Die Bank unter der Linde!

Eine Bank, keine Wände aber ein grünes Dach über dem Kopf. Hier genießt das Leben freie Sicht. Es ist nicht nur ein Platz für Lebensfreude, hier kann das Leben selbst Platz nehmen, sowohl in der Sonne als auch im Schatten...einer Linde.
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Ungelesener BeitragVerfasst: 02.08.2009 09:36 
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Liebe Heidi.

Ich denke das eine schließt das andere nicht aus. Lob als nur von oben herab gegebenem und gleichzeitig als ein von Mitarbeitern gegebenem, an den Chef gerichteten Akt.
Vielen Menschen macht das nämlich gar nichts aus und einigen ist in vielen Situationen unwichtig, aus welcher Position heraus etwas gesagt wird. Wir sind zwar irgendwie auf Hierarchien geeicht, aber so lang wir unsere Postion nicht als gefährdet empfinden stört eine Verwässerung der selben nicht.
Also ein Chef der sich seiner Postion sicher ist, wird Lob von seinen Mitarbeitern, also ein Urteil derer über sich, anerkennen. Ein Chef für den es nur Arbeiter gibt die für ihn arbeiten, der darauf bedacht ist das oben und unten strickt getrennt ist, wird sich ein Urteil dieser schon weniger bieten lassen.

Ich denke wie BV das Lob etwas ist das von oben herab ist, aber das liegt an dem was man tut um Loben zu können: Man beurteilt verhalten. Man bewertet eine Tat oder eine Charaktereigenschaft um diese Loben zu können. Aber das ist etwas das eher in den Bereich, Schüler-Lehrer oder Arbeiter-Chef gehört als in den Bereich von gleichgestellten Menschen zu Menschen.

Wir können einander eine viel tiefere Erfahrung unseres Füreinanders geben, wenn wir einander sagen was uns am anderen bereichert hat. Zu wissen, dass meine Worte einem Menschen Zuversicht und das Gefühl von Gemeinschaft brachten löst viel tiefere Empfindungen aus als zu wissen dass er mich toll fand. Für mich bedeutet das auch Freiheit, denn das urteilende Lob macht es mir schwerer aus meinem alten Hamsterrad den Menschen gefallen zu wollen auszusteigen und mein Verhalten in ein fruchtbareres Authentisch-, und Hilfsbereitsein zu verwandeln.

Ich empfinde es aber noch als schwierig selber nicht zu Loben sondern zu Wertschätzen, mir fällt es oft gar nicht auf. Da sage ich auf einmal: Das war aber Klasse von dir! Und meinte eigentlich: Als du mitten rein in mein sauertöpfisches Chaos dieses lustige Bild umschrieben hast, spürte ich wie sich die ganze Situation auflockerte und ich tief durchatmen konnte.
Also mir gibt das eine Menge, im Gegensatz zum Lob das für mich meist negativ behaftet ist und ich von so gut wie keinem Mensche wirklich annehmen kann.

Wie siehst du das Heidi? Und auch all die anderen, wie seht ihr das?

Liebe Grüße,
Teresa
Positives Feedback kann sowohl Lob als auch Wertschätzung im ausformulierten Ich-Sinne sein, denke ich.

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Ungelesener BeitragVerfasst: 02.08.2009 13:10 
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etwas off topic, aber das möchte ich gerne anmerken:

Man kann seinen Chef schon auch loben. Aber man muß das schon geschickt anstellen. Und ich denke, das hat dann auch viel mit dem Ausdruck von Wertschätzung zu tun.

Angemessenes Lob halte ich für extrem wichtig. Dann ist es auch keine "Dressur" Eine Gratwanderung, die nicht viele gut beherrschen.


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Ungelesener BeitragVerfasst: 02.08.2009 16:32 
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liebe teresa,

eine ziemlich schwierige frage, die du da stellst.

vielleicht könnte es mit dem ansatz gehen, dass wir lob in der arbeitswelt einsetzen und wertschätzung im privaten bereich?

das ging mir durch den kopf, als ich dein statement, dass du dann doch nicht geäussert hast, las.

wenn ich meine chefin oder meinen chef lobe, ist das in der regel für rein geschäftliche abläufe. ihr verhalten als menschen, lasse ich so weit als möglich aussen vor. ist für mich irgendwie eine andere baustelle und ich sehe mich nicht aufgefordert, ihr verhalten zu verändern.

im privaten bereich ist das für mich anders. einer meiner leitsprüche ist: Stärken stärken und das funktioniert m.e. einzig und allein durch positive verstärkung. somit wertschätze ich die menschen, die mir nahe sind, sehr gerne.

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winston churchill


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Ungelesener BeitragVerfasst: 03.08.2009 12:33 
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Hallo Heidi!

Fändest du es denn unangebracht in der Arbeitswelt, also zum Beispiel dem Chef zu sagen: "Diese neue Praxis die sie etabliert haben freut mich, weil ich auf dem Gebiet nun große Erleichterung erfahre." Anstatt zu sagen: Gute Arbeit?

Was mir nicht ganz einleuchtet:

Du schreibst:
Zitat:
[...chefs sind...]für mich irgendwie eine andere baustelle und ich sehe mich nicht aufgefordert, ihr verhalten zu verändern.
im privaten bereich ist das für mich anders. einer meiner leitsprüche ist: Stärken stärken und das funktioniert m.e. einzig und allein durch positive verstärkung. somit wertschätze ich die menschen, die mir nahe sind, sehr gerne.


Heißt das du Lobst explizit um das Verhalten deiner lieben zu verändern? Dann verstünden wir unter Lob ja beinahe dasselbe. Nur das ich es aus diesem Grunde unangebracht finde.

Lieben Gruß,
Teresa

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Ungelesener BeitragVerfasst: 03.08.2009 14:25 
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puh teresa,
das sind ja fragen Bild

also erstmal zu der arbeitswelt. ich arbeite in einer totalen männerdomäne und denke, dass da der umgangston sich ziemlich von z.b. dem im sozialen bereich sehr unterscheidet. den satz mit der neuen praxis, könnte ich mir aber durchaus vorstellen. ansonsten scheint mir ein sachlicher umgangston zu vorgesetzten das richtigste zu sein.

was mir noch eingefallen ist, ist dass die arbeitskollegen in der aufzählung fehlten. mit meiner kollegin kann ich durchaus situationen reflektieren und wir verstehen und unterstützen und da auch gegenseitig sehr gut. deinen satz mit der aufgelockerten situation z.b. könnte ich ihr gegenüber äussern und sie wüsste genau, was ich meine.

hmmm. ob ich meine lieben lobe, um ihr verhalten zu verändern? du schreibst, du findest das unangebracht. ist grad schwer zu umschreiben. aber ich versuche es. mir geht es darum, meinen mann auch "wissen" zu lassen, dass er mir eine freude gemacht hat. das ist für mich wertschätzung. ob man das schon als manipulativ auslegen möchte ....... aber irgendwie finde ich nicht, dass etwas dagegen zu sagen, wenn ich mich auch über die dinge, die ich wirklich schätze positiv äussere.

ein weiterer gedanke dazu ist der, dass ich mich jahrelang damit zurück gehalten habe wünsche zu äussern. aus unerfindlichen gründen, war ich der meinung, mein mann müsse selber merken, was ich brauche. es hat bei mir ein ziemliches umdenken erfordert, die erwartung, dass er meine gedanken lesen kann, aufzugeben. dieser einwand vielleicht einfach zum besseren verständnis.

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Ungelesener BeitragVerfasst: 04.08.2009 09:41 
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Hey Heidi!

Da bin ich aber froh das du mir trotzdem antwortest auch wenn die Fragen schwer sind. Ich finde es nämlich unheimlich spannend.

Ich finde es auch wichtig den anderen Wissen zu lassen, was ich schätze auch wenn ich da manchmal auch noch Probleme mit habe. Es ist auch irgendwie ein schmaler grad finde ich. Freue ich mich gerade wirklich über etwas und drücke das aus, oder wäre es mir nur lästig wenn der andere sich wieder anderes verhält und ich lobe nur um auf diese Annehmlichkeit das nächste mal nicht verzichten zu müssen? Letzteres fände ich manipulativ. Eine Alternative wäre es da dies ehrlich zu sagen und den anderen Wissen zu lassen was in mir vor geht.

Also vielleicht zum besseren Verständnis:
Ich finde Lob, also zu sagen:
Das hast du gut gemacht
das war eine tolle Tat

Nicht gut.

Dagegen finde ich Wertschätzung, also Aussagen wie:
Ich freue mich, weil ich sehe du trägst auch einen Teil zu unserem Gemeinsamen Haushalt bei
Ich bin sprachlos vor Glück, du hast genau gesehen was ich gerade brauchte und ich fühle MICH gesehen.

Prima, weil sie nur sagen wie es mir damit geht und sie nicht sagen: Das Verhalten ist gut und das andere Verhalten ist schlecht.

Ich nutze aber beide Varianten, aus Gewohnheit.

Für mich ein spannendes Thema, denn ich reagiere oft getroffen auf Worte die auf den ersten Blick so nett gemeint scheinen. Ich schau dann dahinter, was ich da noch so wahrnehme und was mich davon vielleicht angetriggert hat. Das hilft mir lockerer im Umgang mit Menschen zu werden, was trotz vieler Fortschritte immer noch ein schwieriges Unterfangen für mich ist.

Lieben Gruß,
Teresa

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Ungelesener BeitragVerfasst: 04.08.2009 17:53 
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liebe teresa,

ja, auch komplizierte fragen dürfen gestellt werden. die haben den eindeutigen vorteil, dass man sein eigenes verhalten mal ganz ernsthaft näher beleuchten muss, um sich eine wahre und sinnvolle antwort zu erarbeiten.

beschäftigst du dich mit gfk?

das mit dem schätzen ist bei mir ganz konkret folgendermassen. um das erklären zu können, muss ich aber leider beim gegenpol, nämlich den dingen, die ich gar nicht schätze anfangen. irgendwie verhält es sich bei mir so, dass man mir 100 kilometer gegen den wind ansieht, wenn mir etwas nicht passt. so gesehen, brauche ich das also bei meinen mitmenschen nicht näher zu kommentieren.

wenn ich jetzt wüsste, dass mir freude und dankbarkeit genauso im gesicht geschrieben steht, wäre für mich alles in ordnung. d.h. bei den ganz tollen überraschungen klappt das schon, leider aber nicht bei den kleinen freuden. mir geht es nicht darum zu manipulieren, sondern ich möchte einfach nur den anderen wissen lassen, dass ich mich freue.

ja, deine idee bei der wertschätzung das zu erwähnen, was MICH gefreut hat, kann ich total unterstützen.

im täglichen, sprachlichen umgang von jahrelangen gewohnheiten wegzukommen ist sicher eine harte nuss. aber vielleicht hilft ja dieser austausch hier, dass wir uns dessen bewusster werden was wir alles so von uns geben.

schnell betroffen bin ich leider auch. und ich kann das dann auch nicht immer sofort für mich entschärfen, aber ich arbeite daran. in der tat werden halt leider sehr oft aussagen gemacht, die nicht so gemeint waren, wie sie aufgefasst werden, aber dafür würde sich ein faden zum thema kommunikation schon fast aufdrängen.

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