Die Bank unter der Linde!

Eine Bank, keine Wände aber ein grünes Dach über dem Kopf. Hier genießt das Leben freie Sicht. Es ist nicht nur ein Platz für Lebensfreude, hier kann das Leben selbst Platz nehmen, sowohl in der Sonne als auch im Schatten...einer Linde.
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 Betreff des Beitrags: Re: Zwillingsmutter in Not
Ungelesener BeitragVerfasst: 30.06.2012 08:09 
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wilson hat geschrieben:
Alice hat geschrieben:
Hej Alice

Ich sage ganz ungeniert, dass ich Deine Haltung gut finde, und Du eben nicht die Martha Goebbels des 21. Jahrhunderts gibst, die sich aufopfert :01 good

:hutheben: , dass Du den Mut aufbringst, das auch leben und umsetzen zu wollen

Deine Gedanken und Überlegungen sind für mein Empfinden sehr, sehr klar und vor allem äusserst kraftvoll.

Dass Du weder subtilem, gesellschaftlichem Druck noch stummen Vorwürfen einer Magersüchtigen nachgeben willst, davor habe ich allerhöchsten Respekt.

Für mich heisst das auch, dass Du innerlich eine gesunde, klare Quelle hast. Ich wünsche Dir, dass Du sie weiter für Dich erschliesst und aus ihr schöpfst.

Heilung ist möglich 01:rainbow


:knutsch: wilson,

Das denke ich auch. :sonnepak1:
Aber eben nicht in der traditionell- spießigen Rollenverteilung

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 Betreff des Beitrags: Re: Zwillingsmutter in Not
Ungelesener BeitragVerfasst: 30.06.2012 08:27 
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... vielen Dank, Alice Bild

Alice hat geschrieben:
Aber eben nicht in der traditionell- spießigen Rollenverteilung


... genau, bleibe bei Deiner Geradlinigkeit, Klarheit und Aufrichtigkeit, Alice :sonnepak1:

Das 5-wöchige Zimmerteilen mit dieser jungen Frau hat mir persönlich gezeigt, dass sie ganz klare Regeln im Umgang miteinander und teilweise auch knallharte Ansagen (Grenzen ziehen) gebraucht hat

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 Betreff des Beitrags: Re: Zwillingsmutter in Not
Ungelesener BeitragVerfasst: 30.06.2012 08:52 
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wilson hat geschrieben:
... vielen Dank, Alice Bild

Alice hat geschrieben:
Aber eben nicht in der traditionell- spießigen Rollenverteilung


... genau, bleibe bei Deiner Geradlinigkeit, Klarheit und Aufrichtigkeit, Alice :sonnepak1:

Das 5-wöchige Zimmerteilen mit dieser jungen Frau hat mir persönlich gezeigt, dass sie ganz klare Regeln im Umgang miteinander und teilweise auch knallharte Ansagen (Grenzen ziehen) gebraucht hat


danke.
ich werde mal ein Regelpapier mit dem Bruder erarbeiten für die Zeit, wenn sie hier in Urlaub ist und wohnt!
:biggrinn:

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 Betreff des Beitrags: Re: Zwillingsmutter in Not
Ungelesener BeitragVerfasst: 30.06.2012 09:03 
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... darin lag übrigens mein Lerngeschenk, meine Grenzen klar zu erkennen und sie im Aussen auch tatsächlich zu setzen. Insofern war es zwar mühsam und anstrengend, weil ich bei dem Aufenthalt primär etwas Anderes bearbeiten wollte, aber lehrreich :sonnepak1:

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 Betreff des Beitrags: Re: Zwillingsmutter in Not
Ungelesener BeitragVerfasst: 30.06.2012 09:55 
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Mir sind diese Causalitäten etwas gewagt:

Alice hat geschrieben:
Da sie in der Klasse gemobbt wurde aufgrund Ihres Verhaltens- niemand wolllte Ihre Freundin sein, entwickelte sie eine Infektanfälligkeit- und ich war, wenn ich nicht arbeitete, beim Arzt oder im Krankenhaus- das hat letzlich zu meiner Erkrankung geführt...

Vielleicht war ihr Immunsystem im Keller bei dem psychischen Stress, den sie als Kind schon aushalten musste. Vielleicht aus anderen Gründen. So, wie du es formulierst, hört es sich aber fast wie Absicht an. Damit gäbest du mehr oder weniger direkt Anna die Schuld an deiner Erkrankung. Ganz schlechte Voraussetzung, um irgendwann ein herzliches Mutter-Tochter-Verhältnis hinzubekommen. Anna ist nicht Schuld an deiner Erkrankung. Es sind so viele Faktoren, die dazu führen und zusammenspielen. Einem Kind in einer beschissenen Familiensituation sollte man keine Schuld geben. Eine Ursache ist der eigene Umgang mit Stress. Wenn du irgendwann eine Anschlusheilbehandlung machst, gibt es wahrscheinlich sehr interessante Vorträge dazu.

Zitat:
Immer mit der " stummen" Drohung: wenn ihr nicht spurt, dann esse ich nicht.

Das geht natürlich nicht, dass sie euch so tyrannisiert. Es ist völlig klar, dass du das jetzt nicht gebrauchen kannst. Aber in der Tyrannei und der Kontrolle der Situation finden tyrannisierende Kinder die Geborgenheit und Sicherheit, die sie von den Eltern nicht bekommen, aber zum Überleben brauchen. Sie müssen jemanden haben, den sie als stärker empfinden, um sich geschützt zu fühlen. So eine Person stand Anna offensichtlich nicht zur Verfügung. Wenn du ihr die emotionale Sicherheit momentan nicht bieten kannst, ist eine Internatslösung mit Leuten, die emotional stark sind, vielleicht gar nicht schlecht. Dann hat sie eine reelle Chance.

Oder du redest einmal Tacheles mit ihr, so in dem Tenor, dass sie jetzt anfangen muss, erwachsen zu werden. Du wüsstest nicht, wie lange du noch für sie sorgen kannst. Das müsse ihr klar sein. Jetzt sind für solche Verhaltensweisen kein Platz mehr. Entweder ihr rückt als Familie zusammen, dann muss sich jeder so verhalten, dass er anderen nicht schadet und seinen Part in der Gemeinschaft übernimmt, oder die Internatslösung wäre eine echte Option.


Zuletzt geändert von Calendula am 30.06.2012 13:30, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Zwillingsmutter in Not
Ungelesener BeitragVerfasst: 30.06.2012 10:17 
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... nur noch ein paar meiner Gedanken zu diesem Thema (aus dieser Erfahrung heraus, und allem, was ich aus der Therapie dieser jungen Frau mitbekommen habe) ...

Allein aufgrund der Magersucht haben Betroffene per se die volle Aufmerksamkeit ihres Umfelds
(das Umfeld ist ja permanent in Habacht-Stellung und kontrolliert Essverhalten, Gewicht, Aussehen).
Denn je nach Schweregrad geht es tatsächlich um Leben und Tod.

Betroffene müssen sich tatsächlich entscheiden, ob sie leben oder sterben wollen.

Diese junge Frau hat in dieser psychosomatischen Klinik (sogar mit anthroposophischer Ausrichtung) ihre Magersucht-Spielchen weitergespielt.
(... und ich hatte den Eindruck, dass sie auch eine sensationelle Schauspielerin war)
Die behandelnde Ärztin war eine Seele von Mensch, total liebevoll 01:rainbow
... und dennoch, nach einer Woche wurde die junge Frau vor die Wahl gestellt (sie wurde nämlich regelmässig gewogen):
Entweder sie arbeitet mit oder sie fliegt per sofort aus der Klinik.
Meine Fresse, was hat sie getobt im Zimmer, Sachen an die Wand geschmissen (auch meine) usw. usw.
Anfänglich fand ich das Verhalten der Ärztin unmenschlich und hart; erst im Lauf der kommenden Wochen habe ich das überhaupt erst irgendwie verstanden ...

Was mich am meisten schockiert hat, war der körperliche Zustand dieser jungen Frau: Alle Zähne und das Zahnfleisch kaputt, Haarausfall wie ein alter Mann, ein Körper, der sich selbst auffrisst, an bestimmten Körperstellen fast skelettiert ...

Sie hat bevorzugt an Lakritz herumgelutscht, weil das dem Körper (angeblich - ich kann das nicht beurteilen ...) Wasser entzieht ...

Wer uns beide zusammen gesehen hat, musste denken, ich esse ihr alles weg (... sie hat am späteren Abend noch zusätzliches Essen aufs Zimmer bekommen, und tatsächlich hat sie mich gebeten, es zu essen. Nachdem ich mich weigerte, ging es los: Tarnen, vertuschen, verstecken ... und mir gegenüber dann total aggressiv: Warum ich ihr diesen "winzigen Gefallen" nicht tue ...)

Im Grunde genommen fühlte ich mich durch sie permanent manipuliert und instrumentalisiert.
... und rückblickend betrachtet habe ich den Eindruck, die Ärztin hat mir diese Frau ganz bewusst aufs Zimmer gelegt, weil auch das zu meinem Themenbereich gehörte :floet2:

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 Betreff des Beitrags: Re: Zwillingsmutter in Not
Ungelesener BeitragVerfasst: 30.06.2012 12:16 
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wilson hat geschrieben:
... nur noch ein paar meiner Gedanken zu diesem Thema (aus dieser Erfahrung heraus, und allem, was ich aus der Therapie dieser jungen Frau mitbekommen habe) ...

Allein aufgrund der Magersucht haben Betroffene per se die volle Aufmerksamkeit ihres Umfelds
(das Umfeld ist ja permanent in Habacht-Stellung und kontrolliert Essverhalten, Gewicht, Aussehen).
Denn je nach Schweregrad geht es tatsächlich um Leben und Tod.

Betroffene müssen sich tatsächlich entscheiden, ob sie leben oder sterben wollen.

Diese junge Frau hat in dieser psychosomatischen Klinik (sogar mit anthroposophischer Ausrichtung) ihre Magersucht-Spielchen weitergespielt.
(... und ich hatte den Eindruck, dass sie auch eine sensationelle Schauspielerin war)
Die behandelnde Ärztin war eine Seele von Mensch, total liebevoll 01:rainbow
... und dennoch, nach einer Woche wurde die junge Frau vor die Wahl gestellt (sie wurde nämlich regelmässig gewogen):
Entweder sie arbeitet mit oder sie fliegt per sofort aus der Klinik.
Meine Fresse, was hat sie getobt im Zimmer, Sachen an die Wand geschmissen (auch meine) usw. usw.
Anfänglich fand ich das Verhalten der Ärztin unmenschlich und hart; erst im Lauf der kommenden Wochen habe ich das überhaupt erst irgendwie verstanden ...

Was mich am meisten schockiert hat, war der körperliche Zustand dieser jungen Frau: Alle Zähne und das Zahnfleisch kaputt, Haarausfall wie ein alter Mann, ein Körper, der sich selbst auffrisst, an bestimmten Körperstellen fast skelettiert ...

Sie hat bevorzugt an Lakritz herumgelutscht, weil das dem Körper (angeblich - ich kann das nicht beurteilen ...) Wasser entzieht ...

Wer uns beide zusammen gesehen hat, musste denken, ich esse ihr alles weg (... sie hat am späteren Abend noch zusätzliches Essen aufs Zimmer bekommen, und tatsächlich hat sie mich gebeten, es zu essen. Nachdem ich mich weigerte, ging es los: Tarnen, vertuschen, verstecken ... und mir gegenüber dann total aggressiv: Warum ich ihr diesen "winzigen Gefallen" nicht tue ...)

Im Grunde genommen fühlte ich mich durch sie permanent manipuliert und instrumentalisiert.
... und rückblickend betrachtet habe ich den Eindruck, die Ärztin hat mir diese Frau ganz bewusst aufs Zimmer gelegt, weil auch das zu meinem Themenbereich gehörte :floet2:

Im Moment bin ich gerade depressiv, weil ich keine Haare mehr habe und eine , zwar wunderschöne aber eben Perücke auf habe.
Ich finde auch , daß magersüchtige total anstrengend sind.
Aber heute fahre ich mit einem Freund nach Bad Salzungen, um Anna zu besuchen.
Da wird es sicher auch Gespräche geben.
Vielleicht haben wir aber auch einfach nur Spaß...

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 Betreff des Beitrags: Re: Zwillingsmutter in Not
Ungelesener BeitragVerfasst: 30.06.2012 12:29 
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... ja, verständlich ... ist eine zusätzliche Manifestion im Aussen ... *seufz*

Ich wünsche Dir in jedem Fall einen schönen Nachmittag mit Anna 01:rainbow

... und esst ein Eis für mich mit Bild

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 Betreff des Beitrags: Re: Zwillingsmutter in Not
Ungelesener BeitragVerfasst: 30.06.2012 12:53 
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Ich wünsche Euch viel Spaß miteinander. Und ein gutes Gespräch, wenn es denn dran ist. *umarm*

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Ich bin, wie ich bin. Die einen kennen mich, die anderen können mich. Bild ... (Konrad Adenauer gemopst)


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 Betreff des Beitrags: Re: Zwillingsmutter in Not
Ungelesener BeitragVerfasst: 30.06.2012 13:21 
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Alice hat geschrieben:
Im Moment bin ich gerade depressiv, weil ich keine Haare mehr habe und eine , zwar wunderschöne aber eben Perücke auf habe.

Ach menno, das ist wirklich ein großer Mist! Ich fühle mit dir! Zu der körperlichen Schwäche auch noch so eine radikale Veränderung im Aussehen. Perücke bleibt Perücke. Das ist wahrscheinlich jedesmal ein Schreck, wenn du in den Spiegel schaust. Ein Trost ist, dass sie wiederkommen. Und du siehst, dass die Chemo wirkt. Alles wird gut!

Alice, sag deiner Tochter die Wahrheit, dass du jetzt um dein Leben kämpfen musst und die nächsten Jahre auch noch und dass du dafür deine Kraft brauchst. Die kommt auch nicht so schnell wieder, so sehr du sie auch liebst. Jetzt bist du dran. Es wird ihr nichts nützen, wenn sie jetzt wieder in die Magersucht verfällt, weil sie dich u. U. mit ihren Botschaften gar nicht mehr erreicht. Und das läge nicht in deiner Hand. Vielleicht klickt es ja bei ihr.


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