Die Bank unter der Linde!

Eine Bank, keine Wände aber ein grünes Dach über dem Kopf. Hier genießt das Leben freie Sicht. Es ist nicht nur ein Platz für Lebensfreude, hier kann das Leben selbst Platz nehmen, sowohl in der Sonne als auch im Schatten...einer Linde.
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 Betreff des Beitrags: Re: Aus dem Leben gegriffen
Ungelesener BeitragVerfasst: 17.10.2016 20:57 
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Also, ich kenne tausend Geschichten. Mindestens. Darunter einige, die gar nicht lustig sind, mit keinem feinen Ende, sondern mit einem Ende in der Gosse, im Bordell oder unter feuchten Brücken, auch in der Einsamkeit tragischer Dinge. Aber auch ein paar, die ganz verträglich sind, die man sich anschauen kann, von denen man was lernen ? kann; harmlose Sachen also, schnurrige Storries, die einem nicht gleich die Schuhe ausziehen oder die Fußnägel hochklappen lassen, niedliche Possen und Begebenheiten ... fast wie bei Wilhelm Busch, den ich fast noch selber kennengelernt hätte ... weil ich mal gleich bei ihm "um die Ecke" gewohnt habe .... :floet2: Und, habt Ihr auch was zu erzählen? Ich kann kaum glauben, daß Ihr nichts zu erzählen wißt! Selbst in der solidesten Familie, selbst im anständigsten Haus geschehen bisweilen ungewöhnliche Dinge, die berichtenswert sind - allemal wenn die Hauptbeteiligten nicht mehr unter uns weilen ... weil nunmal das Leben endlich ist.
Und, fällt Euch was ein? :floet2:

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 Betreff des Beitrags: Re: Aus dem Leben gegriffen
Ungelesener BeitragVerfasst: 17.10.2016 23:10 
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Meine Eltern, also meine Mutter und mein Vater, sind beide ohne ihre Väter aufgewachsen: Mein Vater hat seinen Vater zuletzt 1941 im Sommer gesehen. Meine Mutter hat ihren Vater wohl zuletzt 1937 oder 1938 gesehen, als sie ein oder zwei Jahre alt war. Was können wir seitdem alles Schlechtes über die Männer und Väter und die Männlichkeit in Deutschland lesen und hören? Das dürfen wir ganz sicher alles einfach mal glauben. Weil irgendwelche Leute das erzählen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Aus dem Leben gegriffen
Ungelesener BeitragVerfasst: 03.07.2017 18:52 
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Vor über 15 Jahren, als ich gerade mein Diplom an der Uni gemacht hatte (die es mir gar nicht geben wollte, weil die hohen Herrschaften meine Diplomarbeit nicht zur Begutachtung annehmen wollten ...), da arbeitete ich als Hilfsarbeiter am Bau (und als Taxi-Chauffeur). Brandschäden beseitigen, Wohnungen ausräumen, Putz von den Wänden schlagen, Estrich 'rausstemmen, ein Kaufhaus umbauen, Beton und Asphalt beseitigen und ähnliches mehr. Prima Staub und Dreck. Zigaretten geraucht wurde da ... Höllischer Lärm von Presslufthämmern und anderen Maschinen in den Kaufhaushallen ... Was man öffentlich sonst eher kaum sieht: wo wir durch waren, knieten die Asphaltverleger auf dem Betonboden und trugen den im Winter dampfenden und stark ausdünstenden Asphalt auf. Wenn es morgens ans Werk ging, packten wir unsere Klamotten in einen leerstehenden Büro-Raum, der auch für das Frühstück und für das Mittagessen benutzt wurde. Und hier war es eines morgens, was ich kurz erzählen will: Einer der Arbeiter, so um die Mitte 50, kam gerade herein und hatte einen sorgenvollen Gesichtseindruck. Günther, der Polier, sprach ihn gleich an und fragte ihn, wie es seiner Frau gehe. "Sie liegt immer noch im Krankenhaus, die Ärzte wissen noch nichts Genaues." Ohne Umschweife wies der Polier ihn an, alles stehen und liegen zu lassen . "Du machst hier heute nichts. Du fährst jetzt gleich zurück und ins Krankenhaus. (über 50 Kilometer) Kümmer' Dich um Deine Frau!" Und das war's auch schon. Und das, obwohl wir Personalmangel und dauernd Überstunden hatten. Für den Polier keine Frage. Heute erwarten so manche Vorgesetzte scheinbar, daß man schwer kranke Angehörige und auch Kleinkinder einfach in ein Krankenhaus verfrachtet und da behandeln läßt, während man sich - natürlich - der Arbeit zuwendet. Was für verrückte Leute!

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 Betreff des Beitrags: Re: Aus dem Leben gegriffen
Ungelesener BeitragVerfasst: 29.10.2017 14:34 
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Nachdem ich aus der Schule gleich nach den ersten Wochen wieder 'rausgefolgen war, die "Vorschule" auf dem Gelände einer evangelischen Kirche besucht, und schließlich erst der einen und dann noch einer anderen Schule einverleibt worden war, stand in den Schulzeugnissen meiner ersten Jahre ganz unten zu lesen: "[...] fügt sich nur schwer in die Klassengemeinschaft ein."
Das war Anfang der 70er-Jahre im 20.ten Jahrhundert. Richtig konnte ich mich mit der deutschen Schule nie anfreunden. Ob es wohl an mir lag? Immerhin fügte ICH mich schwer in die Klassengemeinschaft ein.
Ja, ich denke auch: das lag an mir, und zwar recht deutlich an mir. Und ich denke auch, ich weiß warum ich mich so schwer in die Klassengemeinschaft einfügte: Weil ich damit recht hatte.

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 Betreff des Beitrags: Re: Aus dem Leben gegriffen
Ungelesener BeitragVerfasst: 21.06.2018 21:56 
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Meine Eltern waren einfache Leute, geschlagen vom Krieg und den seltsamen Umständen der Zeit danach, nicht besonders klug, getrieben von dem was die Menschen immer treibt, vertrauend auf die Liebe und das Leben - und dann auf ein seltsames Spinnweb von Dingen die nicht wahr sind.

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 Betreff des Beitrags: Re: Aus dem Leben gegriffen
Ungelesener BeitragVerfasst: 29.09.2018 02:20 
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Ein Kumpel von mir, Nachfahre in direkter Linie und Träger des selben Namens eines der berühmtesten Dichter und Schriftsteller Deutschlands im 19. Jahrhundert, nach dem zig Schulen in Deutschland benannt wurden, der schläft auch heute Nacht in der Umgebung von X-Stadt ... an einem Fluß dort ..., in einer verlassenen Hütte im Wald gleich neben dem Fluß. Ganz allein. Die Fenster der Hütte sind ohne Glas ... Dort gibt es keinen Strom und keine Heizung. Nichts ausser Wald und Fluß. Irgendwelche Leute haben dort im Sommer eine Matratze und eine Decke liegengelassen, und das gibt ein Quartier für diesen Herbst. Im kalten Winter kann er dort nicht dauerhaft leben, dann muß er sich mindestens für die kältesten Nächte ein anderes Quartier suchen ... Er geht jetzt auf die 60 zu und müßte so nicht leben, denn seine Familie hat immer noch Geld. Aber er will es so. Seltsam ...

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 Betreff des Beitrags: Re: Aus dem Leben gegriffen
Ungelesener BeitragVerfasst: 19.10.2018 00:27 
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Das ist schwer vorstellbar für Menschen die ein halbwegs bürgerliches Leben leben: Noch eine Zeit lang werden wir leben. Wir wünschen uns Glück!

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 Betreff des Beitrags: Re: Aus dem Leben gegriffen
Ungelesener BeitragVerfasst: 24.02.2019 20:06 
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"Gang zom Friseur, dann krigsch Arbeit!"

Als in den 60er-Jahren im 20.-ten Jahrhundert ein Kumpel von mir in den Schulferien Arbeit suchte (weil seine Eltern es nicht duldeten, daß er in den Schulferien tatenlos "herumhing" ...) standen - oder hangen - ihm seine lagen Haare im Weg: Damals waren lange Haare "bei Männern" nicht gern' gesehen, und überhaupt eher nicht gesellschaftsfähig ("bei Männern"). Lange Haare bei Jungs oder Männern gar ... galten nicht als Zeichen "männlicher Schaffensfreude" und "männlicher Arbeitsdisziplin", sondern schon eher als "asozial".
Mein Kumpel lebte damals in einer (damaligen) Industriestadt in Süd-Deutschland (ja, so 30 KM von Stuttgart entfernt ...), und Arbeiter wie Hilfsarbeiter waren eher gesucht. Bevor er sich die langen Haare abschneiden ließ, schaute er in einer der örtlichen Lederfabriken vorbei (wo sind die Lederfabriken alle bloß hin ...?) und fragte nach einem "Dshob". Und zu hören bekam er da postwendend: "Gang zom Friseur, dann krigsch Arbeit!" = Auf Schwäbisch "Geh' zum Friseur, dann kriegst Du Arbeit!"
Unverrichteter Dinge ging er heim.
Aber beim nächsten Mal, bei einer Baufirma, hatte er Glück: Chef und Kapo guckten zwar befremdet, und man redete ihn auf dem Bau seltsamerweise eine zeitlang als "Ghandi" an, jedoch zeigte er sich fleissig, und beim mühsamen Ausheben einer Baugrube für eine zukünftige Tankstelle am Rande der Kleinstadt, zusammen mit einem anderen Schüler, schlossen die Arbeiter nun Wetten ab, ob die Zwei das innerhalb einer gesetzten Frist schaffen würden ... Für den Fall, daß die Zwei es schaffen würden, wurde ihnen ein Kasten Bier versprochen. Natürlich ging es dabei auch um die "männliche Ehre". Der Bagger hatte nur "oben" etwas Erde abgetragen, der Rest musste "manuell" getan werden. Tag für Tag gruben die zwei Beiden nun in der tiefer werdenden Grube und schaufelten das Erdreich in die tief hängende Baggerschaufel hinein, mit Blasen und Blut-Blasen an den Fingern und zunächst bleichem und bleicherem Gesicht. So um die 100 Quadratmeter das Areal, bis um die 3 Meter tief. Schwerst-Arbeit für gerade mal 15-jährige Burschen. Ohne mehrere Liter Bier den Tag über ging es nicht, denn sonst war man einfach zu schwach, zumal in so jungen Jahren, denn stundenlang bei großer Hitze Erdreich schaufeln ... ist einfach nicht einfach ..., und strengt auch geübte Mannsbilder "etwas" an. Erfahrungsgemäß reichen gute Butterbrote in diesem Sektor leider nicht. Wie bei Gartenland-Umgraben, zum Beispiel, aber noch härter, denn die Schaufel mußte ja jedesmal ins Erdreich gestoßen, getreten, und dann hochgehoben und in die Baggerschaufel abgekippt werden. Und das den ganzen Tag lang. Und ganze (kleine) zwei Wochen lang, bei sommerlichen 30 Grad Wärme und praller Sonne ... Auf Rosen gebettet? Ähäm ..., Rosen ..., wuchsen da vielleicht auch ein paar in der Gegend ..., und schauten den fleissigen Leuten wohlwollend und fröhlich zu. So ungefähr war das ...
Der Chef von dem besagten Bau-Unternehmen, meinte schließlich: "Am A'fang, da hend i net g'wußt, was des wird. Ond mit lange Haar', des seh' i jetzt auch anders. Kannscht immer komme, wenn Du arbeite willscht!" Dann kamen für meinen Kumpel noch viele (Gott-sei-Dank weniger) schwere Arbeiten in den Schul-Ferien, während die "Kinder aus besseren Häusern" mit den Eltern in Urlaub fuhren; die hatten dann im Gummi-Nasium auch was Anständiges zu schreiben, und erhielten entsprechende "Noten" dafür ...
Mein Kumpel bekam gegen Ende der Arbeiten auf der besagten Baustelle einige Spritzer Zement ins Haar, und die langen Haare zeigten bald "Spliss". Schließlich ging er zum Friseur und ließ sich die Haare kurz scheren. Sein Trainer im kleinen örtlichen Fitness-Studio (einzig in seiner Art, damals trainierte die Stuttgarter Unterwelt dort, zusammen mit anderen Kraftsport-Interessierten, vom Kriminal-Beamten bishin zur Sportlehrerin an Grundschulen ..., zumal es in Stuttgart nichts Vergleichbares gab), freute sich.

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 Betreff des Beitrags: Re: Aus dem Leben gegriffen
Ungelesener BeitragVerfasst: 27.02.2019 19:03 
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Was ich schnell erzählen wollte: Gestern ging ich nach einem sehr anstrengenden Tag einfach so die Straße entlang und an ein paar Altglas-Containern vorbei. Vor den Containern stand halb auf dem Bürgersteig ein kleiner Karton, kleiner als ein Schuhkarton, halb geöffnet. Und der Schein der Laterne fiel dort schwach hinein. Mein Blick wurde von glitzernden Perlen angezogen. Ich kam mir vor wie eine nächtliche Elster. Ich ging in die Hocke und machte den Karton ganz auf: Kleinmädchen-Schmuck in vielen Farben, Glitzer-Armbänder ..., na-ja ... Doch zu unterst schimmerte es etwas anders und fühlte sich auch etwas anders an als Talmi: Ein nettes kleines Goldarmband mit verwaschenem 585er-Stempel, wie ich zuhause feststellte. Ich hab' mal auf die derzeit üblichen Ankaufpreise geschaut: als "Altgold" mit 585er-Gehalt bringt das Armband im Moment rund 400 Euro. Natürlich verkaufe ich es nicht. :01 good

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 Betreff des Beitrags: Re: Aus dem Leben gegriffen
Ungelesener BeitragVerfasst: 14.03.2019 14:04 
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Ich bin immer etwas ... traurig, wenn ich alte Leute reden höre, die sich über die Geschichte und Gegenwart unterhalten, und ihre "Argumente" und Meinungen aus den Nachrichten beziehen oder das herbeten, was sie in der Schule so gelernt haben, als ob sie da irgendwo einfach mal "die Wahrheit" aufgeschnappt oder verabreicht bekommen hätten. So sind ja - Gott sei Dank! - nicht alle Alten. Meine eigenen Vorfahren haben, soweit ich sie noch kennenlernen durfte, wohl auch eher oft dazu geneigt zu glauben, was man da scheinbar glauben soll, zu glauben hat, ja glauben muß - allemal wo scheinbar die Mehrheit, die "Lebenserfahrung" oder "der gesunde Menschenverstand" klarermaßen dafür sprachen, obwohl mir, also mir, das gar nicht so klar scheint, zumal "Mehrheit" doch eher eine fragwürdige Anzahl Leut'chen ist, zumal viele Leute eher nur von Lebenserfahrung reden, sie aber doch sehr oft eher nicht "haben", und der "gesunde Menschenverstand" wohl existieren mag, aber oft doch irgendwie auch nicht so recht da ist, sogar bei Leuten nicht, die im Leben etwas "'rumgekommen" sind. Was wissen wir schon mit Sicherheit selber? Mein Eindruck: Viele Leute haben zu denjenigen, die ihnen da "die Wahrheit" erzählen ein Verhältnis, wie kleine Kinder zu den scheinbar allwissenden, übermächtigen Eltern oder noch höherstehenden Autoritäten, und das sogar wo sie diese Autoritäten und den Wert ihrer "Erzählungen" eher nur schwer beurteilen können, oder auch: gar nicht. Da erzählen einem irgendwelche Leut'chen irgendwas, im Fernsehen, in der Zeitung, in der Schule, oder gar als amtlich bestallte "Informierer", und das muß man dann ja wohl glauben. Manchmal ist das sogar irgendwie "angenehm", denn es beruhigt, es erklärt, es sagt, wo und wer "die Bösen" sind, und daß "Wir" doch "die Guten" sind, die "das Vernünftige und Gute" zusammen wollen. Wie nett... Ein bißchen ähnlich:
Meine Großmama Marianna erzählte mir mit über 90 vor vielen Jahren, als ich einmal zu Besuch bei ihr war, doch tatsächlich von Leuten, die ihr immer "ein Ständchen bringen". Ich fragte nach, wer denn da so nett sei, und sie meinte "na, die da! Die da unten!", und sie wies dabei mit dem Zeigefinger in Richtung Balkontür. Ich dachte: "Na, auf dem Balkon? Oder unter dem Balkon? Wer könnte das wohl sein, der da so artig Musik macht, speziell für meine Oma?" Auf näheres Nachfragen fand ich dann heraus, daß sie "die Leute im Fernseher", und da speziell gewisse Damen und Herren aus dem Bereich "Volksmusik" meinte. Da verstand ich: Sie hatte, ein bißchen durcheinander wie sie nunmal in so hohen Jahren war, die Leute "im Fernseher" mit denen "da draußen, in der Welt" ein wenig verwechselt ... Kann vorkommen. Sie konnte seit Jahrzehnten nicht mehr richtig gehen, war viel allein und zuhause, Sport war schon in ihren 60ern nicht möglich gewesen, und hatte sie wohl auch seit der Schulzeit nicht mehr betrieben. Da ist man natürlich "im Kopf" eher nicht so sehr fit, sind auch viele Leute ja schon in jüngeren Jahren nicht ..., und bei mir hapert's manchmal auch in dieser Hinsicht.
Aber doch: Wie man auch hier sieht, das Fernsehen, die Zeitungen, all die ganzen "Informationen", sind manchmal eher nicht das, was sie uns zu sein scheinen. Da ist die Verwechselung von "Volksmusik" im Fernsehen mit netten Leut'chen unter dem Balkon, die einem ein Ständ'chen bringen noch eher eine harmlose Verwechselung ... Wie sieht es da erst mit den Leut'chen aus, die uns "die Wahrheit" näherbringen wollen? Haben sie wohl "die Wahrheit"? Servieren sie uns diese Wahrheit "auf dem Silbertablett"? Und wenn wir diese Wahrheit "gefressen" haben, haben wir dann "die Wahrheit"? Da würde ich doch sehr oft eher meinen: Lieber ein Ständ'chen ... à la Volksmusik ...

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