Die Bank unter der Linde!

Eine Bank, keine Wände aber ein grünes Dach über dem Kopf. Hier genießt das Leben freie Sicht. Es ist nicht nur ein Platz für Lebensfreude, hier kann das Leben selbst Platz nehmen, sowohl in der Sonne als auch im Schatten...einer Linde.
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 Betreff des Beitrags: Freiheit
Ungelesener BeitragVerfasst: 28.10.2009 22:18 
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Was bedeutet Freiheit? Wir alle benutzen dieses wunderbare Wort, aber bemessen wir ihm alle dieselbe Bedeutung?

Wie denkt ihr über die Freiheit, was bedeutet sie für Euch? könnt ihr sie annehmen, oder macht sie Euch Angst? könnt iht Anderen dieselbe Freiheit zugestehen, die ihr Euch für Euch selber wünscht?.......................


Für mich bedeutet Freihet, so sein zu dürfen, wie ich bin: ungeschminkt und mit allen Fehlern. Aber es bedeutet auch, dass ich Andere so sein lasse, wie sie sind (oder sein möchten). Das fällt mir nicht immer leicht. Aber so lerne ich Toleranz und mir ist klar geworden: Ich muss nicht alles verstehen. Ich kann einen Menschen auch dann noch lieben, wenn ich sein Verhalten oder seine Einstellung nicht verstehe, solange es besagtem Menschen gut damit geht.
Andere verstehen mich ja auch nicht immer und lieben mich trotzdem.....

_________________
Das Leben ist wie ein Gleichungssystem: Es gibt unendlich viele Lösungen!
When I walk into a room, I know that everyone in it love me. I just don't expect them to realize it yet (Byron Katie)
Mais Où J'ai Mis Les Pieds???----Doulce Compagnie


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 Betreff des Beitrags: Re: Freiheit
Ungelesener BeitragVerfasst: 29.10.2009 00:17 
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gretchen hat geschrieben:
... Freiheit, ... macht sie Euch Angst? könnt iht Anderen dieselbe Freiheit zugestehen, die ihr Euch für Euch selber wünscht?...

Ich muss nicht alles verstehen. Ich kann einen Menschen auch dann noch lieben, wenn ich sein Verhalten oder seine Einstellung nicht verstehe, solange es besagtem Menschen gut damit geht. ...


Danke, Gretchen, daß Du sofort den Faden eröffent hast zum Nachdenken über diesen faszinierenden, aber auch - zumindest mich oft -atemlos machenden Begriff und was er bedeutet. Denn hier unter der Linde wird Freiheit und Verantwortung ja größer denn je geschrieben...

Du sprichst gleich einen wesentlichen Punkt an, ja Freiheit macht mir immer wieder Angst, weil ich fürchte die Dinge, die oft so komplex und in den Konsequenzen nicht absehbar sind, überfordern mich. Also lieber kleinere (oder gar keine Brötchen backen ?!Bild ) Die Frage eben: Wie viel Sicherheit ist nötig, um Freiheit nicht zum Leichtsinn werden zu lassen.

Mit dem Verstehen geht es mir gerade umgekehrt: Je besser ich nachvollziehen (heißt nicht bejahen müssen) kann, was jemanden zu einem Verhalten oder Vorstellungen bringt, desto besser kann ich es tolerieren, wenn es von meinen Überzeugungen, Gewohnheiten, Sichtweisen abweicht. Umgekehrt so lange ich Motive und Triebfedern nicht verstehen kann, frage ich nach und erkläre (oft bis zum Oberlehrer-Ton) meine eigene Position.

Um noch einmal auf die Geschichte Kap Horns "Die Linde erzählt"zurückzukommen. Das weckte einerseits das Gefühl, hoffentlich ist der Anspruch auch nur ein Stück zu verwirklichen, andererseits wehte einen auch so ein verheißungsvoller Wind an von "Mensch, welche Ausblicke, welche Chancen, wenn man den Satz : 'Jeder trägt in Freiheit Verantwortung' wirklich ernst nimmt, real zu erproben beginnt und nicht nur als Sonntagsrede abnickt.

Macht er Euch nicht auch Herzklopfen dieser Satz?


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Ungelesener BeitragVerfasst: 29.10.2009 12:15 
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Darf ich hier auf Heidis Frage nach den Überlebenschancen einen unmoderierten Forums antworten? Weiß sonst nicht wohin damit.
Ich halte ein unmoderiertes Forum hier auch für realistisch, Heidi.Ich glaube nicht, dass es einen großen Unterschied hier macht, ob ein Moderator diesen Titel trägt. Das ausgleichende Wort steht jedem zur Verfügung und die Möglichkeit zum Sperren scheint mir nicht überlebenswichtig, wie ich schonmal irgendwo skizzierte. Gilt natürlich nur für ein Forum mit einer ausreichend großen kritischen Masse an erwachsenen, engagierten Leuten - und die könnten wir haben.
Ich sehe das Risiko größer, dass sich Einzelne aus diversen Gründen peu a peu zurückziehen und der Zulauf das nicht ausgleicht. Aber das gleicht kein Moderator aus und ist auch ein natürlicher Prozess - und hat mit der Freiheit des einzelnen zu tun *Kurvekrieg*


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Ungelesener BeitragVerfasst: 29.10.2009 13:07 
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Für mich hängt Freiheit mit Entscheidung und deren Konsequenzen zusammen. Ich besitze die Freiheit, mich für oder gegen etwas zu entscheiden, und ich übernehme die daraus resultierenden Konsequenzen.

Freiheit scheint mir im wahrsten Sinne des Wortes eine Bewegung zu sein - geistig und/oder körperlich. Ich wende mich körperlich oder geistig einer Möglichkeit/ Richtung zu.


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Ungelesener BeitragVerfasst: 29.10.2009 15:09 
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Ja auch für mich ist Freiheit eine Entscheidung. Nämlich die Entscheidung dazu. Das klingt einfach, ist es jedoch nicht. Wenn es so wäre wären wir alle frei. Die wenigsten von uns sind es aber.
Ich spreche nun hier nicht von der Freiheit dort hingehen zu können wohin ich möchte und das sagen zu können was ich denke ohne dass mein Leben bedroht ist. Diese Freiheit ist bei uns in Deutschland ja weitestgehend gewährleistet im Gegensatz zu manch anderem Land auf der Welt.
Ich meine eine ganz andere Freiheit. Vor dieser Freiheit haben wirklich viele Menschen Angst. Freiheit bedeutet nämlich im Gegenzug ich übernehme die volle Verantwortung für mein Tun. Ich kann mich nicht mehr hinstellen und laut rausschreien: "der ist Schuld", wenn etwas schief geht. Und ich kanns mir auch nicht still selbst sagen. Ich muss dann nach außen sowie nach innen klar sagen: "das war mein Fehler".
Keine einfache Sache denn man braucht ein gutes Selbstwertgefühl um sich selbst Fehler zu verzeihen. Also hängt Freiheit für mich auch wieder mit dem Selbstwert zusammen. Habe ich wenig, suche ich keine Freiheit. Sie macht mir viel zu viel Angst. Ich könnte ja versagen. Dann wäre ich wieder schlecht. Das kann ich nicht ertragen. Was sollen die anderen von mir denken.

Toleranz ist für mich nur der erste Schritt. Wenn ich eine Handlungsweise, die meiner nicht entspricht toleriere, dann sehe ich sie, erkenne es ist nicht so, wie ich es tun würde, lasse es stehen doch denke für mich selbst: "der macht was falsch."
Der nächste Schritt ist die Akzeptanz. Es kann jemand durchaus völlig anders handeln als ich es getan hätte, ich erkenne es, sehe es ist anders und ich spare mir das Urteil. Ich erkenne die Vielfalt der Möglichkeiten an. Es gäbe nicht bald sieben Milliarden von uns wenn wir alle gleich wären.

Das ist natürlich reine Theorie. In der Praxis stossen wir immer wieder an unsere Grenzen. Da wolllen wir nicht akzeptieren dass ein anderer anders denkt als wir. Und wir wollen zwar Freiheit aber oft übernehmen wir die Verantwortung für unsere eigene Freiheit nicht.
Die Freiheit des einzelnen hört für mich übrigens genau dort auf wo sie die Freiheit eines anderen verletzt. Das passiert täglich, stündlich, minütlich. Und dann wird es spannend. Wie geht man dann mit der eigenen Freiheit und der des anderen um?

Welche Lösungen gibt es für den Konflikt. Muss man Gewalt anwenden? Geht es im Wechel? Also ein Geschäft. Heute gibst du ein wenig Freiheit für mich, morgen ich ein wenig für dich. Oder ist ein wahrhaft gewalt-freies Miteinander garnicht möglich? Brauchen wir jemanden der uns sagt was wir tun sollen? Funktioniert ein Mit-einander in Freiheit, Respekt voreinander und Akzeptanz der unterschiedlichen Bedürfnisse nur, wenn jemand das "Sagen" hat?

Spannend. Ich freu mich dass wir hier die Möglichkeit haben diese Fragen ein Stück weit zu leben.


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Ungelesener BeitragVerfasst: 29.10.2009 17:08 
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Noch ein paar Gedanken dazu die allerdings eher ins Philosophische gehen.
Neigen wir deshalb dazu uns in Grüppchen zu finden die sich "ähnlich" sind? Weil wir dann leichter miteinander umgehen können. Hat das Sprichwort: "gleich und gleich gesellt sich gerne" einen tieferen Sinn.
Ist diese Gleichmacherei die überall betrieben wird begründet in dem Wunsch, besser miteinander auskommen zu können ohne den eigenen Freiheitsbegriff hinterfragen zu müssen? Wenn alle so sind wie ich, dann ecke ich natürlich kaum noch an.
Doch dann besteht die Gefahr des Fanatismus wenn ich plötzlich dann doch einem "Andersdenkenden" begegne. Ich muss ja recht haben wenn alle um mich herum das selbe sagen. Der andere...der ist ein Aussenseiter, der hat Unrecht. Noch so ein Sprichwort das aus diesem Hintergrund heraus eine fast negative Bedeutung bekommt: "gemeinsam sind wir stark." Die Frage ist stark wofür? Für eine Vielfalt von Möglichkeiten die unserem Wesen entspricht? Für den Weitblick der erstmal alles wertfrei ansehen kann, oder für die Sicherheit der Enge in die wir uns begeben wenn wir uns ausschliesslich mit Gleichgesinnten umgeben.


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Ungelesener BeitragVerfasst: 29.10.2009 17:54 
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Eliane hat geschrieben:
...Toleranz ist für mich nur der erste Schritt. Wenn ich eine Handlungsweise, die meiner nicht entspricht toleriere, dann sehe ich sie, erkenne es ist nicht so, wie ich es tun würde, lasse es stehen doch denke für mich selbst: "der macht was falsch."
Der nächste Schritt ist die Akzeptanz. Es kann jemand durchaus völlig anders handeln als ich es getan hätte, ich erkenne es, sehe es ist anders und ich spare mir das Urteil. Ich erkenne die Vielfalt der Möglichkeiten an. ...


Nur ein Punkt, denn "nur Philosophisches" finde ich Deine Gedanken gar nicht, sondern sogar brennend praktisch. Allein Deine Aussage in Gruppen gleicher Werthaltung z.B. nicht anzuecken, das gibt Stoff zum Nachdenken... Und Du weist auf so viele Punkte hin.

Aber wie gesagt greife ich nur diesen heraus: Ich kann nicht immer den Schritt zur Akzeptanz tun, strebe es auch gar nicht an, denn das schaffe ich schlicht nicht. Es ist schon schwierig genug, sich zu bemühen, die Andersartigkeit stehen zu lassen, d.h. für mich Toleranz. Wenn ich etwas toleriere denke ich allerdings nicht mehr "der macht was falsch", sondern nur "das ist anders und ich will das so stehen lassen". Also kein Verzichten auf mein Urteil, sondern vorerst mal es überhaupt als solches erkennen und es nicht gleich durchsetzen wollen, sondern Raum (gedanklich) schaffen für die Überlegung, ob und wie die eigene Position und die des Gegenüber nebeneinander koexistieren können.

Schon das gelingt im Kleinen und erst Großen ja oft schon nicht.

So weit, die anderen Gedanken muß ich erst nach und nach aufnehmen. Danke für die Anregungen!


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Ungelesener BeitragVerfasst: 29.10.2009 18:12 
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Es gibt so viele Definitionen von Freiheit...

und nun spukt mir das Lied durchs Ohr: freedom is just another word for nothing left to loose (me and Bobby McGee)

http://www.youtube.com/watch?v=5FMhnl0__Vo

Ein Buch, das mir wirklich viel Einblick gegeben hat und das zeigt, dass wir trotz aller Eingeschränktheit doch eine Freiheit haben, war

von Peter Bieri, das Handwerk der Freiheit.

Irgendwo hatten wir das Thema schon mal?

Bieri sagt, je besser wir uns in der Phantasie vor stellen können, wie wir uns eine bestimmten Situation fühlen würden, desto besser können wir uns für oder gegen sie entscheiden. Und dest freier werden wir, je mehr wir phantasieren und den Situationen entgegen gehen, die zu uns am besten passen.


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Ungelesener BeitragVerfasst: 30.10.2009 11:51 
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Ich überlege, ob zur Freiheit auch Intelligenz gehört?
Und dann fällt mir ein, ich brauche doch erst einmal ein Bewusstsein für Freiheit?
Muss ich nicht erst wissen, dass es Freiheit überhaupt gibt, um sie spüren/anstreben zu können?
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Ungelesener BeitragVerfasst: 08.01.2010 06:47 
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Freiheit ist für mich auch das ganz Klassische: Dorthin zu gehen, wohin ich will. Über Landesgrenzen, in andere Städte. Nehme es zwar nicht wahr, aber es steht mir frei.

Auch steht mir frei, egal ob Frau, Berufe auszuüben, die ich wollen würde und können (man hat nicht überall Fähigkeiten für alles zu tun). Ich darf wählen, ich darf meine Meinung frei äußern, was ich auch nicht immer so nutze.

Dann gibt es noch die innerliche Freiheit, in der man durch eigene Blockaden und Hemmungen nicht sich selbst behindert.

Jedenfalls, obwohl hier im Land auch einiges im Argen ist, bin ich ganz froh, doch recht frei zu sein. Auch frei von Krieg - zumindest vor Ort.
Es wird immer viel geschimpft und gezetert, es ist richtig dorthinzugucken, aber auch dahin, was da ist.

Manchmal ist auch gut zu gucken, was fehlt. ZB. wenn vorhanden: Fehlen von Hunger, von Schmerzen (und sei es, daß man gerade kein Zahnweh hat), von Kälte (die Heizung funktioniert), usw.. Wenn ich das Gefühl habe, ich habe bin nichts und alles läuft blöd, gucke ich, was gut fehlt.

_________________
[right]Es grüßt Fender[/right]


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