Die Bank unter der Linde!

Eine Bank, keine Wände aber ein grünes Dach über dem Kopf. Hier genießt das Leben freie Sicht. Es ist nicht nur ein Platz für Lebensfreude, hier kann das Leben selbst Platz nehmen, sowohl in der Sonne als auch im Schatten...einer Linde.
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 Betreff des Beitrags: Re: Klagemauer
Ungelesener BeitragVerfasst: 22.05.2012 15:55 
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Hm - liebe Füchsin - ich finde ehrlich momentan keine passenden oder für andere verständliche Worte für diesen Müll
aktuell versuche ich mich einfach abzulenken, indem ich hin und her surfe.....


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 Betreff des Beitrags: Re: Klagemauer
Ungelesener BeitragVerfasst: 22.05.2012 16:52 
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Liebe Olathe, wie bist du denn bisher mit deiner "nassen" Vergangenheit umgegangen? Also ohne die Konfrontation durch deine Kinder.
Hast du es einfach vergssen wollen, totgeschwiegen,nimmst du es dir übel, ist da Scham unterwegs oder einfach nur Erleichterung, davon losgekommen zu sein und der Glaube, nicht mehr zu trinken wäre schon alles?
Wie hast du die Zeit damals abgelegt oder bearbeitet?

Für mich ist sicher: solange du dir selbst nicht verzeihst und damit im Reinen bist, dass du damals nicht anders konntest als so, solange werden deine Kinder dir Vorwürfe machen können ud du wirst schmerzlich getroffen zurückweichen und zulassen, dass sie die Frau von damals, an die sie zu Recht Ansprüche gestellt haben, mit der von heute, die lange trocken ist, verwechseln.

Für mich war es ganz wichtig, mich zu sehen im Damals....mit meiner Bedürftigkeit, meiner Hilflosigkeit, meiner Einsamkeit, meiner Erbärmlichkeit; erst danach, nachdem ich die arme, bedauernswerte Frau von damals umarmt hatte, konnte ich an 7 Jahre meines Lebens denken ohne mich zu schämen und sie kamen mir nicht mehr vor wie ein riesiger ekliger schwarzer Fleck auf meiner biografischen Weste.

Ich wünsche dir so sehr, dass du die Olathe von damals anschauen kannst, deren einzige Verhaltensmöglichkeit eben das Trinken war.
Deine Kinder können sich da nicht reinversetzen (niemand kann das, der nicht in Sucht-Schuhen gestanden
hat), für die ist das was mit "Zusammenreissen" und Selbstdiziplin; wie die meisten Kinder von Süchtigen werden sie gedacht haben und denken evtl. noch heute: wenn sie uns wirklich lieb hätte, würde sie
aufhören.
Aber wir wissen es besser: wenn du dich selbst lieb gehabt hättest und Verhaltensmöglichkeiten gehabt hättest, um mit negativen Gefühlen umzugehen - dann hättest du aufgehört.

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 Betreff des Beitrags: Re: Klagemauer
Ungelesener BeitragVerfasst: 22.05.2012 17:27 
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BlaueVase hat geschrieben:
wenn du dich selbst lieb gehabt hättest und Verhaltensmöglichkeiten gehabt hättest, um mit negativen Gefühlen umzugehen - dann hättest du aufgehört.


Dieser Satz sackt gerade ganz tief in mein Herz und ich bin voller Mitgefühl für meine Mutter. Danke dafür!

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 Betreff des Beitrags: Re: Klagemauer
Ungelesener BeitragVerfasst: 22.05.2012 18:46 
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Rübenigel hat geschrieben:
BlaueVase hat geschrieben:
wenn du dich selbst lieb gehabt hättest und Verhaltensmöglichkeiten gehabt hättest, um mit negativen Gefühlen umzugehen - dann hättest du aufgehört.


Dieser Satz sackt gerade ganz tief in mein Herz und ich bin voller Mitgefühl für meine Mutter. Danke dafür!


ich wünsche jeder mutter/jedem vater/jedem menschen/jedem für sich selber, dass dieser satz von blaue vase ganz tief in ihr/sein herz sackt: jeder mensch würde anders handeln (bzw. so, wie der andere es sich für sich wünscht), wenn es ihm möglich wäre.

isis

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 Betreff des Beitrags: Re: Klagemauer
Ungelesener BeitragVerfasst: 23.05.2012 07:00 
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LEBENheute: Inspiration zum 22. Mai hat geschrieben:
Wenn es darum geht, wie eine Abhängigkeit von Stoffen wie Drogen und Alkohol entsteht, so liegt dies darin begründet, dass wir durch sie dem Schmerz und der Isolation, welche wir aus der Vergangenheit mit uns herumschleppen, aus dem Weg gehen möchten. Ein Großteil hiervon lässt sich auf die Beziehung, die wir in unserer Kindheit mit unseren Eltern hatten, zurückführen. Als Du ein Kind warst, welche Art von Missbrauch hast Du damals erlitten? Welche Verletzungen trägst Du mit Dir? In welchem Maß hast Du diese Gefühle unterdrückt? Eine Abhängigkeit zu überwinden kann ein sehr schwieriger Prozess sein.

Eine Abhängigkeit ist ein Ergebnis davon vermeiden zu wollen, Gefühle wirklich zu empfinden. Durch das Unterdrücken von Gefühlen trennt man die Verbindung von sich zu sich selbst auf. Dies bedeutet, die Wahrnehmungen von Trennung und Entfremdung noch zu verstärken, die bereits auf der Ebene des Unbewussten empfunden werden.


Und es ist doch irgendwie grotesk, dass Alkohol, Drogen, Medikamente, usw. "böse" sind, während Arbeitswut, Einkaufen, Konsumieren, Ablenken, Fernsehen, Internet, Zocken, Extremsport, Ausbrennen, usw. "angesehene" Ablenkungen sind.

:kez_13_menno:

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Der gegenwärtige Augenblick ist die Türöffnung zu Gott.
Er ist die einzige dem Menschen bekannte Abkürzung, die tatsächlich das erfüllt, was sie verheißt.

http://www.fshr.de/gedanke-zum-tag
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 Betreff des Beitrags: Re: Klagemauer
Ungelesener BeitragVerfasst: 23.05.2012 07:10 
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Wot hat geschrieben:
Und es ist doch irgendwie grotesk, dass Alkohol, Drogen, Medikamente, usw. "böse" sind, während Arbeitswut, Einkaufen, Konsumieren, Ablenken, Fernsehen, Internet, Zocken, Extremsport, Ausbrennen, usw. "angesehene" Ablenkungen sind.

:kez_13_menno:

Bei der Aufzählung ist eigentlich nur die Arbeitswut angesehen. Und wenn die Leute dann einen Herzinfarkt bekommen, haben sie eine Leistungserkrankung. Die Krankheit genießt ein relativ hohes Ansehen, im Gegensatz zu Krebs z. B., den man bekommt, weil man irgendwas falsch gemacht hat, Ernährung oder so.


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 Betreff des Beitrags: Re: Klagemauer
Ungelesener BeitragVerfasst: 23.05.2012 07:14 
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aus Wots Zitat:
Zitat:
Eine Abhängigkeit ist ein Ergebnis davon vermeiden zu wollen, Gefühle wirklich zu empfinden. Durch das Unterdrücken von Gefühlen trennt man die Verbindung von sich zu sich selbst auf. Dies bedeutet, die Wahrnehmungen von Trennung und Entfremdung noch zu verstärken, die bereits auf der Ebene des Unbewussten empfunden werden.


Genau, die Zeiten meiner Trinkerei kommen mir wie Zombie-Zeiten vor - ich habe noch geatmet, aber von Lebendigkeit konnte keine Rede sein, und das war auch der "Sinn" des Ganzen.
Und selbst das, was man zu erleben meint, bleibt einem nicht, wegen der Gedächtnislücken am nächstenTag. Man lebt eigentlich gar nicht.
Und diese ungelebten Jahre taten mir im Nachhinein wirklich weh.
Weil ich die nicht zurück bekomme.
(Dennoch waren offenbar die abgetrennten Gefühle so schrecklich und ich ihnen gegenüber so hilflos, dass es immer noch leichter war, als Zombie herumzulaufen als sie zu spüren, so ohne Unterstützung.)

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 Betreff des Beitrags: Re: Klagemauer
Ungelesener BeitragVerfasst: 23.05.2012 07:37 
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Ich danke meinem Gott im Himmel, dass ich während meiner schwersten Zeiten "nur" Depressionen bekommen habe und nicht ans Trinken gekommen bin.
Ich wäre der ideale Kandidat gewesen.
Vermutlich fehlt mir dazu ein Gen, was meine Meinung bestätigt, dass Alkoholismus eine Krankheit ist.


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 Betreff des Beitrags: Re: Klagemauer
Ungelesener BeitragVerfasst: 23.05.2012 08:16 
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Interessante Fragestellung. Ob es als Erkrankung durchgeht, ist m. E. eine reine Frage der Bewertung. Ich zähle Abhängigkeiten schon dazu.

Ich glaube aber nicht, dass Süchte bzw. Abhängigkeiten unbedingt etwas mit den Genen zu tun haben müssen, auch wenn eine Disposition als vererbbar gilt. Aber irgendwann fangen Leute damit als Erster an. Gerade bei stofflichen Suchtmitteln führt ja die Einnahme zu den süchtigmachenden Veränderungen in der Psyche. Ich glaube auch, dass letztendlich jeder unter gewissen Umständen süchtig werden kann, nur nicht alle von demselben. Ich könnte z. B. niemals an Magersucht erkranken. Dafür esse ich viel zu gerne. Auch Tablettensucht wäre nicht mein Ressort. Viele schlagen mir auf den Magen. Deswegen scheiden auch große Mengen Alkohol aus, die ein Abhängiger in sich hinein schüttet. Davon muss ich mich nur übergeben.

Aber dem Computer könnte ich zeitweise schon verfallen, wobei sich das hochschaukelt und sich nach viel Zocken Straßen im Hirn eingebrannt haben, die mich beschäftigen. Das geht aber auch sofort vorbei, wenn mich wirklich etwas beschäftigt. Dann kann ich nicht spielen. Ich entwickele mich dann eher in die depressive Richtung. Dann vielleicht besser Zocken, das macht mehr Spaß.


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 Betreff des Beitrags: Re: Klagemauer
Ungelesener BeitragVerfasst: 23.05.2012 16:47 
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Es gibt die Theorie, dass TrinkerInnen im Grunde depressiv sind und das Trinken nur ein Symptom der Depression ist.
Und viele zeigen ja auch die volle Palette depressiver Symptome, ausser vielleicht, wenn sie erst mittelmäßig betrunken sind und daher noch erleichtert, gutgelaunt, selbstbewußt, kontakt- und unternehmungslustig.
Ein paar Flaschen oder Drinks weiter sind sie schamerfüllt, traurig, weinerlich, selbstverachtend, spüren nichts (wie Depressive auch) und wissen nicht, wie es mit ihnen weitergehen soll.

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