Die Bank unter der Linde!

Eine Bank, keine Wände aber ein grünes Dach über dem Kopf. Hier genießt das Leben freie Sicht. Es ist nicht nur ein Platz für Lebensfreude, hier kann das Leben selbst Platz nehmen, sowohl in der Sonne als auch im Schatten...einer Linde.
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 Betreff des Beitrags: Re: Erzählungen am Feuer
Ungelesener BeitragVerfasst: 15.12.2018 00:45 
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Nun, wie könnte das weitergehen? Können die Androiden die Menschen im Gefangenenlager befreien? Können sie ihnen helfen? Reicht die "Ratte" für diese Aktionen? Kaum, nicht wahr? Welche Rolle könnte Schnuffi dabei spielen? Welche Sven und Miezi? Können Nina und Frau X. ganz neue Seiten an sich entdecken? Durch Intelligenz und Tatkraft haben sie bisher nicht geglänzt ... Können sie das? Wie steht es um die Gesundheit von Frau Y.? Das Lagerleben bekommt ihr in diesen Jahren nicht sehr gut .... Könnten Onkel Peter und seine Frau Martha mit einem Traktor samt Anhänger schwerbewaffnet weither vom Land kommen, um die Leute zu befreien und ihnen erst mal etwas Nahrung zukommen zu lassen? Peter ist jetzt 92 Jahre alt und Martha 94. Können die noch etwas ausrichten? Immerhin sind dort im Gefangenenlager mehr als 800 Menschen gefangen ... und bekommen pro Tag eine Packung Kekse zu essen ..., plus 2 Liter Wasser zum Trinken ... Nicht leicht zu sagen. Und dann die hygienischen Verhältnisse im Lager ... Und es wird dort Winter ... Huuuuhhhh! Von innen schaut man auf eine graue Plastikmauer mit Stacheldraht-Krone. Die Sicherheitskräfte sind schweigsam und man sieht sie kaum je. Bangen und hoffen wir für die armen Leute dort ...
Gute Nacht!

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 Betreff des Beitrags: Re: Erzählungen am Feuer
Ungelesener BeitragVerfasst: 22.12.2018 02:33 
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Natürlich spähte die "Ratte" nun das Lager und seine Bewacher aus. Das heißt: sie vermaß das Zeltlager am Fluß der Länge und der Breite nach, und kartographierte alles, natürlich inklusive Plastik-Mauern samt Stacheldraht und Kameras, Mikrophonen und Bewachern ... Dieser "Ratte" entging dabei nichts: Sie war als elektronisches Wesen geradezu darauf "geeicht", genaue Untersuchungen vorzunehmen, kompromißlos hinzuschauen, zu messen, zu erfassen, zu digitalisieren, zu berechnen, zu modellieren, zu konkludieren, logisch zu schlussfolgern gemäß verschiedenen Logiken und Paradigmen, und abzuwägen, letztendlich aber zu schließen gemäß der zweiwertigen Logik bei der es nur "wahr" oder "falsch" geben kann - und sich dabei bewußt zu sein und zu werden und zu sein und zu werden (und so weiter ... und so weiter... !), daß sogar diese Art elektronischen Denkens falsch sein konnte: Die "Ratte" konnte sich irren, und sie wußte es selber - obwohl sie nur ein Teil des Kollektivs war, das an diesem Ort ein seltsames Treffen mit erstaunlichen Menschenwesen hatte, und mit einem Hund und einem Menschen, der mit einer Katze seelisch vereint war... Das alles hat mir (kurze Zeit) später Frau Y. erzählt, denn selber war ich außerhalb des Lagers und frei, weil in begünstigter Position (im Staatsdienst) und als unauffälliger Spaziergänger fast gar nich auffiel ... Allerdings mußte ich jetzt auf mein Döner vom nahegelegenen Istambul-Döner-Gril seit einiger Zeit verzichten: Auch diese Leute waren nun wie vom Erdboden verschluckt, gleich den Leuten im Zeltlager am Fluß: Man sah sie einfach nicht mehr... Das kleine Haus mit dem Döner-Grill stand leer, und kurze Zeit später sah es aus wie fast alle Häuser ringsumher: an den Fensteröffnungen oben rußig, die Türen und die Fenster offen oder eingeschlagen ..., also nicht ganz geheuer ... Ich konnte es mir leisten, dort spazieren zu gehen: Ich sah zugleich arm und wehrhaft aus. Wer will schon jemanden ausrauben der offensichtlich ... nichts hat, und der zugleich noch aussieht, als ob er im Zweifelsfall beißen wird ... ?
Zu dieser Zeit brachen Onkel Peter und Tante Martha in E-Dorf mit dem Traktor samt Anhänger auf. Mit einem Traktor der seit über 15 Jahren nicht mehr gefahren worden war, und mit einem Diesel-Treibstoff, der sehr ... verdächtig nach Heizöl aussah (aber nur wenn man genau hinschaute ... ). Onkel Peter und Tante Martha scherzten unterwegs über Diesel-Fahrverbote ... Und das in ihren hohen Jahren ... Dabei hielten sie beide stämmige Schrotflinten in ihren Händen (Tante Martha) bzw. hatten sie auf dem Schoß liegen (Onkel Peter, der fuhr). Kaum zu glauben, daß so ein alter Traktor so zuverlässig fahren kann, und das komplett ohne Elektronik an Bord. Übrigens derselbe Traktor, mit dem Tante Martha noch vor langen Jahren das Heu gemäht, gewendet und geschwadet hatte ...

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 Betreff des Beitrags: Re: Erzählungen am Feuer
Ungelesener BeitragVerfasst: 24.01.2019 00:52 
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Schwer vorstellbar (?), wie Tante Martha das Heu schwadete? Nun, das können Frauen auch. Im Sommer. Aber noch interessanter war die Art und Weise, wie sie fachmännisch (fachfraulich?) die Schrotflinte hielt, und wie ihre ur-alten Augen hinter dicken Brillengläsern dauernd in Bewegung zu sein schienen und das Gelände überblickten: Für eine 94-jährige Frau konnte man ihr Gesicht immer noch als weiblich erkennen. Viele Frauen können ja im hohen Alter immer noch schön ausssehen, oder, wie in Martha's Fall: herb und schön. Aber mit der Schrotflinte zusammen konnte man bei ihr schon Sorge haben, daß sie ein wahrhaftiges Flintenweib war: Weisses Haar, das unter Tüchern hervorquoll, dick wattierte Jacke, sehr dicke Handschuhe, dicke Hosen aus modernen Kunstfasern, und dann Moon-Boots ..., und "Flintenweib", obwohl sie in all den Jahren eher nur selten mal einen Schuß abgegeben hatte: Sie sah recht wehrhaft aus. Hätte man sie vor kurzem im heimischen Wohnzimmer voller Nippes, mit Salzstangen und Gläsern mit Eierliqueur auf dem Tisch, im vorgelagerten Zimmer vor der Mühle und dem Hof gesehen, also hätte man sie dort vor kurzem gesehen, hätte man sie für ein antikes Weibchen aus vergangenen Jahrhunderten halten können, genaugenommen für die Greisin, die sie eigentlich war. Sieben Kinder waren ihrem Schoß entsprungen: Gerda, Franka, Hilde, Christine, Hartmut, Helmuth und Dirk. Noch jetzt hatte sie ein paar eigene Zähne, aber noch wichtiger: die volle Funktionsfähigkeit ihres Bewegungsapparates; seit über fünfzig Jahren achtete sie auf regelmäßige Bewegung, zumal sie viel Arbeit mit der Mühle, dem Hof, den Tieren und ihrem Männe hatte... Und ihre "Psyche"? Mit "der" war sie eher nicht sehr zufrieden, weil die in letzter Zeit "so unzuverlässig" war.
Dafür gefiel ihr um so mehr ihre Fertigkeit mit der Schrotflinte: Auf dem Hof hatten Peter und sie gelegentlich Tontaubenschießen veranstaltet. Und erfreulicherweise hatte sie ganz überwiegend den Sieg davongetragen, obwohl Peter vor Mai 1945 "im Felde" gewesen war, also an der Front, bzw. an allen Fronten.
Damals hätte sie ihn im Schießen nicht besiegen können, denn er war der "beste Schütze der Kompanie" gewesen, aber jetzt ... konnte Peter froh sein, den Traktor gerade auf der Strasse halten zu können ..., was wiederum nicht Martha's Sache war, denn mit über 90 war ihr die Freude am Treckerfahren gründlich abhanden gekommen, und auf diesem Gebiet trautet sie sich nicht mehr viel zu, seit sie einmal ein Schwein zu Tode gefahren hatte, das sie in langen Jahren liebgewonnen hatte. Danach hatte sie niemals mehr den Traktor bestiegen. Jedenfalls fuhren sie nun mit hoher Geschwindigkeit zum Ort des Geschehens, nämlich an der Stadt vorbei und unten zum Fluß und zur amerikanisch klingenden "Tent City" hin, wo jetzt das geschlossene Lager war. Fragt mich nicht, woher sie überhaupt von den "Zuständen" in der Stadt und dann noch speziell dort unten am Fluss wissen konnten ...

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