ich mochte und bewunderte sie, schön wie sie war. Dunkel und schön. Sehr. Und eigentlich ... konnte sie sehr nett lachen. Selten, aber sie konnte. Der Hof ist lang' schon verkauft. Wer hatte da an irgendetwas Schuld? Ich liebe diese Leute. Auch die Toten. Und ich kenne heute ziemlich reiche Leute, also richtig reiche Leute, die fast zu den oberen Zehntausend gehören, auch wenn ich selbst ein Armer bin - die das alles nicht gewollt hätten. Nicht. Ganz gewiß nicht! Das glaube ich. Und ich weiß nicht. Im Mühlbach habe ich damals so manchen Fisch gefangen. Manchen Fisch, der noch was vor hatte ... Auch was mit Familie. Den Fisch'lein die ich damals nicht erwischt habe, wünsche ich viel Glück. Ja.

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 Betreff des Beitrags: Re: Aus dem Leben gegriffen
Ungelesener BeitragVerfasst: 14.08.2011 14:14 
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Deutsch-Jüdsche Tragik heute. Seltsam.
Kann das wahr sein?! Dem Herrn bin ich vor gar nicht langer Zeit in einer öffentlichen Bibliothek begegnet. Er sprach mit einer Bibliothekarin hinter dem Schalter, wollte von ihr "Bucher fürr Doitsch lärrnen, biittä!". Ich hörte gleich, da hat doch einer einen ziemlich Russischen Akzent. Und fragte mich ..., sollst Du den vielleicht mal fragen? Ich wollte ja weiter Rruussisch lärrnen. :) Ich saß da und recherschierte, guckte in den lizensierten elektronischen Zeitschriften herum, suchte ... und fand das Gewünschte. Zack! - geschnappt und auf den USB-Stick gespeichert. Dieser Jude :) war schon von ihr weggeschickt worden: "Da gehen Sie am besten oben in den Lesesaal, da stehen Bücher in Deutscher Schrift. Gehen Sie einfach da hin... und dort ..., und schauen Sie mal ...." - war die beredte Auskunft der Bibliothekarin gewesen. Ich dachte nach. Ich dachte, da findet der ja nie was Brauchbares! Und ich wollte ja Russisch lernen. Und ich kam zu dem Schluß: Den fragst Du jetzt aber doch mal! Bist ja nicht auf den Mund gefallen und gar nicht schüchtern. Ich fragte also die Bibliothekarin, wohin sie ihn denn nun geschickt hatte, und sie konnte es mir genauer sagen. Ich also hoch in den Lesesaal, die Äuglein gespitzt, und richtig: Da sah ich ihn schon. Ratlos guckend ging er an diesen ganzen Doitsch-Büchärrn vorbei und herum. Schwärr, wass sooll man da nähmen? Und Wäärr sooll das verstähn? Ich also zu ihm hin und sage: "Iswinítje, wy Rússkie?" Und Er mit großen Augen: "Da!" Und schon wußte er, ich wollte wohl Ruussisch lärrnen! :) Ja, das stimmte. Und er ja Doitsch. Paßt. Bisherige Unternehmungen zum Deutsch-Lernen an Volkshochschulen, Goethe-Instituten und mehr waren ziemlich übel fehlgeschlagen.
Wir machten also ab: Ich bringe ihm Deutsch bei - und er mir Russisch.
Wir trafen uns einige Male, aber es war chaotisch. Immer meinte er: "Sie mussen dass soo machen! Jetzt dass lääsen, dass Ihrre Arrbeitt! Dass jetzt Ihrre Aufgabbä! Wirr dises Buch nähmen. Das Rasgaworrnik, sähr bekwäm.". So faul bin ich gar nicht, auch wenn ich wenig Zeit habe, aber irgendwie ... ging das nicht sehr "äffäcktif". :) Sprach ich mal an, wir sollten doch mal ein richtiges Lehrwerk nehmen, eins für Deutsch, eines für Russisch - damit es besser ginge, wich er vorsichtig aus ... "Ja ..., ja, näkßte Mal ich brringe ...". :)
Bald darauf ergab es sich, daß es am besten wäre, ich käme mal zur Familia nachhause, weil es räumlich und terminlich halt sonst kaum passen wollte. Ich kam hin. Bis dahin hatte ich nur ... vage aber bestimmt geahnt, daß es eine Jüdische Familie war. Ich sah da auf Hebräisch einen Spruch an der Wand hängen, und wußte bescheid. :) (kein Wunder: Mein WG-Mitbewohner ist Deutscher Jude, und da kriegt man gelegentlich manches vom Judentum mit ... :) - und was zu hören.)
Wenig effektiv ging es weiter. Ich brachte - als Tafelersatz - meine Staffelei samt Pappe und Papier mit. Mal was an die Tafel schreiben kann nicht schaden. Das fand auch er gut, denn schon in Russland hatte ihm sein Großvater einst geraten, immer eine Tafel für die Kinderlach zuhause bereit zu haben, damit sie richtig und schön das Schreiben lernen konnten. Weil's die nicht zu kaufen gab, hatte er damals sogar eine große Tafel selber gebaut - die ihm beim Auswandern
gerne von einer anderen Familie abgenommen wurde (die wußten auch, wie wichtig das Erlernen der Schreibschrift ist!!)
Irgendwie ... kamen wir nicht so recht voran. Meine Vorstellung: Jeweils einer unterrichtet den anderen eine Stunde lang, und dann umgekehrt, so in der Art ... teilte er nicht recht sehr. Da saßen wir am Wohnzimmertisch, es gab Russisch-Jüdisch zuessen, gab Russisch Tee ... Aber Lernen mit System ... war doch schwierig. Und so blieb es - auch beim Wechsel auf andere Bücher. Immer standen da Bücher für "schnelle Lösungen" bei ihm im Vordergrund: besonders das Rrasgawórrnik, also Konversationslexikon, in dem man zwar eine (leider oft falsch) improvisierte Lautschrift auf Russisch hinter jedem Satz lesen konnte, aber mit sowas kann man doch nicht so recht lernen - es sei denn, im betreffenden Ausland. (1) Und was sie an den Volkshochschulen und in Integrationskursen für einen Unfug geboten bekommen hatten! Riesige Vokabellisten, mal schnell für den nächsten Tag lernen - aber gar nicht brauchen, wieder vergessen ... "Essen war gekocht worden. Gemüse war geschnitten worden ... Mal eben Perfekt, Plusquamperfekt und Präteritum lernen ... :) Die Frau hatte sich konsequent durchgebissen, konnte jetzt recht ordentlich Deutsch. Die Kinder nach langen Leidenszeiten auch. Deutsche Bekannte zum Deutsch-Lernen hatten sie alle aber nicht so recht, bis auf die Frau, die eine Arbeit hatte.
Nu, eines Tages bekam ich vom Herrn des Hauses zu hören: "Kinder hat grosse Prrabljém in Schule. Mathe und Físik! Sähr schlimm! Bittä hälfen Sie uns!!!" Das klang fast verzeifelt. Die Kinder, beide 16 und untergebracht auf einem Humanistischen "Traditionsgymnasium", das vor ein paar Jahren noch traditionell der örtlichen "Oberschicht" vorbehalten war, hatten wirklich große Prrabljémy: Teilweise bis in den Nachmittag hinein wurden sie mit "Ethik", "Politik" und allerlei Kram befrachtet, nur die Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fächer kamen "etwas" chaotisch und zu kurz. Mich wundert an Deutschen Schulen nicht mehr viel, höchstens, das wirklich was gut geht. Der eine Bub, ein Schlitzohr, klug beim Erfinden von Krankheiten zum Umgehen des Schulbesuchs - damit er Zeit für die Computerspiele (oder was er sonst so am Internet trieb, oder sich dort so anschaute ... ) herausschinden konnte - konnte nur die tolle Doitsche Druckschrift; also hatte er keine Chance im Unterricht richtig mitschreiben zu können. Ich dachte schon: Das bringst Du ihm mal bei! Das Mädel, blaß und schmal, wußte gar nicht, 'wozu überhaupt der ganze Zauber in der Schule. Alles Blödsinn! Kann ich alles längst. In Russland, da war es gutt. Also lieber zurück, als in diesem blöden Doitschland verschimmeln!' So dachte sie wohl, und so klang es.
Jedenfalls fragten mich beide Eltern dringed, was man denn da nachhilfemäßig machen könne. Ich dachte nach. Einen ungewöhnlich guten Nachhilfelehrer kannte ich schon. Einen Mann für alle Fälle, auch für (fast absolut) Hoffnungslose Fälle. Selber Jude. Aber der hatte für sowas eigentlich gar keine Zeit ... Hmmm ... Letztlich ließ er sich erweichen, war sogar froh, mal wieder mit der schaffenden Jugend Kontakt zu haben ... und hängte sich rein, gab sich alle Mühe ..., wenn auch die Zahlungsmoral nicht sehr gut war. ( der Herr des Hauses brauchte ja ein großes Auto, wenn auch arbeitslos ... ) Er hatte vielen geholfen, Leute manchmal sogar von 5 auf 1 gebracht, Leuten die letzte Chance gerettet, und sie erfolgreich angespornt, heiß auf Lernen und "vorwärts" gemacht. Und doch: es wurde nur ein Chaos. Letztlich wußten die Kinder einfach nicht, wozu man hier noch was lernen sollten. Dementsprechend war die "Motivation". Und der Papa? Konnte nach über 4 Jahren Deutschland immer noch nicht genug Doitsch, um wenigstens einfache Gespräche im Supermarkt oder mit einem Handwerker halbwegs hinzukriegen. Und es wurde nichts mit Doitsch. Ich gab mir schon Mühe, erstellte - wenn er schon ein ordentliches Lehrwerk für "Deutsch als Fremdsprache" scheute (gibt's aus Russland komplett mit Audio-Dateien zum fragwürdigen Download, nennt sich "Lagune".) , wie der liebe Teufel das Weihwasser - eigens ein paar PDFs mit wichtigen Alltagsdialogen und mit Audio-Ausgabe, damit er jeden Satz gleich hören könnte ... könnte ... Ein wenig tat sich, und kam wieder zum Stehen.
Der Unterricht für die Kinderlach mußte beendet werden weil sie chronisch unpünktlich - oder überhaupt nicht kamen. Sie ließen ihren ausgesprochen erfolgreichen Jüdischen Nachhilfelehrer einfach sitzen, gingen stattdessen zu Dates und Feten ... Ich sprach klare Worte zum Vater, weil die Mutter - obwohl sehr einsichtig, konsequent und motiviert - beruflich überlastet war. Es besserte sich kurz - und fiel dann in die alte Form zurück: Null Bock ... Ja, ja, schon, ... demnächst. Auf Russisch: Sáwtrra búdjit! - Morgen wird es (schon) werden ... Und so sah es auch beim Herrn Papa aus. Die Sache schlief ein. Irgendwie auch peinlich wegen der Kinder, die mein Kumpel unterrichtete.
Ist das nicht schade?! Ich stehe auf Völkerfreundschaft, gerade auch auch zwischen uns Deutschen und Juden, wo wir uns schon so ähnlich sind ... und so oft in der Geschichte als Völker zusammen erfolgreich waren. Allerdings müßten wir da vermutlich etwas das Alte Testament - also die Tóra - "überwinden". Denn "Herrenmenschen" gibt's vermutlich eben doch nicht, auch wenn's wohl im Alten Testament so scheinen könnte ... Ich glaube auch kaum, daß Jahwe mit sowas einverstanden wäre. Und der liebe Gott in Deutschland sicher auch nicht!
Schade, schade ... Dieser Jude ist übrigens eigentlich ein netter Mann. Etwas gebildet, hat verborgenes Wissen, altes Wissen aus Russland und dem Judentum, hat Geist und Russisch-Jüdischen Humor. Die junge (und charmante ... ) Tochter wollte - so sagte er - mit mir eine Deutsch-Russisch-Jüdische Lerngemeinschaft aufmachen: Zusammen besser Deutsch und Russisch lernen. Das sei aber eine "sährr värrrückte Idää!", meinte er, und ich bin auch nicht drauf eingegangen. Er hat es ihr verboten, und die Mama wohl auch. Zurecht. So ein junges Mädel, hübsch und mit blitzenden, funkenschlagenden Augen ... wenn auch schmal und blaß ... Hooooo. Viel zu gefährlich für mich. Und mir fehlt für sowas auch die Zeit.
Ob er nicht doch noch Doitsch lärrnen will? - Nach jetzt 5 Jahren Deutschland - immer noch ohne richtige Verständigungsmöglichkeit? 2 kleine Arbeitstermine pro Woche könnte ich mir ja abknabsen. Was das wohl werden soll ... Ich fürchte um seine Gesundheit. Die Familie ist nicht sehr glücklich. Eine Familie soll doch aber eigentlich glücklich sein!
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(1) Ergänzung: Rrasgawórrnik: "es sei denn im betreffenden Ausland" :biggrinn: - da fehlt aber noch der Zusatz: "und bei intensivem Kontakt mit dem dortigen Volk". Denn ohne Kontakt zum Volk, zu den Leuten vor Ort, geht das doch nicht. Oda? Irgendwie braucht man immer etwas Kontakt. Sonst schwebt man ja in einem Vakuum umher. Und wer mag schon gerne in einem Vakuum leben? Das fand ich noch nie sehr angenehm :boys_0136: , auch nicht als Deutscher unter Deutschen - wie es aber vielen Leuten heute in Deutschland zu gehen scheint. Seltsam, nicht wahr? Also, lieber etwas Kontakt zum Volk!

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Zuletzt geändert von Garm am 21.06.2015 09:35, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Aus dem Leben gegriffen
Ungelesener BeitragVerfasst: 04.10.2011 23:56 
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Ich habe zum letzten Treffen vor langer Zeit Pepe Kalle verfehlt, fast so wie ich vor 10 Jahren einen Österreichischen Gebirgsjäger und Leutenant der Deutschen Wehrmacht in Salzburg verfehlt habe, als ich in Bayern auf Arbeit war: als ich ihn zuletzt anrief, blieb sein Telefon stumm; da war er schon todgeweiht und im Spital, und ich wußte es nicht mal, obwohl ganz in der Nähe. Das bedauere ich in beiden Fällen außerordentlich. Und jetzt, am Sonntag habe ich eine nette ältere Frau (82) hier im Haus beim Verscheiden verfehlt (denn ich wollte ihr irgendwie noch persönlich Adieu sagen) die seit ihrem 30. Lebensjahr ausgeprägte M.S. hatte, und sich trotzdem viele Jahre Lang gut gehalten hat, viele davon in Arbeit, obwohl sie ihre rechte Hand M.S.-bedingt immer weniger gebrauchen konnte. Und wie nett sie war!
Sie und ihr Mann waren Flüchtlinge aus dem Deutschen Osten. Als sie `45 hier ankamen, hatten sie nicht mal eine Tasse oder ein Glas ... Nur weil ein Chaos war, konnte sie so jung wie sie war mit ihrem Geliebten in einem kleinen Zimmer leben, denn sonst wär' es illegal gewesen. Und doch haben sie zwei Mädchen gezeugt und aufgezogen! Ihr Mann ist vor über 25 Jahren an einer Art Astma regelrecht erstickt, das er sich in Russischer Kälte zugezogen hatte. Zuhause: Sie hat ihn bis zum Tod gepflegt. Und sie in den letzten Wochen: Zuletzt konnte sie kaum mehr atmen. Sie war die letzte 'Alte' hier im Haus, Bewohnerin seit 1950. Ich habe 2 Jahre lang für sie mit einkaufen dürfen. Wenn ich ihre Bestellungen aufgenommen habe, haben wir recht oft gescherzt (was für ein Humor - für eine einfache Tochter von Tagelöhnern!), auch wenn sie zuletzt kaum mehr sprechen und sich aufrecht halten konnte. Ihr Name klingt ganz ähnlich wie "Lämmchen", und so habe ich auch auch nur von ihr gesprochen: Als "Frau Lämmchen". Sie hat im Weltkrieg 1 Jahr lang diensverpflichtet auf der Post gearbeitet. Das hat man ihr im 'Westen' nicht als Lehrzeit anerkannt, sondern als Nichts. Ich denke nett an sie.
Sie ist sehr nett.

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 Betreff des Beitrags: Re: Aus dem Leben gegriffen
Ungelesener BeitragVerfasst: 07.10.2011 22:33 
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Heute Abend hatte ich ein interessantes Telephongespräch: Ein Kumpel von mir will eine bestimmte Wohnung haben. Nix Großes. Schlappe 50 m2. Hier ist der Markt eng. Und statt seiner einer wollen einige Studenten die Bude. Er ist in bedrängter Lage und muß aus seiner alten Laube bald raus. Sein deutlicher Eindruck ist, daß seine Gesprächspartnerin, eine Angestellte bei der betr. Vermietungsgesellschaft tatsächlich "die Entscheidung treffen wird": Bekommt er die Bude - oder nicht? Seine Situation ist schwierig: er ist Frührentner, steht am Rand des Lebens, aber er ist doch "solvent". Kein schlechter Kerl. Die BRD hat ihm bös' mitgespielt. Das ist normal.
Was habe ich ihm also gesagt?: Du mußt der Lady doch noch ein paar Unterlagen einreichen. Mach' es höchstpersönlich - nicht per Post. Und wenn es Dir die Wohnung wert ist: Leg' der Lady eine 200-Euro-Banknote zwischen die paar Papiere, die sie sich in Deiner Anwesenheit anschauen wird. Begreif' den 200-Euro-Schein vorher von allen Seiten, und schreib zart mit Deiner Original-Handschrift ein paar Worte wie "Nudeln, Pudding, Möhren, WC-Reiniger o.s.ä. darauf. Wenn die Lady ernsthaft sehr, sehr irritiert sein sollte, und wenn sie dann noch sehr, sehr ungehalten werden sollte, wenn sie den 200er sieht, entschuldige Dich brav und nimm das Geld zurück. (ist ja auch Deine eigene Schreibschrift drauf! Es gehört ja Dir ... ) Ist halt zwischen die Blätter gerutscht. Sowas kann passieren. Bin ja mal gespannt, ob er sich das traut. :biggrinn:

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 Betreff des Beitrags: Re: Aus dem Leben gegriffen
Ungelesener BeitragVerfasst: 08.10.2011 06:20 
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garm hat geschrieben:
(...) Begreif' den 200-Euro-Schein vorher von allen Seiten, und schreib zart mit Deiner Original-Handschrift ein paar Worte wie "Nudeln, Pudding, Möhren, WC-Reiniger o.s.ä. darauf. Wenn die Lady ernsthaft sehr, sehr irritiert sein sollte, und wenn sie dann noch sehr, sehr ungehalten werden sollte, wenn sie den 200er sieht, entschuldige Dich brav und nimm das Geld zurück. (ist ja auch Deine eigene Schreibschrift drauf! Es gehört ja Dir ... ) Ist halt zwischen die Blätter gerutscht. Sowas kann passieren. Bin ja mal gespannt, ob er sich das traut. :biggrinn:


... nicht schlecht, Herr Specht, öhm, Herr Garm! :01 good

(... also, wenn ich überhaupt meine Solvenz auf diese Weise beweisen müsste, dann würde ich gleich `nen 500er nehmen oder einen 1000er, dann halt in Franken, ...
... da ist noch mehr Platz, um was drauf zu schreiben :hallo3: )

... und ich wüsste dann auch gern, ob Dein Kumpel das wirklich umgesetzt hat ... und wie die Reaktion der Dame war :jc_hiya:

_________________
Comparison is the thief of joy. (Theodore Roosevelt)


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 Betreff des Beitrags: Re: Aus dem Leben gegriffen
Ungelesener BeitragVerfasst: 03.02.2012 17:44 
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Ich blätterte heute auf der Arbeit so in meinem Bücherkatalog und streifte die alphabetisch geordneten Titel ,die mit "wenn" anfangen, las die so und dachte: das ist eigentlich fast schon eine Geschichte für sich, oder ein Roman-Gerüst....seht selbst...

Wenn das Herz nicht klappt
junge Frau findet und findet nicht den Richtigen
Wenn das Leben ein Strand ist
aber dann eben doch, meint sie
Wenn das Leben zur Last wird
doch die Beziehung gestaltet sich schwierig
Wenn der Partner geht
und er verpfeift sich
Wenn die Giraffe mit dem Wolf tanzt
sie geht zur GfK, doch sie braucht Geduld mit sich
Wenn die Seele leidet
sie ist hin- und hergerissen
Wenn die Seele nein sagt
aber schließlich ist sie froh, ihn los zu sein
Wenn du lügst
denn sie hat allerhand über ihn herausgefunden
Wenn du nur wagst zu träumen
und wieder ist sie auf der Suche
Wenn Frauen Frauen lieben
und wird fündig
Wenn Frauen zu sehr lieben
allerdings ist ihre Freundin ein Klammeraffe
Wenn je der Morgen kommt
und unsere Protagonistin liegt wieder schlaflos vor Problemen im Bett
Wenn Mädchen die Sonne sind, sind Jungs das Eis
sie mag einfach beides: Sonne UND Eis
Wenn plötzlich die Angst kommt - Panikattacken
und ist vollkommen ratlos
Wenn's doch nur so einfach wär
seufzt sie.
(Ihr fehlt vielleicht ein gutes Forum....)

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Denken hilft, aber es nützt nichts.


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