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Die BAgIS (Arge Bremen)
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Seite 1 von 5

Autor: Teresa [ 19.07.2009 08:14 ]
Betreff des Beitrags: Die BAgIS (Arge Bremen)

Hallo Forumels,

viele lernen sie irgendwann mal kennen, die meisten fürchten und kaum einer Lieben. Die BAgIS bzw. Arge. Habt ihr auch schon Ärger damit gehabt und wollt vielleicht mit ins Boot?


Aktuell übe ich mich in Gelassenheit, mein bagis-Mensch hilft mir da mit jeder Menge Gelegenheiten zum üben. Am 27. letzten Monats hatte er mich zu wiedervorlage eingtragen um einen neuen Termin mit mir auszumachen und zu besprechen wie es weiter läuft wenn ich meine Arbeitstherapie beendet habe. Das ist am 31. diesen Monats der Fall. Mein Telefon schweigt, es kommen keine Briefe mit gewohnten Kürzungsdrohungen wenn man nicht erscheint, einfach nichts.
Ich trau mich dabei gar nicht mehr anzurufen und nachzufragen was Sache ist. Das letzte Mal als ich versuchte ihn zu erreichen, ich wollte einen Termin bei einer der Arbeitsagentur unterstellten Abteilung haben und bekam von denen den Hinweis das mein Bagis-Mensch mich dahin weiterleiten müsste, habe ich 2 Wochen versucht ihn telefonisch zu erreichen. Nichts. Besetzt. Freizeichen. Erst Freizeichen dann plötzlich Besetzt.
Erst als ich über die Zentrale, die meinen Fallmanager noch nicht mal kannte, um hilfe bat tat sich etwas. Zwei Tage später rief mein Fallmanager mich an. Was ich damals wollte habe ich bis heute nicht bekommen - es ging um eine Beratung zu Rehabilitierungsangeboten. Den letzten "ich rufe sie an" Termin ließ er um 5 Tage verstreichen, aber er meldete sich wenigstens noch.

Nächste Woche Freitag ist der letzte Tag an dem ich weiß wo ich morgens hin muss, alles was danach kommt muss mein Fallmanager in Auftrag geben. Vielleicht bin ich ja doch nur ein Spielzeugmensch und man kann mich in letzter Minute hin und her schieben und seine Züge machen wie beim Schach, aber ehrlich ich wüsste zu gern wie es mit mir weiter geht.

Grüße,
Teresa

Autor: wilson [ 19.07.2009 09:15 ]
Betreff des Beitrags: 

Guten Morgen liebe Teresa,

für mein Verstehen: ist die BAgIS so etwas wie eine ARGE?

Grüßle von
Wilson

Autor: Teresa [ 19.07.2009 09:18 ]
Betreff des Beitrags: 

Du machst mich da auf was interssantes Aufmerksam - das heißt gar nicht überall in Deutschland so... ich informier mich kurz und dann schreib ich nen anderen Namen hin

-edit-

Also ja, es ist die ARGE wohl, nur für Bremen. Genau gesagt ist es die Bremer Arbeitsgemeinschaft für Integration und Soziales und der Laden der fürs Hartz4 sorgt.

Autor: lindenbaum [ 19.07.2009 10:57 ]
Betreff des Beitrags: 

Liebe Teresa,

ich kann Deine Gefühlslage sehr wohl nachvollziehen.

Auch ich befand mich vor einigen Jahren einmal in den Fängen der 'ARGE'..
Mein Fallmanager war ein junges männliches Menschlein, von maximal 22 Jahren. Der hat mich dann in ein Seminar schicken wollen: "Wie bewerbe ich mich richtig" und Maßnahmen angedroht, falls ich da nicht teilnehme *schudder*.

Ich verstand seinen "Druck" - mich irgendwie von seinen Listen bekommen zu m"müssen" (Frau, Mitte 40, wohl unvermittelbar), befreite mich dann aus dieser Lage Gottseidank selbst.

Teresa, gibt es bei Euch einen Integrationsfachdienst (die werden hier bei uns von Caritas, Sozialdienst kath. Männer usw. angeboten). Da hast du gute Begleitung, auch in Situationen mit der ARGE.
Oder hast Du das längst schon in Anspruch genommen und ich blubbere Dich einfach zu?

Dann .. fühl Dich einfach mitfühlend umarmt.
Aurelia.

Autor: Teresa [ 19.07.2009 11:13 ]
Betreff des Beitrags: 

Danke Aurelia,

nein, ich habe noch nichts Anspruch genommen. Eigentlich keine schlechte Idee und ich weiß gar nicht warum ich mich so schwer damit tue eine Entscheidung zu treffen wie es jetzt für mich weitergehen soll.

Autor: lindenbaum [ 19.07.2009 11:23 ]
Betreff des Beitrags: 

Lass Dich einfach mal da beraten, wenn Du magst. Das ist kostenlos. Und damit brauchst Du noch üüüüüüüüberhaupt keine Entscheidung zu treffen.

Die kommt dann, wenn es die richtige Zeit ist *klugschei...modusaus*

:D Aurelia

Autor: Teresa [ 19.07.2009 11:31 ]
Betreff des Beitrags: 

Ommmmm

Aurelia hat Recht, aber...
Nein, Ommmmmmm

Aber...

Ommmmm!!!!

Es ist so schwer diese Gelassenheit wirklich in mich aufzunehmen, ich weiß es geht weiter, aber ich bin in heller Aufruhr drum.

Danke !Bild

Autor: lindenbaum [ 21.07.2009 08:05 ]
Betreff des Beitrags: 

Liebe Teresa, ich kann sehr gut nachempfinden, wie du dich fühlst.

Ich war auch mal vor ein paar Jahren in die "Fänge" einer Arge geraten. Ich hatte gerade mein Diplom in der Tasche aber noch keinen Job und natürlich kein Geld. Hartz VI war gerade zwei Monate mehr oder weniger am Laufen und dementsprechend herrschte dort das Chaos. Nichtsdestotrotz haben sie in der Arge alle Hebel in Bewegung gesetzt, mich möglichst schnell in einen 1€-Job zu stecken, um mich irgendwie aus ihren Statistiken rauszubekommen. Davon war ich absolut nicht begeistert, denn meine Bewerbungsbemühungen waren ein echter Vollzeitjob, ich hatte gar keine Zeit, mich mit so einem Mist zu belasten. Zum Glück hab ich ein paar Tage, bevor sie ihre Drohungen wahr machen konnten, einen Job gefunden. Puh, das war knapp!

Aber die Angst saß mir damals ganz schön im Nacken, zumal die Leute in der Arge ganz schön massiv mit ihren Drohungen (Leistungskürzung bei Nichtkooperation usw.) wurden. Nebenbei habe ich vom Arbeitsamt Jobangebote bekommen, die völlig sinnlos waren, weil dort immer mindestens fünf Jahre Berufserfahrung gefordert waren, aber die Arbeitsangebote, die passten, haben sie mir nicht geschickt (obwohl die auch beim Arbeitsamt im Netz standen ...), sehr logisch und nachvollziehbar. Das schlimme ist ja, dass man den Sachbearbeitern so extrem ausgeliefert ist. OK, man hat seine Rechte, aber die muss man erstmal kennen und leider leider hat die Arge eben seit 2005 auch ziemlich viele Rechte, ihre "Kunden" zu malträtieren. Das nennt sich dann fordern, wobei von fördern bei mir nie die Rede war (ich war noch nicht lange genug arbeitslos, um gefÖrdert zu werden, aber lange genug, um gefOrdert zu werden ...).

Mit der Erreichbarkeit der Sachbearbeiter hatte ich damals keine Probleme, wobei ich sie ja auch gar nicht erreichen wollte, ich wollte eigentlich nur in Ruhe gelassen werden, damit ich mich vernünftig bewerben kann.

Nun ja, zum Glück bin ich seitdem von diesen Menschen verschont geblieben. Ich hoffe für dich, dass du sie auch bald wieder los bist oder sie dich wenigstens nicht zu sehr gängeln und wünsch dir viel Glück und Erfolg dabei!

Autor: Filu [ 21.07.2009 08:25 ]
Betreff des Beitrags: 

Liebe Teresa,

ich glaube keiner mag gerne zur Arge gehen. Ich habe auch eine für mich weniger schöne Erfahrung mit dem Arbeitsamt gemacht.
Als ich damals mit meiner Lehre fertig wurde, kamen die mir richtig blöd. Das dollste ist, ich habe noch gar keine Leistungen von denen bezogen. Ich wollte lediglich eine Beratung. Die haben mir Arbeitsstellen gezeigt, die überhaupt nicht auf mein Profil passten. Weder von der gewünschten Berufserfahrung noch von dem Job ansich. Ich sollte jeden Monat 15 Bewerbungen schreiben und diese vorlegen. Ich habe denen gesagt, dass ich einen Job in Aussicht habe und ich in der kommenden Woche Klarheit habe. Das hat die überhaupt nicht interessiert. Als ich den Job bekommen habe, gab ich der Sachbearbeiterin Bescheid.
Drei Monate später rief man mich an und meint derartig Dreist am Telefon, Frau... sie sind du unserem Termin nicht erschienen, wir kürzen Ihnen die Leistung! Hallo? Welche Leistung? Keiner wusste, was der andere macht. Aber eins könnt ihr mir glauben, ich habe dort Terz gemacht. Ganz klipp und klar habe ich den Leuten zu verstehen gegeben, dass wir Menschen keine Fußabtreter für die sind! Ihr müsst euch vorstellen, wird man etwas aufmüpfig, wollen die einen direkt rauswerfen, dass ist echt die Krönung. Froh bin ich, dass ich dort nicht hin muss, es ist Meschenunwürdig.

Autor: wilson [ 21.07.2009 09:30 ]
Betreff des Beitrags: 

Teresa hat geschrieben:
Es ist so schwer diese Gelassenheit wirklich in mich aufzunehmen, ich weiß es geht weiter, aber ich bin in heller Aufruhr drum.


Liebe Teresa,

jeder Behördenmoloch ist tatsächlich ein steiniger und nervenzehrender Weg ... unbestritten.

Mir hilft dabei, gedanklich nicht ausschließlich dem "Behörden-Denken" zu folgen, sondern auch eigene Möglichkeiten und Wege zu finden.
Wesentlich finde ich auch, dass man seine Rechte kennt und sie auch in Anspruch nimmt (ob nun allein oder mit Hilfe von Verbänden)

Ich steckte mal ziemlich fest in einer anderen Sache.

Als nichts mehr ging, habe ich nach Berlin geschrieben.
Die Antwort kam binnen zehn Tagen, mit Aktenzeichen vom Staatssekretär.
Sie haben den Behördenleiter angeschrieben, und falls es nun nicht vorwärtsginge, solle ich mich mit besagtem Aktenzeichen noch einmal an ihn wenden.

Was mich damals beeindruckt hat war, dass es trotz allem Strukturen gibt, die tatsächlich funktionieren ... hätte ich damals nie gedacht Bild

Ich wünsche Dir Gelassenheit, Klarheit, gute Nerven und stets eine helfende Hand zur rechten Zeit.

Herzlichst,
Wilson

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