Die Bank unter der Linde!

Eine Bank, keine Wände aber ein grünes Dach über dem Kopf. Hier genießt das Leben freie Sicht. Es ist nicht nur ein Platz für Lebensfreude, hier kann das Leben selbst Platz nehmen, sowohl in der Sonne als auch im Schatten...einer Linde.
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Ungelesener BeitragVerfasst: 23.09.2009 17:14 
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ErichG hat geschrieben:
ich habe das Gefühl, dass du das wort "ungläubige(r)" ähnlich wie ein Schimpfwort oder herablassend verstehst, oder interpretierst.


hallo erich.

vielleicht mal kurz aus meiner sicht.

naja, dieses wort kursiert nicht nur im christentum, denke auch mal an den islam (womit du bei den evtl. kommenden kaempfen bist).

aber rein aus der christlichen direkten kommunikation mit mir, ja. ich bin seit jeher offen an religionen wie geschichte interessiert (letztere alt, nicht neuzeitlich, die braucht man v.a. zum begreifen der gegenwaertigen ausgangssituationen), habe sogar religion als pruefungsfach im abi gehabt, obwohl ich als ungetaufte nicht mal haette teilnehmen muessen. bin mit verwandten auch gern in die kirche gegangen, weil mir die gemeinde gefiel und ich mehr verstehen wollte. aber wie gesagt, ich habe keine weltreligion gefunden, die meiner eigenen wahrnehmung entspricht. nur wenn dann sehr glaeubige christen mitleidig sagen "gott (der christliche, nicht als ueberbegriff der auch mit quelle, licht, universum definiert werden koennte) hat dich schon mehrfach gerufen - bald ruft er nicht mehr" oder ein chin. arzt, wo ich wegen einer sehenscheidentzuendung war, prompt meint "gehe doch sonntag in die internationale gemeinde, dann geht es dir besser, denn gott hat xxx gesagt. wenn du erst zu ihm findest .." und das immer wieder. neee, dann werde ich auch empfindlich.

nur mal so als beispiel.

soll doch jeder in frieden leben, mit seiner ueberzeugung. interessanter austausch ueber gedanken, immer gern. aber missionieren lassen - nein danke.

alte naturreligionen wurden im zuge des christentums ausgemerzt. wozu?
einige islam*sche fana***er moegen in diversen camps dieser tage aufruesten. wozu?

soweit meine empfindung beim wort 'unglaeubig'.

fuer mich ist es im dt. sprachgebrauch genauso negativ konnotiert wie auslaender.

.... und letzteres zieht sich z.b. durch, hinterlaesst auch spuren hier in china. 'lao wai' = alter auslaender ist nett, weil lao=alt wuerde bedeutet in china, und respekt. dennoch, fuer mich ist es eine beleidigung, gegen die ich mich immer noch sperre..............


soviel meiner chilisosse aus shanghai fuer diesen abend:-)


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Ungelesener BeitragVerfasst: 23.09.2009 17:22 
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und zu diesem satz, dieser frage ...


Aber spornt sie mich auch dazu an meine Kultur zu verfeinern, die Wissenschaft vor ran zu bringen? Brauche ich sie für Moral oder Gesetze?


ich ziehe meine kraft aus empathie, impulsen, nachdenken, austausch, lesen diverser werke und wieder nachdenken.

ich denke, ich komme ganz gut voran - mit reinen werten & normen.
mir faellt auf, wo auch ich nicht ausgeglichen reagiere, arbeite an mir.

im gegensatz dazu faellt mir grade meine firma ein, hoch christliche GF, psalme an den waenden und so. sollen sie gerne machen - aber bitte, auch leben!!!
wie nebst mir ca. 500-1000 MA dieser tage in der ungewissheit ob der zukunft hingehalten werden, nein! das ist nicht menschenwuerdig. manch einer, der nicht an sich arbeitet, wird dieser tage zerbrechen - andere werden jahre brauchen.

ich lebe lieber menschlich sein, gebe gern, strahle leute an, bin mensch. oder entschuldige mich.

es ist fuer mich auch noch a long way to go - aber vorgetaeuschte menschlichkeit, die nicht gelebt wird - unter nutzung z.b. des christlichen glaubens - finde ich unakzeptabel.

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und eines Tages sagst Du "JETZT!", laesst einfach los und weisst: Der Wind wird Dich zu neuen Ufern tragen


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Ungelesener BeitragVerfasst: 23.09.2009 19:50 
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Wie wäre es mit andersgläubig ... freigläubig ... statt ungläubig? *mal so in die runde werf*

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Ungelesener BeitragVerfasst: 24.09.2009 14:24 
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Rübenigel hat geschrieben:
Wie wäre es mit andersgläubig ... freigläubig ... statt ungläubig? *mal so in die runde werf*


und wie wäre es denn, wenn man "das kind" beim wirklichem namen nennt: z.b. bibeltreu, korantreu, wort-treu, -ismustreu (katholiz-ismus, evangel-ismus, buddh-ismus, hindu-ismus, nationalsozial-ismus, kapital-ismus ...) ect.

ich vermute ja mal, so ganz unbewiesen zwar, dass jeder mensch "gläubig" ist und sei es, dass der eine an die menschlichkeit glaubt, der andere an die treue, an die liebe, an das nichts, an die sinnlosigkeit, an die vielfalt, an die einheit, an die schwingung, an die resonanz, an . . . . . . .

mlg
isis


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Ungelesener BeitragVerfasst: 24.09.2009 14:34 
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*nick* ... ich denke auch, dass jeder Mensch an irgendetwas glaubt ... und wenn er das nicht tut, so hat er zumindest das Bedürfnis danach. Spiritualität ist nämlich ein Grundbedürfnis der Menschen.

Wenn ich Deine Formulierungen folge, bin ich dann Mir-selbst-treu und das gefällt mir besonders gut. :yes:

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Ungelesener BeitragVerfasst: 24.09.2009 15:53 
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Ungelesener BeitragVerfasst: 24.09.2009 16:42 
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ich möchte, passend zu dem thema "wahrheit" einige gedanken wiedergeben, die ich bei angelika aliti "wer setzt sich da auf meien flügel" gefunden habe. sie kann es viel treffender ausdrücken als ich:

aus angelika aliti „wer setzt sich da auf meine flügel“

„seit menschengedenken sind menschen auf der suche nach dem paradies. ….. wir halten, so scheint es, den traum vom paradies auf erden für den sinn des lebens, was aus dem glauben resultiert, es in der tat eines tages zu erreichen. …
wenn das ziel des lebens sein soll, die welt zu einer besseren zu machen, etwas dazu beizutragen, dass es allen besser geht, dann bringt die aufdringliche tatsache des todes einen nicht nur unschönen, sondern sogar einen verzweifelte sinnlosigkeit produzierenden schock ins leben. wozu dann geboren werden, wenn wir doch nur begrent und für eine kurze weile genießen können, was wir erreicht haben? wozu sich die mühe machen, wenn doch bald andere an unsere stelle treten, während wir auf dem friedhof liegen? ….
schauen wir genauer hin, entdecken wir menschen, die vom paradies weiter entfernt sind denn je. … wenn es kein ferner ort ist, an dem das paradies vermutet wird, dann wird die sache noch bestürzender. wir betreten das weite land der ideologien. wir könnten sie auch ismus-paradiese nennen. wer dieses land betritt, muss sich auf lange wege voller entbehrungen und anstrengungen gefasst machen und jederzeit bereit sein, opfer zu bringen, denn das paradies wird in die zukunft verlagert. eine zukunft, die niemals gegenwart wird. kein einziges ismus-paradies ist jemals verwirklicht worden.
wir kennen politische paradiese: sozialismus, kommunismus, femminismus ….
esoterische paradiese ….
religiöse paradies ….
ökologische paradiese ….
psychotherapeutische paradiese ….

ideologien entstehen nicht aus machthunger, wie ideologie-allergiker vielleicht meinen. macht kommt immer erst in der zweiten phase ins spiel. ismus-paradiese beginnen immer stets als visionen von einer besseren welt angesichts des elends, das wir sehen. interessanterweise haben sie jedoch niemals zur folge, dass das elend weniger wird, wie viel zeit auch vergeht …. wenn wir genau hinschauen, können wir erkennen, dass die anstrengungn um die verwirklichung eines ismus-paradieses das elend eigentlich immer vergrößert und günstigstenfalls manchmal nur verlagert haben. …

wenn wir jedoch verstehen wollen, wie und warum wir menschen es fertig bringen, der schöpfung aus allerbesten motiven heraus dennoch so viel schande zu machen, obwohl wir und doch so anstrengen, müssen wir uns von alten denkgewohnheiten lösen.

die welt der sich bekämpfenden gegensätze ist eine illusion, der wir nicht erliegen sollten. gut und böse haben sich gegenseitig erschaffen. …. es gibt keinen richtigen weg. es gibt keinen wahrheit, es gibt nur wirklichkeit.

…wie sehr wir auch vor uns selbst flüchten, wie sehr wir uns betäuben mit arbeit, freizeit, drogen und trivialität, jeden einzelnen umgibt eine große einsamkeit und eine große sehnsucht, sie zu überwinden. …

die sehnsucht nach rückkehr in das einssein und dennoch die große angst vor auslöschung unserer individualität sind die beiden kräfte, die an uns ziehen und zerren; einander gegenüberliegende punkte, die eine polare achse bilden. so ist die angst vor dem leben auch immer die angst vor dem tod. sie sind untrennbar verbunden.“

mlg
Isis
es ist bisweilen ein großer schmerz, das göttliche in sich zu haben und es dennoch nicht zu sehen


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Ungelesener BeitragVerfasst: 24.09.2009 17:19 
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liebe isis (wow, das ist ja blindenschift, wie ich sie liebe)

herzlichen dank für deinen beitrag, in dem auch ich viel ansprechendes entdecke.

es ist für mich gut denkbar, dass so etwas wie die sehnsucht nach dem paradies in den menschen schlummert. es könnte sich einerseits um sowas wie ein kollektives unterbewusstsein, aus der erinnerung unserer vorfahren handeln, oder es wäre für mich denkbar, dass diese sehnsucht sogar absichtlich in uns hineingelegt wurde.

ob das erreichen dieses paradieses als lebensziel gesehen werden kann oder soll, vermag ich so ad hoc nicht zu beantworten. was ich aber sicher weiss ist, dass meine ganz persönliche welt tatsächlich besser ist, seit ich die gewissheit habe, dass mein irdisches dasein zwar mit an sicherheit grenzender wahrscheinlichkeit auf dem friedhof enden wird, aber diese tatsache nicht das ende bedeutet.

die erde gäbe mehr als genug her für alle menschen. die miserable verteilung haben wir selbst durch unseren machthunger zu verantworten. aber was sich über jahrhunderte aufgebaut hat, lässt sich kaum von heute auf morgen verändern. und trotzdem wage ich zu hoffen, dass es nach wie vor möglichkeiten gibt, diesem ungleichgewicht entgegen zu wirken.

[size=84]die sehnsucht und die angst als gegenüberliegen pole. das ist echt mal wunderschön zusammengefasst mit der betonung auf das wesentliche.

liebe isis, wenn du deine "herzensaugen" öffnest, wirst du es erkennen können.

[/size]

_________________
never, never, never, never, never give up!

winston churchill


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Ungelesener BeitragVerfasst: 24.09.2009 18:06 
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liebe heidi,

es ist schön, dass ich deinen "empfänger" mit meinem beitrag erreicht habe.
ich empfinde es derzeit so, dass es eine sogenannte gemeinsamkeit gibt: wir sind suchende! jeder auf seine art, in seinem tempo, auf seinem weg. und alles darf sein.
was aliti in ihrem buch so schön formuliert, das hat für mich auf ihre/seine weise cassi, capitano, sunshine, teresa, heidi, rübenigel, erich, küstenmädl ..... und alle anderen .... ausgedrückt. wir sind suchende/wanderer. und jeder darf SEINEN weg gehen, das wünsche ich mir.

isis


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Ungelesener BeitragVerfasst: 24.09.2009 18:10 
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Beiträge: 1637
Geschlecht: weiblich
nachtrag:

ich bin inzwischen davon überzeugt, dass das größte leid dadurch entsteht, dass einem menschen von kindheit an vermittelt wird, so wie du bist, bist du nicht ok! du solltest anders sein!
und jahrzehntelang hast du daran zu arbeiten, dass es ok ist, wie du bist. - das ist für mich die wirkliche menschliche dragödie.

mlg
isis


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